Deutsche Medien: Ratko Mladic ist sich seiner Schuld nicht bewusst!

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1998
Photo: ICTY

Mit der Verkündung des Urteils für Ratko Mladic am 22. November wird das Haager Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien faktisch seine Arbeit beenden.

In einem Text mit dem Titel „Ratko Mladic – der unverbesserliche Schlächter vom Balkan“, schreibt die Deusche Presse Agentur: Auf dem Höhepunkt seiner militärischen Macht nimmt der bosnisch-serbische General die UN-Schutzzone Srebrenica im Osten Bosniens ein. Die Blauhelme sind machtlos und die Flüchtlinge in Panik. Fotos zeigen den bulligen General im Kampfanzug, wie er Kindern Schokolade gibt und die Frauen beruhigt. Nur wenige Stunden später erteilt er den Befehl, die Väter der Kinder und die Männer der Frauen zu töten. Heute ist Mladic 75 Jahre alt. Der Völkermord von Srebrenica wird ihn wohl für den Rest seines Lebens ins Gefängnis bringen. Am Mittwoch fällt das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag das Urteil. Der „Schlächter vom Balkan“ wird er genannt, als Architekt der schlimmsten Verbrechen im Balkankrieg (1992-1995) steht er seit gut fünf Jahren vor Gericht. Das heißt, meist lümmelt er auf der Anklagebank, auf dem Kopf eine Baseball-Kappe. Mal grinst er zur Zuschauertribüne, mal blättert er gelangweilt in einer Zeitschrift oder pöbelt die Richter an. Eine Uniform trägt er zwar nicht, er macht aber klar: Das Gericht, die „Handlanger der Nato“, wird er nie respektieren und Befehle nimmt er nicht an. Mladic weigert sich, die Mütze abzusetzen oder aufzustehen. Dabei grinst er. Dieser Mann ist sich keiner Schuld bewusst – er ist überzeugt, moralisch richtig und militärisch brillant gehandelt zu haben. Er glaube, wie er selber sagt, an die „gerechte nationale Sache“ und sieht sich als „Beschützer seines Volkes“ vor den „Türken“. So nennt er in zahllosen Dokumenten die zehntausenden Opfer – vertriebene, misshandelte und ermordete Muslime. Nach seinem Geschichtsbild musste er die serbischen Gebiete befreien, die vom Osmanischen Reich kontrolliert worden waren. Mladic wurde erst 16 Jahre nach dem Massaker festgenommen.

Andere Medien, wie das Oberbayrische Volksblatt fragen sich, wie es zur Versöhnung kommen kann, wenn man in Belgrad Souvenirs mit seinem Antlitz kaufen kann.

Quelle: Vesti Online

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