Ärger um Ana Brnabićs gestrigen Besuch in Mostar

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Die serbische Premierministerin besuchte die serbische Gemeinde in Mostar
Foto: Beta/AP

Serbiens Ministerpräsidentin Ana Brnabić war gestern zu Besuch in Mostar. Der Grund für ihre Reise in die Stadt in der bosnisch-kroatischen Föderation war ein recht Simpler. Dennoch musste sie sich im Anschluss massiver Kritik gegenübersehen.

Eigentlich wollte sie nur die serbische Gemeinde in der Stadt besuchen. Denn Serbien unterstützt diese seit Jahren, nicht zuletzt finanziell. So baut die Gemeinde etwa mit Geldern aus unserem Land eine neue orthodoxe Kirche. Auch die dortige Pädagogische Schule mit dem Namen „Prosvetina“ wird vom serbischen Bildungsministerium finanziert.

Wer könnte sich schon daran stören? Natürlich nur jemand, der tief in die komplizierte Gemengelage in Bosnien und Herzegowina verwickelt ist.

Kroatische Seite reagiert hysterisch

So hatte der Vorsitzende der bosnisch-kroatischen Partei „Naša stranka“ behauptet, Zoran Milanović, Brnabić geriere sich als Premierministerin der herzegowinischen Serben. Wenn dem so sei, wäre er der Präsident der Kroaten in BiH.

Der Hintergrund dieser absurden Vorwürfe könnte zudem abwegiger kaum sein. Denn Brnabić hatte lediglich einen Kurzbesuch in Mostar eingeplant. Ein offizielles Treffen mit Regierungsvertretern war hingegen überhaupt nicht vorgesehen.

Die serbische Premierministerin wies die Vorwürfe entschieden zurück:

„So sehe ich das überhaupt nicht. Die Aussage von Milanović war unglaublich. Und unglaublich war es auch, dass darauf überhaupt keine Reaktion erfolgte, etwa von der Europäischen Union. Ich bin die Premierministerin von Serbien und es gibt hier in BiH bereits ein Gegenstück zu meiner Position.“

Sie sei lediglich nach Mostar gekommen, um die Fortschritte der Gemeinde zu sehen. „Wir haben bislang fast zwei Millionen Euro für den Bau der Kirche gespendet. Es bleiben noch etwa eine Million und wir versuchen natürlich, das zu finanzieren“, so Brnabić.

Auch für die Pädagogische Schule hatte sie gute Nachrichten im Gepäck.

„Heute hat das serbische Büro für Informationstechnologie technische Ausrüstung für Laptops, Drucker, Kopierer und Kameras gespendet. Wir haben uns gemeinsam angeschaut, was wir sonst noch tun können. Dies sind zwar alles kleine Dinge, aber sie bewirken viel für die Kinder hier“, erklärte die Premierministerin.

Die Anschuldigungen von bosnisch-kroatischer Seite bezeichnete sie gleichwohl als „Sturm im Wasserglas“. Die Umgehung der offiziellen Institutionen Bosnien und Herzegowinas bei ihrem Kurzbesuch stimmten vollkommen mit sämtlichen vertraglichen Regelungen überein.

War Brnabićs Reise klug geplant oder hätte sie daraus einen richtigen „offiziellen Staatsbesuch“ machen sollen? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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