Afghanische Flüchtlinge erreichen Balkan

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Nordmazedonien will mehr afghanische Flüchtlinge aufnehmen
Foto: Tanjug/Sava Radovanović

Eine erste Gruppe von Flüchtlingen aus Afghanistan ist gestern in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje angekommen. Die 149 Personen sollen dort vorübergehend bleiben, bis sie in andere Länder weiterreisen dürfen. Der nordmazedonische Außenminister Bujar Osmani empfing die Geflüchteten zusammen mit dem stellvertretenden Botschafter der USA.

Anschließend mussten sich sämtliche Flüchtlinge einem Coronatest unterziehen. Dann ging es für sie weiter in umliegende Hotels.

Eine schwangere Frau musste zur Entbindung ins Krankenhaus. Ein anderer Flüchtling brach noch am Flughafen vor Erschöpfung zusammen. Auch er musste stationär medizinisch versorgt werden.

Nordmazedonien hatte sich bereit erklärt, insgesamt 780 Afghanen vorübergehend aufzunehmen.

Auch Albanien will insgesamt 2000 Flüchtlinge aufnehmen. Komplizierter wird es im Fall der sogenannten Republik Kosovo. „Premierminister“ Albin Kurti hatte ebenfalls angekündigt, den fliehenden Menschen Schutz zu bieten. Allerdings verstößt dies gegen die nach wie vor gültige UN-Resolution 1244, nach welcher Kosovo ein integraler Bestandteil Serbiens ist.

Dementsprechend dürfen die Institutionen der Separatisten gar keine Flüchtlingsaufnahme betreiben, ohne dass dies mit Belgrad abgesprochen ist. Es handelt sich anderenfalls um Beihilfe zur illegalen Einreise auf serbisches Territorium.

Da Kurti und seine Helfershelfer jedoch bereits vorgestern 111 von ihnen aufgenommen haben und weiterhin mehr Personen aufnehmen wollen, ist neuer diplomatischer Ärger vorprogrammiert.

Kurtis schmutziges Spiel

Dies passt durchaus in Kurtis verworrenes politisches Konzept. Im Grunde geht es um eine Politik der vollendeten Tatsachen. So lief auch der bisherige „Dialog“ zwischen Belgrad und Priština äußerst schleppend voran, da der kosovarischen Regierung ausschließlich die staatliche Unabhängigkeit von Belgrad fordert. Selbst Albaniens Premier Edi Rama hatte Kurti und seinen Club für diese „Alles oder nichts“-Politik kritisiert, da sie jegliche dauerhaften Fortschritte auf dem Balkan blockiere.

Die afghanischen Flüchtlinge im Kosovo werden somit zu Schachfiguren in Kurtis unseligem Spiel.

Bei den Flüchtlingen handelt es sich um all jene, welche den US-Truppen und ihren Verbündeten über zwanzig Jahre lang in Afghanistan zugearbeitet haben. Diese sogenannten Ortskräfte sollten zusammen mit ihren Angehörigen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul evakuiert werden.

Aufgrund des schnellen Vormarschs der fundamentalistischen Taliban in dem Land, war die westliche Koalition jedoch vollkommen überfordert. Viele der Ortskräfte können praktisch nicht mehr ausreisen. Zudem hatte US-Präsident Biden darauf bestanden, unter allen Umständen bis zum heutigen Stichtag sämtliche Truppen aus dem Land am Hindukusch abzuziehen. Um die verbliebenen Menschen doch noch herauszuholen, verhandeln inzwischen westliche Staaten mit den Taliban.

In Afghanistan besteht für die Zurückgelassenen akute Lebensgefahr. Die USA und ihre Verbündeten haben sich hingegen abermals vor der gesamten Weltöffentlichkeit blamiert.

Wie sollte Belgrad auf Kurtis Flüchtlingspolitik reagieren? Glaubt Ihr, dass ein Teil der Afghanen dauerhaft auf dem Balkan bleiben wird? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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