Ausländische Schwarzarbeit zunehmend verbreitet in Serbien

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Bauarbeiter bei der Arbeit
Foto: Fotodokumentacije „Politike“

Auch der Arbeitsmarkt in Serbien steht in einem kontinuierlichen Wandel. So hat der Anteil ausländischer Arbeitskräfte in den letzten Jahren stetig zugenommen.

Wenig verwunderlich ist dabei, dass sich die inzwischen fast 13.000 Ausländer, die in Serbien einer Beschäftigung nachgehen, vor allem auf die Hauptstadt Belgrad konzentrieren.

Gerade Ausländer aus dem Westen können mit hoher Qualifikation in einer der zahlreichen neuen Firmen und Startups untergekommen. Ihre hervorragenden Gehälter ermöglichen ihnen dann auch einen mehr als gehobenen Lebensstil.

Die meisten Menschen denken jedoch weniger an die insgesamt mehr als 2.500 ausländischen Arbeitskräfte, die vor allem im Baugewerbe zum Einsatz kommen, sowie die große Zahl ausländischer Schwarzarbeiter. Diese stammen aus Ländern wie der Türkei, Nordmakedonien, Pakistan, der Ukraine oder Rumänien.  

Meistens vollbringen sie ungelernte Arbeiten, einfache aber anstrengende körperliche Tätigkeiten für welche man keine Ausbildung braucht. Ihre Löhne sind dementsprechend niedrig. Meistens sind es nur ein paar Euro pro Tag oder eine warme Mahlzeit.

Ausländische Arbeitnehmer sind teils billiger

Wie Goran Rodić, der Vizepräsident der serbischen Handelskammer, sagt, ist dies vor allem auf den Mangel an inländischen Arbeitern zurückzuführen. Davon profitieren letztendlich die Arbeitsmigranten als auch die Arbeitgeber:

„Es zahlt sich auch für die Ausländer aus, weil sie in ihrem Heimatland nicht so viel bekommen können. Die Arbeitgeber wiederum müssen nichts in sie investieren. Trainiere den Arbeiter zwei oder drei Stunden und das war’s. Auf dem serbischen Arbeitsmarkt gibt es einfach nicht genügend inländische Fachkräfte und sogar zu wenig ungelernte Arbeiter. Deshalb stellen vor allem ausländische Firmen auch Ausländer ein.“

Das Gesetz über die Beschäftigung von Ausländern ist relativ einfach. Es sieht vor ,dass der Arbeitgeber den Aufenthalt eines beschäftigten Ausländers bei der Polizei anmelden muss. Auch muss sich der Chef um eine reguläre Arbeitserlaubnis kümmern sowie Steuern und andere Beiträge auf das Gehalt zahlen. Das Problem fängt jedoch da an. Denn die Behörden können sich deshalb längst nicht sicher sein, ob der Arbeitgeber seinem Angestellten überhaupt das Gehalt ausbezahlt.

Gerade auf den Baustellen im Autobahnbau oder beim Wohnungsbau finden sich immer mehr ungelernte Ausländer, die unter äußerst schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Von Subotica und Belgrad über Kopaonik im Süden ist dies ein verbreitetes Problem.

Rodić fordert deshalb vor allem die strikte Einhaltung und Anwendung der Gesetze, verbunden mit strengeren Kontrollen auf den Baustellen.

„Gerade illegale Bautätigkeiten sind eine Quelle für Schwarzarbeit sowie die Verwendung minderwertiger Baumaterialien. Um hier die Lage zu verbessern, sollte der Staat in große Projekte investieren und inländische Firmen als Hauptauftragnehmer auswählen“, schlägt Rodić vor.

Neues Gesetz soll für mehr Sicherheit sorgen

Auch auf gesetzlicher Ebene kann einiges mehr getan werden. So ermöglicht das neue Arbeitsschutzgesetz der Bauaufsicht, im Zweifelsfall die gesamte Baustelle zu schließen, wenn die Inspektoren der Auffassung sind, dass dort das Leben und die Gesundheit der Arbeiter gefährdet sein sollten.

Dem war bisher nicht so. Denn die frühere Praxis sah lediglich vor, dass bei festgestellten Unregelmäßigkeiten bestenfalls einzelne Bereiche und Abschnitte der Baustelle geschlossen wurden. Das betroffene Bauunternehmen konnte dann alle Arbeiten einfach an einem anderen Abschnitt weiterführen lassen.

Aber nicht nur Serbien ist von dieser Praxis betroffen. Weltweit sollen bis zu vierzig Prozent aller Bauarbeiter in der Grauzone zwischen legaler Beschäftigung und Schwarzarbeit tätig sein. Die Nationale Allianz für die Entwicklung der lokalen Wirtschaft (NALED) geht davon aus, dass 17,3 Prozent aller serbischen Bauunternehmen sich am den grauen Arbeitsmarkt bedienen. 11,3 Prozent von ihnen nutzen weiterhin informelle, sprich unangemeldete, Arbeitsleistungen.

Allerdings kann sich NALED nur auf registrierte Unternehmen und Firmen beziehen. Die große Zahl nicht registrierter Unternehmungen befindet sich außerhalb jeglicher Kontrolle.

Wie lässt sich Eurer Meinung nach Schwarzarbeit am besten bekämpfen? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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