Belgrad: Maskierte Personen reissen mitten in der Nacht Lokale und Häuser ab! (Video)

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Ministerpräsident Vučić hat gestern bei einer Pressekonferenz erklärt, dass der Staat nicht hinter den Abrissen im Belgrader Stadtteil Savamala an der Save steht, und dass keine Einzelgruppen die Justiz in eigene Hände nehmen dürfen.
„Das sind Dinge, die nicht passieren dürfen, und man darf Abrisse mitten am Tag durchführen, wenn man alle gesetzlichen Bedingungen erfüllt hat, aber niemand darf das Gesetz in die eigenen Hände nehmen. Das Gesetz wird vom Staat durchgeführt, und nicht von irgendwelchen Gruppen in der Nacht, mit oder ohne Kfz-Kennzeichen an ihren Fahrzeugen. Das darf in unserem Land nicht passieren und dieser Fall wird untersucht“, sagte der Premier.
Er wiederholte, der Staat stehe nicht hinter den Abrissen und derjenige, der das erlaubt habe, sei ein Vollidiot, der zur Verantwortung gezogen werden sollte.
 
Spät am Abend des 24. April, nach den Parlamentswahlen in Serbien, erschien in der Hercegovačka-Straße im Stadtteil Savamala eine Gruppe von Männern mit Sturmhauben und einem Bagger, ohne jegliche Identifikation, und rissen nahezu 1000 m2 Lokale und Häuser ab, die Platz für das Projekt „Belgrade Waterfront“ machen sollen. Sie fesselten den Nachtwächter aus einem der Lokale,wie auch mehrere Passanten und schlossen sie in einer Barracke ein, bis sie mit den Abrissen fertig waren. Wie Augenzeugen und Opfer dieser Tat berichten, wollte die Polizei nicht reagieren und leitete sie alle bei Anrufen an die Kommunalpolizei weiter, welche für die Abrisse zuständig sei. Aus der Kommunalpolizei hieß es jedoch, dass sie nichts damit zu tun habe. Am nächsten Tag hieß es aus der Gemeinde Savski venac, man wisse nicht wer hinter den Abrissen steht und eine identische Erklärung kam auch von der Stadt Belgrad. Bis heute wurde nicht geklärt, wer genau die Männer waren und für wen sie arbeiteten.
 
Der Bürgerbeauftragte Saša Janković untersuchte den Fall und kam zum Schluss, dass die Bürger tatsächlich die Wahrheit sagten, und dass die Polizei nicht entsprechend reagiert hatte. Janković gab bekannt, die Polizei habe Befehle „von ganz oben“ gehabt, jedoch habe man ihm in der Polizei nicht gesagt von wem genau.
Die Frist für den Abriss der Objekte in der Hercegovačka-Straße war der 30. Juni und viele der Objekte durften auch nicht abgerissen werden, weil Teile des Gesamtgrundstücks immer noch Objekt von Gerichtsprozessen sind.
Die Bürgerinitiative „Ne da(vi)mo Beograd“ (Wortspiel: Wir geben Belgrad nicht her/Lasst und Belgrad nicht ersäufen) organisierte am Mittwoch einen Protest in Belgrad wegen der Ereignisse, bei welchem sich tausende von Bürgern versammelten, obwohl Belgrader Medien meldeten, es hätten sich „einige Bürger“ versammelt, im Versuch, die Proteste runterzuspielen.
 
Video vom Protest
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