Besuch von der ISS bei Patriarch Porfirije

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Patriarch Porfirije mit den beiden Kosmonauten
Foto: SPC

Der Patriarch der Serbisch Orthodoxen Kirche, Porfirije, hat gestern recht ungewöhnlichen Besuch empfangen.

Denn gekommen waren zwei waschechte russische Kosmonauten, um dem spirituellen Oberhaupt der Serben ihre Aufwartung zu machen.

Anastasia Stepanova und Sergei Kud-Swertschkow, so die Namen der beiden Weltraumfahrer, unterhielten sich dabei über die großen Fragen des Kosmos und ihre Bedeutung für die Menschheit.

Porfirije zeigte sich dabei nicht nur interessiert an den neuesten naturwissenschaftlichen Kenntnissen aus der Raumfahrt, sondern verband diese auch mit den spirituellen Fragen und Erkenntnissen, wie sie sich jedem von uns im Laufe seines Lebens offenbaren.

Beim Leben auf der internationalen Raumstation ISS, so wie es von seinen Gästen geschildert wurde, fühlte er sich zudem an das Leben hinter Klostermauern erinnert. Gerade die Organisation des Alltags aber auch die Lebensweise der ISS beinhalte viele Parallelen zum Mönchstum.

Eine Reise ins All ist eine spirituelle Erfahrung

„Im spirituellen Leben bemerken wir, wie ein Mensch, je weiter er von anderen Menschen und der Welt entfernt ist, mehr und mehr Liebe für andere empfindet. Er erkennt zudem, wie sehr er andere braucht. Durch die Entdeckung und Kenntnis des Universums kommen wir uns sicherlich ebenso näher“, bemerkte der Patriarch.

Kosmonaut Kud-Swertschkow bestätigte diesen Gedanken und schilderte seine Eindrücke. Er habe seine Weltraumreisen so erlebt, als ob der Mensch, wenn er so weit von unserer Erde entfernt die unendliche Tiefe des Alls spürt, sich unzertrennlich mit der Menschheit verbunden fühle.

Er habe auch entdeckt, dass es auf der Raumstation neben einer guten körperlichen Verfassung und viel technischem Wissen auch eine große geistig-spirituelle Kraft braucht, um eine Weltraummission zum Erfolg bringen zu können.

„So wie die Mönche im Kloster von einer Welt abgewandt sind, so ist es auch bei den Kosmonauten. Beide leben und arbeiten lange Zeit auf knapp bemessenem Raum. Dort können sie nur durch andächtige Stille Frieden und Harmonie in den zwischenmenschlichen Beziehungen bewahren“, befand der Patriarch.

Dies bestätigten auch seine beiden Gäste. Erst während eines solchen Erlebnisses in der Extreme erkenne man die tiefere Bedeutung und den Wert des menschlichen Zusammenseins, so Kud-Swertschkow.

Eine freundliche Begegnung von Theologie und Naturwissenschaft

Der Patriarch schien sichtlich interessiert und begeistert von seinem Besuch und dessen Erzählungen gewesen zu sein. Denn auch ein Kirchenoberhaupt trifft nicht gerade jeden Tag waschechte Kosmonauten. Zum Abschied tauschten der Gastgeber und seine Gäste noch ein paar kleine Erinnerungsstücke aus.

Porfirije hat zudem mit dem Empfang der beiden Kosmonauten auch ein starkes Signal für die Kirche und die Gläubigen gesetzt. Denn abseits vom persönlichen Gespräch zeigte das Zusammentreffen auch, dass die Kirche sich weder den Naturwissenschaften noch der Moderne verschließt. Vielmehr begrüßt sie diese mit offenen Armen und stärkt auf diese Weise den Glauben und die spirituelle Erkenntnis in dieser sich stetig in weiter drehenden Welt.

So kann und wird sie auch weiterhin Antworten auf jene Fragen geben können, die sich für jeden von uns im Angesicht der Unendlichkeit stellen.

Sergei Kud-Swertschkow war noch von Oktober 2020 bis Mitte April 2021 auf der internationalen Raumstation gewesen. Anastasia Stepanova hatte bereits im letzten Jahr Belgrad besucht und dort Vorträge über ihre Erfahrungen im Weltraum gehalten. Sie bereitet sich zudem auf eine potentielle Mars-Mission vor.

Was denkt Ihr über den Besuch der beiden Kosmonauten? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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