Delta-Variante von Corona wird kommen

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Ärzte in Schutzkleidung
Foto: EPA-EFE/A.Č.

Noch ist sie nicht in Serbien angekommen. Aber das wird wohl leider nur eine Frage der Zeit sein. Die Rede ist von der Delta-Variante des Coronavirus. Diese zuerst in Indien festgestellte Mutation von Covid-19 gilt als besonders aggressiver Erreger.

Von Großbritannien, so sie bereits die dominierende Variante des Virus geworden ist, begann sie schon vor Wochen sich langsam aber sich über Europa auszubreiten.

Da die Delta-Variante als weitaus ansteckender gilt, verdrängt sie dadurch andere Corona-Versionen. Experten gehen davon aus, dass bis Ende August 90 Prozent aller Neuinfektionen in der EU durch die Mutation hervorgerufen werden könnten.

Allerdings stößt der Erreger nicht wie im letzten Jahr auf unvorbereitete Gesellschaften. Denn durch die Impfkampagnen und durch staatliche Maßnahmen konnte Corona bereits enorm zurückgedrängt werden.

Allerdings ist die Gefahr damit nicht gebannt. Denn Corona hat gewissermaßen „aufgerüstet“. Zudem sind die europäischen Gesellschaften noch weit davon entfernt, die berühmte Herdenimmunität erreicht zu haben. Dafür mangelt es vielerorts nach wie vor an Impfstoffen.

Impfmüdigkeit verhindert Herden-Immunität

Auch hat sich inzwischen in vielen Ländern Europas eine gewisse Impfmündigkeit eingestellt. Das trifft leider auch auf Serbien zu. Unser Land hatte große Erfolge im Kampf gegen Corona verzeichnet. Die Maßnahmen hierzulande griffen und die Impfzahlen waren europaweit beeindruckend. Lediglich Großbritannien konnte anfangs prozentual mehr Menschen impfen.

Sogar Delegationen aus anderen europäischen Ländern kamen nach Serbien, um sich ein Bild von der serbischen Corona-Politik und ihren Erfolgen zu machen.

Leider, das muss gesagt werden, geht es inzwischen aber auch in Serbien nur noch schleppend voran. Die gefährliche Lungenkrankheit konnte zwar großteils eingedämmt werden. Es lassen sich aber immer weniger Bürgerinnen und Bürger impfen.

Dies könnte schlimme Folgen haben. Denn wenn die Delta-Variante Serbien erreichen sollte, wovon Experten ausgehen, könnte sich die Krankheit erneut ungebremst ausbreiten. Dies bestätigt auch Dr. Tanja Jovanović, ihres Zeichens Mitglied im Krisenstab.

Impfstoffe schützen gut gegen Delta-Variante…

Dabei verfügt Serbien über ein reichhaltiges Angebot an Impfstoffen. Von Biontech über Sinopharm und AstraZeneca bis Sputnik V ist alles vorhanden. Auch zeigt gerade der Biontech-Impfstoff eine gute Wirksamkeit auch gegen die Delta-Variante.

„Wenn wir über die Wirksamkeit der Impfungen gegen die neuen Virus-Varianten sprechen, so können wir sagen, dass alle Impfstoffe immer noch einen wirksamen Schutz bieten, insbesondere vor schweren Fällen, welche einen Krankenhausbehandlung erfordern. Wir haben jedoch große Sorge vor dem Auftreten neuer bedrohlicher Varianten, welche die schützende Immunität effektiver umgehen können.

Nach mathematischen Modellen beträgt der prozentual benötigte Anteil zur kollektiven Immunität bereits jetzt schon 80 Prozent unter der Berücksichtigung der vier neuen Varianten Alpha, Beta, Gamma und Delta“, erklärt Jovanović.

Das heißt nichts anderes, als dass mehr und mehr Leute geimpft werden müssen, wenn mehr und mehr Varianten auftreten. Anderenfalls rückt eine kollektive Herdenimmunität in weite Ferne.

…aber erst nach der zweiten Dosis

Die niedrigeren Impfquoten sind aber nicht das einzige Problem. So mancher hat sich nur eine Impfdosis geben lassen und den Termin für die zweite nicht wahrgenommen. Damit ist der Schutz nur eingeschränkt. Praktische Folge ist, dass das Virus sich besser an die aufgebauten Antikörper anpassen kann. Umso länger die Krankheit in der Bevölkerung grassiere, desto größer sei daher das Risiko von weiteren Mutationen oder Resistenzen.

Auch Dr. Radan Stojanović, Pharmakologe an der Medizinischen Fakultät der Universität Belgrad betont die Wichtigkeit einer vollständigen Impfung.

„Nach zwei Impfdosen von Pfizer oder nach zweien von AstraZeneca besteht nur ein Unterschied von wenigen Prozent beim Schutz gegen die Alpha-Variante von Corona. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass die Wirksamkeit nach nur einer Dosis aber mit etwa 30 Prozent deutlich geringer ist, als nach der zweiten. Im Vergleich zum ursprünglichen Corona-Stamm, dem Wildtypen, beträgt der Schutz nach der ersten Dosis sogar nur 20 Prozent. Deshalb sollten wir noch mehr an die Menschen appellieren, nach der ersten Dosis noch vorsichtiger zu sein, bis sie dann auch die zweite erhalten haben“, sagt Stojanović.

Andere Länder beschließen bereits neue Maßnahmen

Sollte sich die Delta-Variante ausbreiten und die Fallzahlen wieder steigen, könnte dies auch wieder enorme Folgen für den Alltag haben. Deutschland hat bereits die Einreise von Briten bereits untersagt. Auch mussten sich deutsche Touristen nach ihrem Urlaub in Portugal in eine strenge zweiwöchige Quarantäne begeben. Denn auch dort hatte sich die Delta-Variante inzwischen ausgebreitet.

Alarm schlägt inzwischen auch die Regierung im fernen Australien. In Sydney gibt es gar einen neuen Lockdown. Maßnahmen zur Einschränkung des Alltags beschloss die Regierung ebenfalls für weite Teile des Landes.

Dass die Delta-Variante inzwischen auch auf dem Balkan angekommen ist, ist überdies ein Fakt. So breitet sie sich inzwischen in Kroatien aus. Im Landkreis Šibenik-Knin gibt es bereits 19 Fälle. Sechs weitere gibt es derweil in Međumurska sowie einen in Zagreb.

Natürlich sind diese Infektionszahlen nichts im Vergleich zum Horror des letzten Jahres. Man sollte jedoch zusehen, damit sich die Lage nicht wieder so entwickelt wie in 2020.

Dies kann nur mit weiteren Impfungen verhindert werden. Sonst dürfen wir uns alle über neue Einschränkungen, wirtschaftliche Probleme und leider auch Tote oder Langzeitgeschädigte nicht wundern.

Für wie gefährlich haltet Ihr die neue Variante? Glaubt Ihr, dass es neue Einschränkungen geben wird? Und natürlich: Wollt Ihr Euch impfen lassen? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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