Demonstration in Belgrad gegen Coronamaßnahmen

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Demonstration gegen Coronamaßnahmen
Foto: Tanjug

Zur Bekämpfung des Coronavirus hatte die serbische Regierung immer wieder Teilschließungen von Geschäften und Cafés beschlossen. Jetzt gelten die Maßnahmen, inklusive einiger Ausnahmen, auch unter der Woche.

In der Bevölkerung stoßen derlei Beschlüsse hingegen zunehmend auf Unmut und Ablehnung. In Belgrad kam es am Samstag sogar zu einer Demonstration. Die Menschen versammelten sich in der Innenstadt. Um die Stefan-Nemanja-Statue am Hauptbahnhof tanzten sie Kolo.

Die Mitglieder des Krisenstabs zeigen sich derweil entsetzt über die Reaktionen der Bürger auf die Maßnahmen. Prof. Dr. Predrag Kon sagte gegenüber RTS: „Wenn die Bürger bisher nicht verstanden haben, dass wir uns in einer katastrophalen Situation befinden, weiß man nicht mehr, was man noch sagen soll.“

Er fügte hinzu, dass „die Mediziner des Krisenstabs im Namen aller Ärzte sprachlos“ seien.

Angesprochen darauf, was er über die Demonstrationen und den Kolo im Belgrader Stadtzentrum denke, betonte Kon: „Diese Leute verstehen es nicht. Sie sind eingeschüchtert und fühlen sich besser mit Musik. Sie glauben, dass die Verweigerung der Impfungen zu Freiheit führt. Aber sie müssen verstehen, dass die Impfungen der einzige Ausweg aus der gegenwärtigen Situation sind.

Auch sollten bereits geimpfte Bürger sich nicht mehr zusätzlich auf Antigene testen lassen.

„Es besteht dann absolut keine Notwendigkeit für Antigentests. Dies scheint aber in Mode gekommen zu sein. Die Menschen müssen verstehen, dass bereits alles untersucht wurde. Mit dem Sinopharm-Impstoff zum Beispiel haben 78 Prozent der Geimpften Antigene, der Rest nicht. Das heißt aber nicht, dass die anderen nicht geschützt sind.

Nur durch weitere umfangreiche Impfungen werde Serbien aus der Covid-Krise kommen, betonte Kon. Dafür müsste aber mindestens die Hälfte der Bevölkerung geimpft sein. „Wir sind jetzt bei 850.000 Leuten, und somit davon noch weit weg“, so der Epidemiologe.

Auch in Zagreb und Bukarest gingen weiterhin Menschen auf die Straßen, um gegen neuerliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu demonstrieren. Ähnliche Bilder boten sich auch in Schweden, Großbritannien und der Schweiz.

Ein Wust an Maßnahmen

Derweil hat die Regierung Serbiens teils die Maßnahmen verschärft, teils gelockert. So müssen Cafés, Bars, Restaurants und Einkaufszentren fürs Erste geschlossen bleiben. Lebensmittelgeschäfte und Kultureinrichtungen, wie Theater, Kinos, Bibliotheken können hingegen unter bestimmten Bedingungen bis 21 Uhr geöffnet bleiben. Alles Übrige darf bis 20 Uhr Besucher bzw. Kunden empfangen.

Bedingung ist allerdings, dass jeder Besucher neuen Quadratmeter Platz hat. Für Fitnessstudios, Spa-Einrichtungen usw. gilt hingegen eine Mindestvoraussetzung von sechzehn Quadratmetern. Intensive Kontrollen sollen die Einhaltung der Maßnahmen gewährleisten.

Damit scheint das Chaos fürs Erste perfekt. Denn es ist nicht verwunderlich, wenn die Bürger allmählich nicht nur den Überblick über die Maßnahmen als auch den Willen zur Kooperation verlieren. Ob Kontrollen, gerade bei Abstandsregeln in Geschäften, sinnvoll eingehalten werden können, ist zudem mehr als fraglich.

Anscheinend nimmt sich Serbien leider zunehmend Deutschland mit seinem eigenen chaotischen Maßnahmenkatalog zum Vorbild. Zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen.

Wie ist Eure Meinung zu den Demonstrationen und zu den Maßnahmen? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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