Der nächste „Sputnik-Schock“ kommt von Torlak

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Foto: EPA-EFE G.I.

Es gibt gute Nachrichten im Kampf gegen die Coronapandemie in Serbien. Bisher mussten Impfstoffe, gleich ob von Pfizer/Biontech, Sputnik V oder Sinopharm, ins Land gebracht werden.

Dies wird sich nun langsam aber sicher ändern.

Das Torlak-Institut in Belgrad hat mit der Produktion von Sputnik V begonnen. Die Herstellung erster Teststrecken war bereits erfolgreich. Dies teilte der serbische Minister für Technologie und Innovation, Nenad Popović, gestern Abend auf seinem Twitter-Profil mit.

„In Anwesenheit von Experten des russischen Fonds für Direktinvestitionen, Vertretern der russischen Regierung sowie des russischen Pharmaunternehmens Generium wurde die erste Charge an Kontrolldosen des Impfstoffs am Torlak-Institut abgefüllt“, twitterte der Minister.

Die reguläre Produktion ist ab dem 20. Mai vorgesehen.

Tatsächlich könnte durch die Produktion in Serbien eine große Lücke in der Impfstoffversorgung geschlossen werden, nicht nur im Land selbst, sondern auch in der Region.

Bereits in den letzten Monaten hatte Serbien, welches bei der Immunisierung der Bevölkerung gegen Covid-19 in Kontinentaleuropa führend ist, seine Nachbarländer nach Kräften unterstützt. Erwähnt sei nur die Übergabe einer Menge Impfstoff von Pfizer/Biontech durch den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić an Zoran Zaev, den Premier Nordmazedoniens. Allein mit dieser Übergabe konnte das Land in der Folge einen großen Teil des medizinischen Personals der Hauptstadt Skopje versorgen.

Unvergessen ist auch das kostenlose Impfangebot Serbiens an Ausländer, gleich ob aus den Nachbarländern oder von weiter weg, vor nicht allzu langer Zeit.

Impfstoff auch außenpolitisch von enormer Bedeutung

Dass Serbien auch außenpolitisch von der Eigenproduktion von Sputnik V profitieren wird, ist mehr als offensichtlich. Durchaus angebracht ist auch ein Blick in Richtung EU. Dort hat Sputnik V bisher zwar immer noch keine Zulassung, aber die anhaltenden Probleme mit den westlichen Impfstoffen, dürften mit Sicherheit zu einem Umdenken führen.

Erst neulich hatte beispielsweise die US-Regierung eine Verabreichung des Vakzins von Johnson & Johnson gestoppt, da es zu vermehrten Thrombosefällen gekommen war. In Ländern wie Deutschland hatte man hingegen die Lieferung des amerikanischen Impfstoffs bereits eingeplant. Allein der Imageschaden für das Präparat dürfte demnach ähnlich große sein wie bei AstraZeneca. Unabhängig davon wie groß oder klein die mit ihm verbundenen Risiken tatsächlich sind.

Dass es wohl auch politische Gründe bei der Zulassung oder Nichtzulassung von Sputnik V in der EU gibt, scheint in dem Kontext zudem mehr als offensichtlich. Zumal das russische Präparat als wirksamer gilt als jenes von Johnson & Johnson oder von AstraZeneca. Auch sind bisher keinerlei Risiken bei der Verabreichung von Sputnik V bekannt. Die Länder der EU werden also umdenken müssen, sofern sie schnell aus der Coronakrise kommen wollen.

Die Bürgerinnen und Bürger Serbiens werden in jedem Fall alsbald die Möglichkeit haben, das sehr populäre Vakzin aus Russland zu bekommen. Und das auch noch „Made in Serbia“.

Wie schätzt Ihr die Chancen und Möglichkeiten ein, die sich für Serbien und seine Bürger jetzt bieten könnten? Welchen Impfstoff würdet Ihr bevorzugen? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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