Einseitigkeit des Westens im Bosnienkrieg bestätigt

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Sarajewo
Foto: A. Cvetićanin

Eine unabhängige Kommission von Historikern und anderen Wissenschaftlern hat bestätigt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Bündnispartner sich äußerst einseitig während des Krieges in Bosnien und Herzegowina verhalten haben.

In ihrem Abschlussbericht heißt es, laut RTRS aus der Republika Srpska, wörtlich: „Die Vereinigten Staaten und ihre Partner haben den Serben in Bosnien und Herzegowina große Ungerechtigkeit zugeführt und sich damals auf die Seite der Kroaten und Muslime gestellt.“

Serbisches Leid bewusst ignoriert

Die sechsköpfige Kommission hatte in jahrelanger Arbeit eine mehr als tausendseitige Dokumentation zusammengestellt. Dabei konnten die Wissenschaftler auch herausarbeiten, dass die Serben von westlicher Seite ohne stichhaltige Argumente als Mörder, Kriegstreiber und schließlich als Täter eines mutmaßlichen Völkermordes dargestellt wurden.

Das westliche Bündnis habe hingegen das Leiden der Serben während des Krieges marginalisiert und ignoriert. Dementensprechend wurden kroatische und muslimische Kriegsverbrechen verharmlost oder verschwiegen.

Einen der Schwerpunkte der Untersuchung bildete dabei nicht zuletzt der lange Kampf um die Stadt Sarajewo.

Professor Raphael Izraeli, der Vorsitzende der Kommission, betonte, dass die serbisch-orthodoxe Gemeinde der Stadt während des Krieges vollständig zerstört wurde. Tausende von serbischen Opfern des Krieges sowie deren Hinterbliebenen wurde bis heute Gerechtigkeit verweigert.

Ablehnung im Westen

In den westlichen NATO-Staaten hatte es bereits bei der Gründung der Kommission massive Kritik gegeben. So zweifelte man bereits im Jahr 2019 die Unabhängigkeit und Objektivität der involvierten Wissenschaftler an. Auch wurde Izraeli unter anderem vorgeworfen, voreingenommen in Bezug auf den Islam zu sein. Weiterhin habe die Arbeit der Kommission auf Beschluss der Regierung in Banja Luka begonnen.

Selbstredend traf der Abschlussbericht auf Ablehnung bei der kroatischen und moslemsichen Seite. Beide hatten zudem bereits im Vorfeld eine Zusammenarbeit mit den Kommissionsmitgliedern verweigert. Auch vom Hohen Repräsentanten der Vereinten Nationen sowie einer Reihe westlicher Wissenschaftler kam bereits damals massive Kritik an der Gründung der Kommission. Letztere unterstellten der Regierung in Banja Luka Revisionismus und Geschichtsverfälschung.

Wird sich der Westen überhaupt ernsthaft mit dem Bericht befassen? Kommt der „Kampf um die Wahrheit“ überhaupt einmal zu einem Ende? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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