Ermittler vom Fall Belivuk festgenommen

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Die Verhaftung des SBPOK-Inspektors
Foto: MUP

Ermittler des Innenministeriums nahmen gestern das ehemalige Mitglied der Abteilung gegen organisierte Kriminalität (SPBOK) der serbischen Polizei, Božidar Stolić, fest.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zusammen mit dem Slađan Konstantinović, dem Bruder eines Mitgliedes der Mafiaorganisation „Zemun-Clan“, und einem nicht namentlich genannten Mitglied des serbischen Geheimdienstes BIA einen Restaurantbesitzer in Požarevac erpresst zu haben.

Konkret sollen die drei im Zeitraum zwischen dem 17. und dem 22. September mehrfach in dem Restaurant erschienen sein, um den Inhaber unter Druck zu setzen.

Das Opfer sollte sein Lokal zu einem viel niedrigeren als dem marktüblichen Preis verkaufen. Auch die beiden anderen Verdächtigen befinden sich zurzeit in Untersuchungshaft. Da aber keine Fluchtgefahr besteht, können die Behörden sie für 48 Stunden festhalten.

Stolić erlangte Bekanntheit vor allem durch seine Beteiligung an der Verhaftung von Belivuk und Marko Miljković.

Half er Belivuk und der Mafia?

Bereits im Juni kamen bereits erste Indizien auf, dass der Polizeiinspektor im vergangenen Jahr mehrfach mit den Verbrechern rund um den „Kavač-Clan“ in Kontakt gestanden und ihnen auch Informationen aus laufenden Ermittlungen zugespielt habe. Auch vermutet man, dass Stolić dafür Geld erhalten habe. Er wurde daraufhin suspendiert.

Obwohl die Ermittlungen gegen ihn ursprünglich von der Sonderabteilung zur Korruptionsbekämpfung der Oberstaatsanwaltschaft in Belgrad eingeleitet wurden, übertrag man den Fall Stolić anschließend an die Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität. Allein dies zeigt bereits, wie groß die Vorwürfe gegen den inzwischen suspendierten Beamten sind und welche Tragweite diese haben.

Anschließend musste Stolić für zwei Monate in Untersuchungshaft, nachdem ein Richter am 6. August dies angeordnet hatte.

Weitere Bahnen zieht der Fall jedoch vor allem, wenn man sich die anderen jetzt Verhafteten um Stolić anschaut.

Verbindung zu den mutmaßlichen Mördern von Đinđić

Slađan Konstantinović gehört zu einer Gruppe von 44 Mitgliedern des Zemun-Clans, welche mutmaßlich verdächtigt werden, an der Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Đinđić beteiligt gewesen zu sein.

Damals im Jahr 2003 gelang ihm die Flucht ins Ausland. Später nahmen ihn die Behörden in den Niederlanden fest. Nach seiner Auslieferung nach Serbien wurde er jedoch von allen Vorwürfen freigesprochen.

Im Jahr 2013 geriet Konstantinović erneut ins Visier der Behörden. Im Café „Penzija“ im Zentrum von Belgrad hatte er sich mit Vladmir Lukić gestritten. Als der Streit eskalierte, zückte Lukić ein Messer, attackierte Konstantinović und verletzte diesen am Arm. Konstantinović schoss daraufhin mehrfach auf den Angreifer, welcher nicht von ihm ablassen wollte. Lukić starb kurze Zeit später an seinen Schussverletzungen.

Das Berufungsgericht in Belgrad sprach ihn später jedoch vom Vorwurf des Mordes frei. Denn der Schütze konnte glaubhaft machen, dass er aus Notwehr gehandelt hatte. Allerdings wanderte Konstantinović dennoch anschließend ins Gefängnis wegen illegalen Waffenbesitzes.

Nichts zum „dritten Mann“ bekannt

Über den dritten der Verhafteten liegen gegenwärtig keine näheren Informationen vor. So oder so zeigen die bisherigen Indizien und auch die Verhaftungen selbst, welchen Einfluss das organisierte Verbrechen haben kann.

Glaubt Ihr, dass die Hintergründe vollkommen aufgeklärt werden? Was hat es mit dem dritten Mann auf sich? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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