Erste afghanische Flüchtlinge auf dem Balkan angekommen

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In Tirana sind gestern afghanische Flüchtlinge angekommen
Foto: Printscreen

Die albanische Regierung hat bekannt gegeben, dass in der vergangenen Nacht eine erste Gruppe evakuierter Afghanen auf dem Flughafen in Tirana angekommen ist.

Es handelt sich dabei um 171 Menschen, welche vor den Taliban geflohen sind.

Nach ihrer Ankunft mussten sie sich erst einmal einem Coronatest unterziehen. Anschließend teilte man sie auf verschiedene Hotels und Studentenwohnheime auf. Dort registrierten die Behörden die Angekommenen.

Albanien ist eines der ersten Länder, welches seit dem Machtantritt der islamistischen Taliban afghanische Flüchtlinge aufnimmt. Ministerpräsident Edi Rama erklärte, dass sein Land bis zu 4000 Afghanen aufnehmen könne.

Weiterhin sollen diese mindestens ein Jahr in dem kleinen Land an der Adria bleiben können. In dieser Zeit hätten sie die Möglichkeit Visa für andere Staaten zu beantragen. Dabei geht es insbesondere um US-Visa. Denn viele der Geflüchteten hatten als Ortskräfte in Afghanistan für die Amerikaner gearbeitet.

Kurti will Afghanen in den Kosovo bringen lassen

Auch die sogenannte Republik Kosovo unter Albin Kurti hatte angeboten, afghanische Flüchtlinge aufzunehmen. Die „Ministerpräsidentin“ des Kosovo, Vjosa Osmani, hatte in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass die Kosovo-Albaner kollektiv die jetzige Flüchtlingserfahrung der Afghanen aus dem Krieg von 1999 kennen würden.

Dies war auf großen Protest Serbiens gestoßen.

Dabei ging es nicht um die afghanischen Flüchtlinge als solche, sondern um den politischen Vorstoß der Separatisten um Kurti und Osmani. Da der Kosovo kein souveräner Staat ist, kann er auch nicht über ein solches Vorhaben entscheiden. Denn laut Völkerrechtgehört gehört der Kosovo zu Serbien.

Entscheiden sich Kurti und seien Separatistentruppe also für die Aufnahme von ausländischen Flüchtlinge, bedeutet dies nichts anderes, als dass sie illegal Personen einreisen lassen. Aber diese Art von Chuzpe kennt man bereits aus Priština. Zudem stößt Kurti mit dieser Art auch zunehmend in der Region auf Kritik.

Kurti provoziert neue Verwicklungen mit Belgrad

Erst vor wenigen Wochen hatte sogar Albaniens Edi Rama, der sonst nicht müde wird, die kosovarische Unabhängigkeit von Serbien zu betonen, Kurti dafür kritisiert. Damals ging es um die stärkere wirtschaftliche Vernetzung der Balkanstaaten, welche Kurti de facto blockiert, um eine Anerkennung durch Belgrad zu erzwingen..

Man kann daher gespannt sein, ob der Westen auch afghanische Flüchtlinge in den Kosovo bringt. Ohne eine Absprache mit Serbien würde er damit in jedem Fall den gewünschten Dialog zwischen Belgrad und Priština nachhaltig torpedieren.

Neben Albanien und der „Republik Kosovo“ hat sich auch Nordmazedonien bereit erklärt, Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen.

Rama hatte weiterhin mehrfach betont, dass es bei seiner Entscheidung nicht um Glaubensfragen geht, sondern um humanitäre Hilfe von Menschen in Not. Er verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass er selbst katholisch, seine Frau muslimisch und zwei seiner Kinder orthodoxen Glaubens seien.

Wird der Westen afghanische Flüchtlinge in den Kosovo bringen? Oder wird man eine weitere Verkomplizierung des „Dialogs“ lieber vermeiden wollen? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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