Extremisten belagern weiterhin Kloster von Cetinje

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Die Lage am Kloster Cetinje ist angespannt
Foto: D. Milovanović

Die Amtseinführung des Metropoliten von Montenegro, Joanikije, konnte am letzten Wochenende nur mit einem massiven Polizeiaufgebot bewerkstelligt werden.

Aber selbst Tage später hat sich an der Sicherheitslage am Kloster Cetinje nicht viel geändert. Nach wie vor sind Einheiten der montenegrinischen Polizei vor Ort präsent. Noch immer patrouillieren sie um die Klostermauern.

Denn montenegrinische Extremisten geben nicht auf. Zwar bröckelt allmählich ihre Front. Denn immer mehr sehen ja wie sinnlos ihre Demonstrationen und Sprechchöre inzwischen sind. Aber immer wieder droht die Lage aufs Neue zu eskalieren.

Provokationen im Stadtrat von Cetinje

Dazu tragen insbesondere ihre prominenten Unterstützer bei. So etwa Dejana Dizdar. Sie ist niemand Geringeres als die Präsidentin des Stadtrats der Gemeinde Cetinje. Sie hat gar bereits eine Sitzung des Stadtrats für den 14. September anberaumt. Auf dieser darf dann auch eine „Bürgerinitiative“ sprechen. Nämlich jene von Miraš Dedeić. Der Name der Organisation: „Bürgerinitiative zur Rückgabe des Klosters Cetinje an die sogenannte montenegrinische Kirche“. Da gibt es keine weiteren Fragen mehr, wem Dizdar hier eine öffentliche Plattform geben will.

Es sei trotzdem erwähnt, dass es bei der ganzen Angelegenheit von Seiten der Extremisten um nichts anders als Politik geht. Denn das Koster Cetinje war immer schon der Sitz des serbisch-orthodoxen Metropoliten. Eine entsprechende „Rückgabe“, an wen auch immer, ist daher vollkommen absurd. Dafür bräuchte man zudem jemanden, dem das Kloster vorab gehört hätte.

Dennoch ist aber klar, dass die Stadtratssitzung abermals Öl ins Feuer gießen wird. Denn bei diesem abgekarteten Spiel wird es ja nicht um eine faire Debatte gehen. Sollte der Stadtrat zudem auch noch beschließen, sich auf die Seite der „Bürgerinitiative“ zu stellen, wird es ein neues Politikum geben.

Manche schrecken auch vor Gewalt nicht zurück

Gleichzeitig demonstrieren diese sogenannten Bürger immer noch jeden Tag vor dem Kloster. Bestätigt der Stadtrat sie auch noch in ihren Auffassungen, könnte dies auch die Sicherheit des Klosters bedrohen. Von der Sicherheit des Metropoliten ganz zu schweigen.

Einige Leute machen auch keinen großen Hehl daraus, was ihnen so in ihren Köpfen vorschwebt. Zum Metropoliten Joanikije schreibt gar eine anonyme Frau auf Facebook:

„Obwohl er dort thront, wäre es besser für ihn, wenn er aus Cetinje abziehen würde. Seid Euch dessen sicher! Das Kloster wurde bereits zweimal in Brand gesteckt. Das kann auch ein drittes Mal passieren.“

Das muss man sich einmal vorstellen.

Weiterhin konnte die montenegrinische Polizei inzwischen feststellen, dass die Ausschreitungen vom Wochenende vorab organisiert waren. Der Fernsehsender TVCG veröffentlichte ein Video, auf welchem ein junger Mann mit einem Molotow-Cocktail in aller Seelenruh an einem der Organisatoren der Demonstration vorbeigeht. Eine andere Person erklärt ihm dann, wo und wie er den Molotow-Cocktail werfen soll.

Regierung will den alten Kräften niemals nachgeben

Nach dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Montenegros, Dritan Abazović, sprach inzwischen auch Premier Zoran Krivokapić seinen Dank gegenüber den beteiligten Polizisten aus. Diese hätten hervorragende Arbeit geleistet, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen und vor allem die reibungslose Amtseinführung des Metropoliten zu gewährleisten.

Sogar Vertreter des Europäischen Parlaments haben sich inzwischen zu den Vorfällen geäußert. Das Parlament sieht die Ausschreitungen im Zusammenhang mit antieuropäischen politischen Kräften, welche die Achtung der Menschenrechte in Montenegro bedrohen“. Jede Infragestellung der montenegrinischen Nation und ihrer Identität sei vollkommen inakzeptabel. Zudem verurteilten die Abgeordneten „die Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Amtseinführung des Metropoliten der serbisch-orthodoxen Kirche in Cetinje, dem spirituellen und kulturellen Zentrum Montenegros.“

Wenn man dann noch hört, dass bei den Ausschreitungen neben montenegrinischen auch noch kroatische Flaggen zusehen gewesen sein sollen, wird das Bild perfekt.

Abazović erklärte zudem gegenüber der Presse, dass auch das organisierte Verbrechen bei den Ausschreitungen seine Finger mit im Spiel hatte. Deshalb müsse hart durchgegriffen werden.

Wortwörtlich sagte der junge Politiker: „Es steht schlecht um Montenegro, wenn es nur von Nenad Čanak verteidigt werden muss.“ Čanak ist ein bekannter Pazifist aus der Vojvodina.

Letztendlich ginge es um die Sozialisten von Milo Đukanović, welche wieder den Staat übernehmen wollten.

Abazović ergänzte kampfessicher: „Die Dinge sind klar. Dies ist ein Kampf um die Macht.“

Wie ist Eure Meinung zu den Vorkommnissen in Montenegro? Wird die Regierung Krivokapić mit all diesen Problemen fertig werden? Scheibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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