Forderte der gestrige ROSU-Einsatz ein Todesopfer?

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Viele Verlezte bei Kurtis gestrigem Vorgehen in Nord-Kosovo
Foto: Instagram/Printscreen/bunt_kosmet

Zehn verletzte Zivilisten, davon zwei schwer, acht verletzte Mitglieder der Kosovo-Polizei sowie erheblicher Sachschaden ­– Das ist die bisherige Bilanz von Kurtis Attacke auf den Nordteil von Kosovska Mitrovica.

Wahrscheinlich muss die Bilanz jedoch erhöht werden. Denn es sieht so aus, als ob auch eine Frau in Folge des Vorgehens der ROSU-Spezialeinheiten zu Tode gekommen ist.

Die Rede ist von der 71-jährigen Verica Đelić.

Wie ihr Sohn Igor berichtet starb sie unmittelbar nach den grauenhaften Szenen in Kosovska Mitrovica. Sie wurde nicht von einem der zahlreichen Geschosse getroffen oder von Polizisten niedergeknüppelt. Nein, sie starb am Stress sowie an dem massiven Einsatz von Tränengas. Davon ist zumindest ihr Sohn überzeugt.

Zudem hatte Verica Đelić diverse Vorerkrankungen, welche sie zusätzlich belasteten.

Sohn Igor berichtet: „Im Hofe unseres Hauses sah es, gelinde gesagt, aus, wie in Beirat. Selbst auf einer so kleinen Fläche lagen etwa zwanzig Tränengaskartuschen und eine große Anzahl an Blendgranaten. Fünf oder sechs Tränengaskartuschen lagen zudem direkt vor unserer Haustür, wo meine Mutter und mein Vater verzweifelt nach Luft rangen. Ich habe versucht, ihnen mit nassen Handtüchern das Atmen zu erleichtern.

Ich verheimliche nicht, dass meine Mutter bereits vorab erkrankt war. Aber wie konnte sie ausgerechnet dann sterben, als sie keine Luft durch das Tränengas bekam.“

Igor erklärt weiter, dass er die Dinge nicht aus dem Kontext reißen will. Er spricht nicht von Mord oder so etwas. Aber er besteht darauf hinzuweisen, dass es doch ein zu großer Zufall sei, dass eine kranke, aber nicht todkranke Frau bei der ROSU-Aktion erst mit dem Atem rang und dann starb.

„Ich kann nicht sagen, dass sie durch diese Tat einen Mord begangenen haben. Aber es ist sicher, dass sie zu der Verschlechterung ihres Zustands ganz erheblich beitrugen. Bis er schließlich zum Tod führte. Wenn mein Vater nicht unter Übelkeit und Erbrechen gelitten hätte, hätte er sicher gesagt, dass die Aktion nichts damit zu tun gehabt hätte. Aber das Tränengas hat auch ihm geschadet.

Er ist jedoch gesünder. Deshalb hat er das Ganze besser weggesteckt“, betont Igor Đelić.

Man kann nur bewundern, dass der Mann nach dem Tod seiner Mutter die Sachlage noch so ruhig betrachten kann. Auch muss man anerkennen, dass er keine weiteren Hassgefühle fördern will.

Die Serben im Kosovo haben schon so manches Leid ertragen und erdulden müssen. Das darf man nicht vergessen.

Dennoch spricht alles dafür, dass Frau Verica Đelić noch leben würde, wären Kurtis Leute nicht so brutal vorgegangen. Letztendlich ist er verantwortlich für jeden Verletzten, jeden Verwundeten und, anscheinend wie im Falle von Verica Đelić, für jeden Toten.

Wie denkt Ihr über die Haltung des Sohnes? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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