Große Trauer um Kinderärztin von Gračanica

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Profilfoto von Sonja Rakocevic
Foto: Belmedcks.com

In Gračanica wurde am Samstag groß getrauert. Denn an diesem Tag fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Beisetzung von Dr. Sonja Rakočević, einer sehr beliebten Kinderärztin des örtlichen Krankenhauses, statt.

Rakočević war an Weihnachten an ihrer Corona-Erkrankung verstorben. Die Kinderärztin wurde lediglich 47 Jahre alt.

Die Trauerfeier im Kloster von Gračanica wurde von Teodosije, dem Bischof von Raška und Prizren gehalten. Dabei war auch Vater Mihailo, der Abt des Klosters vom Heiligen Erzengel in Prizren.

Živojin Rakočević, der Ehemann der Verstorbenen, ist als Journalist für Politika bekannt und gilt als Chronist des Lebens und Leides der Serben südlich des Ibar. Bei der Beerdigung fand er bewegende Worte:

„Bei Sonja sind heute tausende von Kindern. Ich weiß das, weil sie wie eine Mutter für diese war. Viele Gorani haben mich angerufen. Ich möchte ihnen allen danken. Auch aus Prizren und Štrpce haben sich Leute gemeldet. Sonja war immer für ihre Patienten da.“

Ihr Ehemann sprach bewegende Worte am Grab

Er fand auch Worte zum ungewöhnlichen Lebensweg, den das Paar gemeinsam beschritten hatte:

„Sonja und ich lernten uns auf einer Studentendemonstration in Priština kennen. Priština war der Herzensort unseres Lebens. Geheiratet haben wir vor gepanzerten Militärfahrzeugen in der St.-Nikola-Kirche der Stadt. Es war die erste Hochzeit von Serben nach dem Krieg. Sonja und ich träumten von einem freien Kosovo. Ihr Leid war jener Art, wie nur Kosovo-Serben zu leiden wissen. Und ihr Warten war jener Art, wie nur Kosovo-Serben zu warten wissen.

Ich war mir sicher, dass wir beide einmal wieder die Freiheit begrüßen könnten. Jetzt aber verstehe ich, dass sie in die ewige Freiheit eingegangen ist und dass ich weiter für die irdische Freiheit kämpfen muss. Ich verstehe auch, dass es dies ist, was meine Tochter Simonida, mein Sohn Dimitrije, meine Brüder und meine Kumovi tun müssen, um ein Stückchen Würde und menschliche Freiheit zu erlangen.“

Der Abschied von seiner geliebten Frau war sehr bewegend. Der Witwer erklärte, dass Gott ihm mit seiner Frau ein großes Geschenk gemacht hatte und er dankbar dafür sei. An Weihnachten habe er gesehen, dass er für dieses Geschenk bis in alle Ewigkeit haben werde.

Wir wünschen dem Witwer und seine Familie alles Gute und trauern mit ihm und allen Angehörigen und Freunden der Familie.

Quelle: politika.rs

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