Großer Gehaltscheck: Was verdienen unsere Leute in Deutschland?

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Arbeiten in Deutschland lohnt sich nicht nur finanziell
Foto: YouTube/Vosty120

Deutschland ist nach wie vor eines der beliebtesten Auswanderungsländer der Serben. Viele hoffen. sich dort, fern der Heimat, eine neue und bessere Existenz aufbauen zu können. Die Gründe, welche die Menschen anführen, sind dabei so einfach wie kompliziert. Die meisten hoffen natürlich in Deutschland ein besseres Gehalt zu bekommen, keine Existenzängste mehr zu haben, mehr Geld zur Seite legen und vielleicht auf diese Weise die Familie zuhause unterstützen zu können.

Manch einer ist auch des durchaus stressigen Lebens in Serbien überdrüssig und erhofft sich vom Leben in Deutschland, einen geregelteren Alltag, eine besser funktionierende Verwaltung und bessere Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für sich oder seine Kinder. Auch hoffen viele darauf, im Alter mit einer deutschen Rente in Serbien gut und gerne leben zu können.

Aber wie sieht es denn in der Realität wirklich bei den Gehältern und Einkommen für uns Serben in Deutschland aus? Tatsächlich verdienen ausländische Arbeitskräfte oft schlechter als ihre deutschen Kollegen. Dennoch dürften die dortigen Löhne so mach einen vom Hocker hauen.

Gehälter abhängig von der Qualifikation

Prinzipiell geht es vor allem darum, mit welcher Ausbildung jemand auswandert. Ein Arzt, besonders mit einer Spezialisierung, kann durchaus bei den Deutschen 7.000 Euro bekommen. Nun, ist aber nicht jeder von uns Radiologe oder Neurologe.

Die bestbezahltesten Berufe warten darüber hinaus für Akademiker und Spezialisten in der Industrie, vor allem im IT-Bereich, im Maschinenbau oder im neuen Feld der Biotechnologie. Man denke nur daran, dass die Gründer des Impfstoffentwicklers Biontech aus türkischen Arbeiterfamilien in Deutschland stammen. Heute sind sie mehrfache Milliardäre. Aber das ist natürlich ein Einzelfall.

Aber selbst in den körperlich anstrengenden Berufen gibt es gute Gehälter. Zudem hat Deutschland einen großen Mangel an Arbeitskräften. Gerade im Pflege- und Krankenhausbereich wurden dort über Jahrzehnte zu wenige Leute eingestellt. Aufgrund des demographischen Wandels müssen deutsche Heime und Krankenhäuser daher mehr und mehr ausländische Fachkräfte anwerben. Gute bis sehr gute Sprachkenntnisse sind jedoch in jedem Fall eine Grundvoraussetzung, nicht nur für die eigentliche Arbeit, sondern vorab schon für die Arbeitserlaubnis und das Visum. Auch sind die Zeiten in denen, jeamnd als Ungelernter in Deutschland leicht eine Arbeit finden konnte, mehr oder minder vorbei.

In der Industrie gibt es das meiste Geld, der Gesundheitsbereich braucht die meisten Leute

Einen kleinen Überblick zu den Löhnen und Gehältern zeigt dann auf, womit ein Serbe in Deutschland rechnen kann, hat „Mondo“ zusammengestellt:

Handwerker und Bauarbeiter:

Maurer: 2.900 Euro

Tischler: 2.700 Euro

Fliesenleger: 2.660 Euro

Maler: 2.350 Euro

Im Gesundheitsbereich:

Krankenschwester: 2.600 Euro

Masseur: 2.450 Euro

Altenpfleger: 2.350 Euro

Physiotherapeut: 2.070 Euro

Arzt: 6.600 Euro

In der Industrie:

Produktionsleiter: 4.500 Euro

Elektriker: 3.460 Euro

Elektrotechniker: 3.140 Euro

Schweißer: 3.000 Euro

Autolackierer: 2.560 Euro

Arbeiter in der Produktion: 2.500 Euro

Im Transportwesen:

LKW-Fahrer: 2.400 Euro

Busfahrer: 2.200 Euro

Paketzusteller: 2.100 Euro

Kontorist: 1.900 Euro

In der Gastronomie und Hotellerie:

Hilfskoch: Bis 1.900 Euro

Kellner: 1.800 Euro

Zimmermädchen: 1.800 Euro

Gehälter und Kosten unterscheiden sich regional stark voneinander

Das klingt alles ziemlich verführerisch. Allerdings gilt es einiges bei den Zahlen zu beachten. So sind dies nur ungefähre Verdienstmöglichkeiten. Ob ein deutscher Chef bereit ist, dies zu bezahlen, hängt vom Verhandlungsgeschick und bestehenden Tarifverträgen ab. Zudem gibt es in Deutschland große regionale Unterschiede. Im Osten, auf dem Gebiet der früheren DDR, sind die Gehälter insgesamt niedriger. Im Westen dementsprechend höher. Mit die höchsten Gehälter und Einkommen gibt es zudem in Bayern. Allerdings spielt noch ein anderer Faktor eine Rolle.

Denn man darf nicht vergessen, dass die Lebenshaltungskosten und überhaupt die Alltagskosten andere sind als auf dem Balkan. So klagen auch viele Deutsche inzwischen über die hohen Mieten, hohe Steuern und gestiegene Kosten für Versicherungen und Lebensmitteln. Auch ist das Leben in München und Hamburg natürlich teurer als in Magdeburg, Dresden oder Leipzig.

Unterm Strich bleibt natürlich mehr als genug übrig als bei den genannten Tätigkeiten in Serbien, keine Frage. Aber als Auswanderer sollte man sich vorab gut informieren, was einen erwartet. Ein realistischer Blick auf die Dinge kann vor späteren bösen Überraschungen schützen, wenn man feststellt, dass man zwar für serbische Verhältnisse viel Geld in der Tasche hat, in Deutschland aber jeden Cent dreimal umdrehen muss.

Regel Nr. 1: Alle Faktoren gut miteinander abwägen

Denn mit der Arbeit im Ausland verlagert sich auch zwangsläufig der Lebensmittelpunkt dahin. Die Familie und die Heimat sieht man dann nur in den Urlaubstagen. Viele Auswanderer bleiben gewissermaßen „Wanderer zwischen den Welten“ und kommen weder hier noch da richtig an.

Auch sollte man bedenken, dass die Deutschen eine vielerlei Hinsicht andere Mentalität haben. Während man bei uns gesellig ist, gerne rausgeht und vor allem viel Wert auf Freunde und Familie legt, gelten die Deutschen generell als kühler und distanzierter. Da kann schnell Einsamkeit aufkommen, wenn man außer „Hallo“ und „Auf Wiedersehen“ keinen großen Kontakt zu Arbeitskollegen oder Nachbarn hat.

Dennoch wollen die meisten Auswanderer dauerhaft in Deutschland bleiben, trotz ihrer Verbundenheit mit Serbien. Am Anfang klingt das manchmal noch anders, aber umso mehr Zeit man in einem anderen Land verbringt und sich dort etwas aufbaut, desto mehr schiebt man eine Rückkehr in die Heimat für sich auf.

In Serbien gibt es übrigens mehrere Agenturen, welche sich auf die Entsendung von Fachkräften nach Deutschland spezialisiert haben. Vor allem der medizinische Bereich ist zurzeit groß gefragt. Ein anderer Weg führt natürlich über Kontakte. Wer jemanden kennt, der bereits in Deutschland lebt und arbeitet, kann durch dessen Hilfe und Kontakte viel leichter eine Arbeit finden, als jemand, der Deutschland nur aus dem Fernsehen kennt.

Habt Ihr Erfahrungen mit einem totalen Neubeginn in Deutschland? Fühlt Ihr Euch gut integriert? Schreibt uns Eure Erfahrungen in die Kommentare!

Quelle: mondo.rs

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