Hauptstadt oder Landleben?

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Viele ziehen wegen der Arbeit nach Belgrad
Foto: Mondo/ Stefan Stojanović/Goran Sivački

Viele Serben sind heutzutage in einem Dilemma. Denn einerseits lieben viele das ruhige Landleben in der Natur, andererseits locken gerade die großen Städte, allen voran Belgrad, mit Arbeit, Wohlstand und einem umfangreichen Kulturleben.

Darüber diskutierten jetzt auch serbische User auf der Online-Plattform Reddit. Vor allem ging es um die Frage, ob sich die Einwohner Belgrads privilegiert fühlen würden.

Die Vorteile der Hauptstadt lagen dabei auf der Hand. Neben den bereits genannten ging es auch um die große Auswahl an Bildungseinrichtungen sowie das vielseitige Freizeitangebot in der Metropole.

Allerdings waren sich die Diskussionsteilnehmer auch der Nachteile bewusst. Diese seien die ständigen Menschenmassen, das mangelhafte Nahverkehrssystem, die inzwischen enormen Immobilienpreise sowie die hohe Luftverschmutzung.

Beim Leben auf dem Land kritisierten sie hingegen oft, die langen Transportwege.

So schrieb ein User: „Wenn es um den Alltag geht, ist man auf ein Auto angewiesen. Bis zu einem Laden sind es oft ein paar Kilometer, bis in die Stadt gleich ein paar Dutzend. Und für alle größeren Einkäufe muss einfach in die Stadt. Wenn man Kleidung, Schuhe, Fleisch von normaler Qualität oder gar Technik haben will, braucht man ein Auto und muss 20-30 km in die Stadt fahren.

Wenn man ausgehen will, muss man eine Gruppe von Leuten zusammenstallen, in welcher es einen gibt, der ein Auto hat. Nur darf der dann nicht trinken. Und dann haben bereits die meisten schon keine Lust mehr.

„Das Leben in der Stadt ist einfach unkomplizierter. Wenn man sich zudem die Schulen, Hochschulen, das Angebot an Veranstaltungen und dergleichen in Belgrad anguckt, sieht man, dass die Belgrader einen Vorteil haben. Der ist nicht zuletzt umso größer, wenn sie bei ihrer Familie wohnen und sich so die Miete sparen können“, schrieb einer der Kommentatoren.

Umfrage zeichnet gemischtes Bild

Tatsächlich zeigt eine kleine Online-Umfrage aber eher ein gemischtes Bild. So sehen nur 38,99 Prozent der Teilnehmer es als ein Privileg an, in Serbiens Hauptstadt zu wohnen. Sie finden, dass sich die Vor- und Nachteile in Belgrad die Waage halten. 31,45 Prozent würden niemals in die Großstadt ziehen und bevorzugen das ruhige Leben in einem kleinen Ort.

Lediglich 31,45 Prozent sprechen sich ganz klar für ein Leben in der Hauptstadt aus. Ihrer Meinung nach gibt es nichts Besseres in Serbien.

12,58 Prozent geben weiterhin an, dass es ihnen zwar in Belgrad gefällt, sie sich aber für ihre Kinder ein anderes Umfeld wünschen.

So sagt denn auch ein offensichtlich aus Belgrad stammender Reddit-User: „Man hat dort absolut keinen Vorteil. Ich bin in Belgrad geboren und würde, ehrlich gesagt, lieber in einer kleineren Stadt wohnen. Der einzige Vorteil, den Belgrad hat, ist, dass man hier bessere Aussichten auf einen Job hat. In letzter Zeit ist Belgrad total überfüllt. Es gibt zu viele Leute. Alles ist voll und die Menschen sind sehr angespannt und nervös.“

Ob der allgemeine Trend in die Hauptstadt zu ziehen tatsächlich von Dauer sein wird, muss sich erst noch zeigen. So gibt es bereits in anderen Ländern das Phänomen, dass wieder etliche Großstädter in kleinere Orte ziehen, um dem Großstadtdschungel zu entfliehen. Denn durch die Digitalisierung können viele auch von weiter entfernten Orten arbeiten, ohne jeden Tag im Stau stehen zu müssen.

Jetzt ist Eure Meinung gefragt. Zieht es Euch auch in die Hauptstadt oder bevorzugt Ihr das Leben auf dem Land? Oder ist nicht bereits der Mittelweg, das Leben in einer kleineren Stadt, bereits ein guter Kompromiss? Schreibt es uns in die Kommentare.

Foto: Mondo/ Stefan Stojanović/Goran Sivački

Quelle: mondo.rs

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