Heute Abend kommt Stefan Nemanja zu neuen Ehren

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Neues Denkmal vor Belgrader Bahnhof
Foto: Grad Beograd

Heute Abend findet in Belgrad die Einweihung der Statue von Stefan Nemanja statt.

Das gewaltige Denkmal ist bei den Einwohnern der Hauptstadt schon seit Monaten Gesprächsstoff Nummer Eins.

Manche sind stolz auf das monumentale Werk des russischen Bildhauers Alexander Rukavishnikov, andere stören sich an seiner schieren Größe oder bezeichnen es als Kitsch. Der Künstler selbst entwirft und baut bereits seit Sowjetzeiten monumentale Großplastiken aus Bronze.

Um einen Eindruck von der neuen Statue auf dem Save-Platz, direkt vor dem Belgrader Hauptbahnhof, zu erhalten, lohnt es sich einen Blick auf die nackten Zahlen zu werfen. Das Denkmal ist 23,5 Meter hoch. Hinzu kommen noch weitere fünf Meter unter der Erdoberfläche, um für ausreichend Stabilität zu sorgen.

Die gesamte Installation wiegt sage und schreibe 80 Tonnen. 58 Tonnen Bronze sollen für die Statue verbaut worden sein. Der im Sockelteil vorgesehene Besucherraum bietet Platz für fünfzig Menschen. Über die Baukosten wird nur gemunkelt.

Mit Schwert statt Kreuz

Die Ausmaße sind so gewaltig, dass die Statue in Einzelteilen zerlegt von ihrem russischen Entstehungsort bei Moskau nach Belgrad transportiert werden musste.

Dass das Denkmal Stefan Nemanjas sein jetziges Aussehen erhielt, ist das Resultat einer öffentlichen Ausschreibung. Angeblich involvierte sich Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sogar persönlich in die Auswahl.

Vom Siegerentwurf unterscheidet sich die Statue letztendlich nur in einem Detail. Im ursprünglichen Entwurf sollte Stefan Nemanja ein Kreuz in der Hand halten. Dieses wurde später durch ein Schwert ersetzt, was sicherlich Anlass zu vielseitigen Interpretationen gibt.

Einer der größten Herrscher Serbiens

Stefan Nemanja lebte von 1109 bis 1199 war einer der bekanntesten Herrscher des mittelalterlichen serbischen Reiches von Raška und der Begründer der großen Dynastie der Nemanjići.

Während seiner Herrschaft ließ er viele Kirchen und Klöster bauen und gilt, neben seinem Sohn Sava, als Vater der serbisch-orthodoxen Kirche. Diese verehrt ihn bis heute als Heiligen Simeon, den Myrrhe-Träger. Später verbrachte er seine letzten Lebensjahre als Mönch auf dem Berg Athos.

Die Feier zur Einweihung des Denkmals wird heute Abend um 20 Uhr stattfinden. Neben zahlreichen Prominenten werden auch Präsident Aleksandar Vučić und hochrangige Mitglieder der serbischen Regierung dabei sein.

Wie gefällt Euch die Statue? Brauchte Belgrad ein solch gewaltiges Denkmal oder will man lediglich mit der ebenfalls gewaltigen Statue von Alexander dem Großen in Skopje konkurrieren? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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