Heute feiern die orthodoxen Gläubigen Kristovdan

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Heute feiert die serbisch-orthodoxe Kirche Kristovdan
Foto: SPC

Heute ist der Tag der Erhöhung des Kreuzes, auf Serbisch Kristovdan.

Er ist einer der höchsten Feiertage der serbisch-orthodoxen Kirche. Denn an diesem Tag, so besagt es die christliche Überlieferung, fand die heilige Jelena, das wahre Kreuz Christi wieder.

Dabei soll es sich um genaue jenes Kreuz gehandelt haben, an welchem Jesus von Nazareth einst den Kreuzestod starb.

Die heilige Jelena, mit vollem römischen Namen Flavia Iulia Helena, war niemand Geringeres als die Mutter des Kaisers Konstantin des Großen und lebte von 248/250 n.Chr. bis 330 n.Chr.

Angeblich stammte sie aus sehr einfachen Verhältnissen und führte eine Beziehung mit dem römischen Offizier Constantius, dem späteren Vater Konstantins.

Als Konstantin 306 n.Chr. von seinen Truppen zum Kaiser des Römischen Reiches ausgerufen wurde, holte er sie an seinen Hof. Jelena ließ sich dann alsbald taufen.

Im Alter von 76 Jahren beschloss sie nach Palästina zu reisen. Denn ihr Ziel war es kostbare Reliquien für die Kirche zu finden.

Auf Golgatha waren drei Kreuze

An der Kreuzigungsstätte Golgatha, unweit von Jerusalem, wurde sie schließlich fündig. Sie fand das wahre Kreuz Christi. Angeblich hatten die Römer an der Stelle, an welcher einst der Herr sein irdisches Leben gelassen hatte, einen Venustempel errichtet. Jelena ließ ihn abtragen und an jenem Ort graben, bis das Fundstück gefunden war. Dies alles geschah der Überlieferung nach im Jahr 325.

Tatsächlich aber gruben Jelenas Diener drei Kreuze aus, neben jenem Christi auch das des Dismas und des Gestas, jenen beiden Verbrechern, welche die Römer mit Jesus gekreuzigt hatten. Aber welches war nun das Richtige?

Man musste sich mit einem Trick behelfen. Denn die kirchlichen Legenden berichten weiterhin, dass das Kreuz über wundertätige Eigenschaften verfügte. Angeblich konnte es Tote wieder zum Leben erwecken und Kranke heilen.

Und so soll der bei der Ausgrabung anwesende Patriarch Makarije vorgeschlagen haben, einen Leichnam auf die drei Kreuze zu legen. Beim ersten geschah nichts. Und auch beim zweiten geschah nichts. Beim dritten aber erwachte der Tote wie aus einem Schlaf. Da wussten die Anwesenden, dass dies das wahre Kreuz Christi war.

Aufteilung, Zersplitterung und Verlust

Jelena ließ es nach Jerusalem bringen. Einige Stücke nahm sie jedoch mit sich nach Konstantinopel.

Die größten Teile verblieben jedoch in Palästina fast dreihundert Jahre lang.

Aber im Jahr 614 eroberten die Sassaniden die heilige Stadt. Das Kreuz nahmen sie an sich, so dass es erst vierzehn Jahre später wieder vom byzantinischen Kaiser Herakleios zurückgebracht werden konnte. Jedoch blieb es dort abermals nicht lange.

Denn 638 n. Chr. eroberten die Muslime Jerusalem. Bis zur Rückeroberung der Stadt durch die Kreuzritter im Jahr 1099 galt es dann als verloren.

Als die Muslime wieder Jerusalem im Jahr 1187 einnahmen, ging die Reliquie abermals verloren. Und dieses Mal endgültig.

So groß der Verlust auch war, so sehr gab es jedoch auch Glück im Unglück. Denn jene Teile, welche schon von Jelena abtransportiert worden waren, hatte man im Laufe der Jahrhunderte in immer kleinere Teile aufgeteilt. Dadurch gab es eine Fülle von Kreuzesreliquien. Die meisten davon lagerten in Konstantinopel.

Als dann während des Vierten Kreuzzuges die Stadt in die Hände westeuropäischer Ritter fiel, gelangten in der Folgezeit etliche dieser Kreuzessplitter auch nach Westeuropa.

Die serbisch-orthodoxe Kirche gedenkt am heutigen Tag beiden Auffindungen des Kreuzes. Einmal jener durch die heilige Jelena selbst und einmal der Rückholung des Kreuzes durch Kaiser Herakleios aus dem Sassanidenreich.

Obwohl der heutige Tag ein fröhlicher und schöner Tag ist, sollten Gläubige fasten, besonders am Morgen. Wer kann, sollte auch eine der zahlreichen Messen am Kristovdan aufsuchen. Wer zudem heute Slava feiert, möge froh und ausgelassen den Tag begehen und sich seinen Liebsten widmen.

Wie verbringt Ihr den heutigen Tag? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: magazin.novosti.rs

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