Heute gedenken wir dem heiligen Alexandar Nevski

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Der heilige Aleksandar Nevski
Foto: Wikipedia

Heute gedenkt die serbisch-orthodoxe Kirche eines großen slawischen Heiligen. Es geht um den russischen Nationalhelden Aleksandar Nevski.

Aber wie kommt es, dass ein russischer Kämpfer und Krieger einen Tag im orthodoxen Kalender bekam?

Ganz einfach. Denn Aleksandar Nevski hat sich wie nur wenige um den orthodoxen Glauben verdient gemacht.

Geboren wurde er um das Jahr 1220 in der Stadt Pereslavlj-Zaleski als Sohn des Prinzen Jaroslaw Vsevolodović und seiner Frau Fedosia Igorevna. Mit 16 Jahren erlangte er den Titel des Fürsten von Nowgorod und konnte zudem in den nächsten Jahrzehnten zum Großfürsten von Kiew und Wladimir aufsteigen.

Während dieser ganzen Zeit blieb er jedoch der Goldenen Horde tributpflichtig. Die Golde Horde, damit war das mongolische Khanat gemeint, welches sich in jener Zeit über weite Teile Osteuropas bis nach Sibirien erstreckte.

Er beschützte die Orthodoxie gegen äußere und innere Feinde

Den Beinamen Nevski erhielt der junge Aleksandar kaum zwanzigjährig im Kampf. Denn es gelang ihm, das expandierende schwedische Königreich an den Grenzen seines Fürstentums zu stoppen. Da die Entscheidungsschlacht am Fluss Neva stattfand, verlieh man ihm diesen Namenszusatz.

Aber Aleksandar hatte die Rechnung ohne die einflussreichen Bojaren, den alten russischen Adel gemacht. Diese zwangen ihn 1240, sein geliebtes Novgorod zu verlassen, da es ihnen selbst nach der Macht im Fürstentum gierte.

Aber die Stunde des Schicksals sollte bald kommen. Denn noch im selben Jahr überfielen deutsche Ordensritter die russischen Lande. Keiner vermochte ihnen Widerstand zu leisten. Und so riefen die Novgoroder nach ihrem früheren Helden, welcher sie schon einmal vor einer fremden Macht beschützt hatte.

Die Handelsstadt Pskow war den Deutschen bereits in die Hände gefallen. Es war nur eine Frage der Zeit bis auch Nowgorod die Waffen würde strecken müssen.

Aleksandar gelang es jedoch durch Mut und geschickte Taktik, die einfallenden Feinde am 5. April 1242 in der Schlacht auf dem zugefrorenen Peipussee vernichtend zu schlagen.

Der junge Herrscher konnte dann im Triumph in seine Heimatstadt einziehen. Aber das Glück währte nicht lange. Denn schon vier Jahre später ereilte ihn das nächste Unglück. Sein Vater Jaroslaw fiel einem Giftanschlag zum Opfer und anstelle Aleksandars gelangte sein Onkel Svjatoslav III. an die Macht. Abermals im Exil setzte Aleksandar im Bund mit seinem Bruder Andrei alles daran, den verhassten Verwandten vom Thron zu stürzen.

Im Zwangsbündnis mit der Goldenen Horde

Dabei kam ihm die enge Umklammerung Novgorods durch die Goldene Horde zugute. Denn am Hof des Khans schmiedete er seine Umsturzpläne. Zwei Jahre später, im Jahr 1246, war es schließlich soweit. Der Khan, mit Namen Batu der Prächtige, entzog Svjatoslav seine Unterstützung. Der Weg war frei für Aleksandars Herrschaft.

In der folgenden Zeit stabilisierte sich Aleksandars Herrschaft im Inneren und Äußeren. Aber damit waren die Ziele seines Bruders, mit welchem er sich die Macht teilte, bei weitem nicht getan. Denn Andrei hatte sich die Aufgabe auferlegt, die russischen Gebiete für immer von der mongolischen Fremdherrschaft zu befreien.

Als diese Pläne bekannt wurden, beschlossen die Mongolen nur noch Aleksandar als Großfürsten anzuerkennen. Andrei hingegen verstießen sie von der Macht. Da dieser aber bereits ein Heer aufgestellt hatte, bahnte sich eine ungeheure Tragik an. Aleksandar musste seinem Verbündeten Batu in den Kampf gegen seinen eigenen Bruder folgen.

Der Khan ließ jedoch später Gnade walten. Als sich Andrei seinem Bruder ergab, gewährte der Mongole ihm jedoch die Erlaubnis nach Nowgorod zurückzukehren und verschonte sein Leben.

Aleksandar hatte die Zeichen der Zeit richtig erkannt und wusste, dass ein Aufstand gegen die Mongolen zu seinen Lebzeiten sinnlos war. Vielmehr erreichte er es, durch geschickte Diplomatie Novgorod unter seiner Kontrolle und somit in gewisser Unabhängigkeit zu halten. Diese Auffassung teilte auch die russisch-orthodoxe Kirche, nicht zuletzt weil Andrei Kontakte zum Papst von Rom gepflegt hatte. Die Mongolen hingegen mischten sich nicht in kirchliche Belange ein.

1262 brach Aleksandar Nevski abermals zu einer Reise an den Hof der Goldenen Horde auf. Der Grund für diese Reise bestand in einer Reihe von Aufständen, welche sich in seinem Reich ausbreiteten, da die Mongolen eine rigide Steuer eingeführt hatten. Aleksandar wollte auf den inzwischen neuen Khan Berke beschwichtigend einwirken. Doch dieser hielt nicht viel von Verständigung. Erst ein Jahr später durfte Nevski wieder zurück an seinen Hof ziehen. Schwer erkrankt und von den Strapazen seines Lebens erschöpft verstarb Aleksandar Nevski schließlich am 14. November 1263 als Mönch in Gorodez unweit von Novgorod.

In Russland ist er ein Nationalheld

Die russischen Gläubigen und die Kirche dankten ihm aber seinen heldenhaften Mut und Einsatz, welcher stets der Freiheit seiner Brüder im Glauben diente. Bereits kurz nach seinem Tod verfassten Gelehrte eine erste Heldenchronik über sein Leben. Und 1547 sprach die russisch-orthodoxe Kirche ihn schließlich heilig.

Etliche Kirchen in Russland und außerhalb tragen seitdem seinen Namen.

Aber auch auf andere Art und Weise ist Aleksandar Nevski unsterblich geworden. So schuf der bekannte sowjetische Regisseur Sergei Eisenstein ein bildgewaltiges Werk über die Schlacht gegen die Deutschen Ordensritter. Der russische Komponist Sergei Prokofjev komponierte ihm gar eine Kantate, welche für den Film genutzt wurde. Im Jahr 2008 wählten die Russen in einer Fernsehumfrage Aleksandar Nevski gar zum größten Russen aller Zeiten.

Auch in Serbien gedenkt man seiner

Als Verteidiger des orthodoxen Glaubens wird der russische Held und Heilige auch in Serbien verehrt.

König Aleksandar betrachtete ihn gar als einen persönlichen Schutzheiligen und ließ ihm zu Ehren in den 1930er Jahren im Belgrader Stadtteil Dorćol eine wunderschöne Kirche errichten.

Bei uns ist sein Feiertag zudem auch als Lesendrovdan bekannt. Zwar haben nur wenige Serben am heutigen Tag Slava, aber der Volksglaube verlangt, dass alle die heute Gäste empfangen, diesen vor ihrer Haustür einen ordentlichen Schnaps anbieten müssen. Sein Hauptfeiertag ist derweil erst am 6. Dezember.

Feiert jemand von Euch vielleicht heute Slava? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: sr.wikipedia.org

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