Heute ist der Tag der Maria Magdalena

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Ikone von Maria Magdalena
Foto: Novosti

Am heutigen Tag feiern die Gläubigen der serbisch-orthodoxen Kirche Blaga Marija, auf Deutsch Maria der Mildtätigen, oder besser bekannt als den Tag der Maria Magdalena.

Der Tag nimmt nicht Bezug auf die Maria die Mutter Gottes, sondern auf Maria Magdalena. Diese war Anhängern Christi, begleitete ihn und seine Apostel und war zudem Zeugin der Auferstehung.

Über die historische Person Maria Magdalenas ist leider nur wenig bekannt. Dennoch gilt es unter Historikern als sicher, dass es sich bei ihr nicht um eine legendenhafte Gestalt, sondern um eine reale Person handelte. Als Quellen zu ihrem Leben bleiben daher nur die Textpassagen in den Evangelien.

Laut Lukas und Markus war sie von Dämonen besessen. Jesus soll ihr insgesamt sieben ausgetrieben haben. Daraufhin beschloss sie, sich ihm anzuschließen. Auch war sie später bei seiner Kreuzigung zugegen, half nach seinem Tod bei seiner Beerdigung und entdeckte am Ostermorgen das leere Grab Christi.

Mehr noch. Am Grab selbst sah sie zwei Engel sitzen und als sie sich umsah, erschien ihr der Auferstandene. Dieser trug ihr auf, seinen Jüngern von seiner Auferstehungsbotschaft zu berichten.

Wesrntlich mehr ist aus den vier Evangelien selber nicht über sie bekannt. Dafür taucht sie noch in einigen anderen frühchristlichen Schriften auf, etwa dem sogenannten Philippusevangelium, einer Spruchsammlung aus dem 2. Jahrhundert, sowie im apokryphen, also nicht in der Bibel enthaltenen, Thomasevangelium aus dem 4. Jahrhundert.

Nach weiterer christlicher Überlieferung soll sie nach Jesu Tod nach Rom gezogen sein und Anklage gegen Pontius Pilatus eingelegt haben, da dieser Jesus unschuldige zum Tode verurteilt habe. Pilatus soll, so will es die Erzählung, seiner Ämter enthoben und nach Westeuropa verbannt worden sein. Später ging Maria Magdalena nach Ephesus im damaligen Kleinasien, wo sie schließlich Jahre später verstarb.

Dass Maria Magdalena vor ihrer Begegnung eine Prostituierte war, wie man oft hört, stützt sich ebenfalls nicht auf originale Bibeltexte. Vielmehr wurde sie von Papst Gregor I. im Jahr 591 mit der bei Lukas genannten Sünderin gleichgesetzt, welche in der Bibel selbst namenlos blieb. Aus der „Sünderin“ leitete man später ab, dass es sich um eine Prostituierte gehandelt haben soll.

Ein besonderer Tag für die Frauen

Für gläubige Serben ist der heutige Tag ein ganz besonderer, vor allem für die Frauen. Obwohl der Tag im orthodoxen Kirchenkalender nicht rot vermerkt ist, soll an diesem weder auf dem Feld noch zuhause gearbeitet werden, genauso wie am Tag der im Volksmund als „feurige Marija“ bekannten Margareta von Antiochia oder am Karfreitag.

Frauen, die heute in die Kirche gehen und zu ihr beten, soll sie weiterhin einen Wunsch erfüllen. Nach serbischem Volksglauben ist Maria Magdalena übrigens die Schwester des heiligen Ilija. Ihr heutiger Feiertag ist zudem auch der Feiertag der Diözese Budva-Nikšić und vieler weiter orthodoxer Einrichtungen.

Zu erwähnen wäre noch, dass Marias Name Magdalena nicht einfach nur ein Zweitname ist. Vielmehr gibt er Rückschluss auf ihren Heimatort, nämlich den Ort Magdala. Dieser besteht bis heute. Lediglich sein Name hat sich im Laufe der Jahrtausende leicht gewandelt, so dass er heute Migdal heißt. Die kleine Ortschaft liegt direkt am Westufer des Sees Genezareth, an welchem sich viele Begebenheiten des neuen Testaments zutrugen. Auch dies deutet daraufhin, dass die historische Person vieles mit der biblischen gemeinsam hatte.

Was macht Ihr am heutigen Tag? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: magazin.novosti.rs

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