Heute ist Trnova Petka, der „Frauentag“!

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Die heilige Paraskeva
Foto: Wikipedia/Asia

Heute feiert die serbisch-orthodoxe Kirche den Tag der heiligen Großmärtyrerin Paraskeva, besser bekannt als Trnova Petka.

Paraskeva wurde um 117 n.Chr. in eine wohlhabende griechische Familie geboren. Ihr Geburtsort war zudem Rom, das Zentrum des römischen Weltreiches und der damals bekannten Welt.

Sie kam also aus recht privilegierten Verhältnissen. Ihre beiden Eltern, ihr Vater Agathon und ihre Mutter Politeia, liebten ihre Tochter sehr, hatten sie doch jahrelang versucht, ein Kind zu bekommen. Paraskeva begann schon früh mit dem Studium der Bibel. Ihr Wunsch war es ein keusches Leben zu führen. Deshalb lehnte sie auch alle Werbungsversuche ab, die sie bekam. Denn die Legende besagt, dass sie nicht klug, sondern auch sehr schön gewesen sein soll.

Als sie zwanzig Jahre alt war, starben ihre Eltern und Paraskeva verfügte nun über ein großes Vermögen. Sie verzichtete aber darauf, verkaufte alles und gab den Großteil des verdienten Geldes den Armen der Stadt. Einen weiteren Teil spendete sie einer kleinen christlichen Gemeinschaft in Rom, welche mit diesem Geld ein Haus für Jungfrauen und Witwen unterhielt, welche ihre Leben ganz Jesus Christus gewidmet hatten. Es handelte sich also um eine Vorform des heutigen Klosters.

Nach ihrem dreißigsten Geburtstag entschied sich Paraskeva als Predigerin in die Welt hinauszuziehen. Dies war kein einfaches Unterfangen, zumal für eine Frau zur damaligen Zeit. Zudem wurden die Christen von den Römern auf brutalste Weise verfolgt.

Sie hatte aber Glück und kehrte unversehrt heim. Da aber geschah das Unheil. Zurück in Rom wurde sie denunziert uns sollte vor dem Kaiser ihrem Glauben abschwören. Sie weigerte sich und wurde daraufhin zum Tode verurteilt.

Kaiser Antoninus Pius ließ sie foltern

Als Todesstrafe hatte sich Kaiser Antoninus Pius etwas ganz Perfides überlegt. Ein auf der Innenseite mit Nägeln beschlagener Helm sollte ihr auf das Haupt gesetzt werden. Der Helm war zudem glühend heiß.

Aber Paraskeva widerstand unbeugsam diesen Qualen. Sie war nicht einmal verletzt.

Am nächsten Tag hatte man sich eine neue Foltermethode für sei überlegt. An ihren Haaren aufgehängt wollten ihre Henker sie mit glühenden Eisen drangsalieren. Aber auch dieses Mal überstand sie die Folter, ohne dass sie irgendeine Verletzung erlitten hatte.

Da sie immer noch nicht ihrem Glauben abschwor, ließ der Kaiser sie am dritten Tag in einen Kessel mit kochendem Öl und Pech werfen. Wieder geschah ihr nichts. Der römische Herrscher dachte daher, dass sie vielleicht mit Zauberei den Kessel kühl halten würde. Paraskeva bot ihm daher an, dass er es testen könne, nahm etwas von der kochenden Flüssigkeit in ihre Hände und schleuderte diese dem Kaiser ins Gesicht. Dieser erlitt dadurch schwerste Verbrennungen und erblindete daraufhin.

Er schrie um Gnade und Barmherzigkeit, aber Paraskeva erwiderte, dass nur Gott selbst ihm diese gewähren könne. Als sie gesprochen hatte, heilten augenblicklich seine Augen.

Davon war der Herrscher so beeindruckt, dass er bis zu seinem Tod sämtliche Christenverfolgungen einstellen ließ.

Paraskeva sollte jedoch unter seinem Nachfolger ihr Schicksal erfüllen. Sie zog alsbald wieder in die Welt hinaus, um zu predigen und den Menschen das Wort Gottes nahe zu bringen.

Jahre später war Antoninus Pius gestorben. Sein Nachfolger, Mark Aurel, hatte jedoch abermals mit der Verfolgung der Christen begonnen. Als sie sich weigerte einmal, den alten Göttern ein Opfer darzubringen, warf man sie in eine Schlangengrube. Aber die giftigen Reptilien rührten sie nicht an.  

Man ließ sie daraufhin fürs Erste gewähren.

In Griechenland fand sie schließlich Tod und Erlösung

Irgendwann erreichte sie Griechenland, das Heimatland ihrer Eltern. Hier herrschte der grausame Statthalter Tarasius. Dieser ließ sie abermals in siedendes Öl werfen. Und wieder geschah nichts.

Aber Tarasius wollte nicht von ihr ablassen. Denn er glaubte, dass Paraskeva nichts weiter als eine Hexe sei. Er ließ sie auspeitschen. Aber gleich, wie heftig seine Soldaten sie auch misshandelten, es geschah ihr nichts. Daraufhin ließ er sie ins Gefängnis werfen. Um ihre Qualen noch zu erhöhen, nagelte man sie an ihre Ketten und beschwerte ihre Brust mit einem schweren Stein. Doch in der Nacht wurde sie von Engeln befreit und ihre Wunden geheilt.

Tarasius ließ sie am nächsten Morgen zum Apollontempel führen. Hier erhoffte er sich, dass sie endlich ihrem Gott abschwören würde. Doch als sich Paraskeva im Tempel bekreuzigte war ein lautes Dröhnen vom Himmel zu hören und augenblicklich zerbrachen alle Statuen im Tempel.

Die Priester des Apollon standen unter Schock. Aber als sie wieder zur Besinnung kamen, forderten sie Tarasius auf, Paraskeva auf der Stelle zu töten. Sie wurde vor Gericht gestellt und verurteilt. Zur Hinrichtung brachte man sie an einen Platz außerhalb der Stadt. Paraskeva bat darum, ein letztes Mal zu beten. Dann beugte sie ihren Kopf nach vorne und Tarasius Soldaten enthaupteten sie auf der Stelle. Dies war irgendwann in den Jahren zwischen 160 und 170 n.Chr.

Der heutige Tag ist ein Tag für die Frauen

Später brachte man ihre Gebeine nach Trnovo in Bulgarien, wo sie verehrt wurden. In byzantinischer Zeit kamen sie dann einige Jahrhunderte später nach Konstantinopel gebracht.

Paraskeva von Rom gilt aufgrund der wundersamen Heilung des Antoninus Pius, als Schutzheilige der Blinden. Oft wird sie daher auch mit einem Paar Augen in einer Schale dargestellt. Andre Ikonen zeigen sie mit ihrem Kopf in den Händen oder in einem Ölkessel stehend. Ihr heutiger Feiertag gilt insbesondere als ein Tag der Frauen. Viele Serbinnen fasten sieben Tage lag im Voraus, um am heutigen Tag das Abendmahl zu empfangen.

Auch sollen sie heute weder kochen, Wäsche waschen noch andere Arbeiten verrichten. Traditionell tragen die Mädchen heute neue Kleider und Kränze im Haar.

Übrigens verwechseln viele die heilige Paraskeva Trnova mit ihrer Namensschwester, der heiligen Paraskeva von Iaşi. Letztere hat aber ihren Feiertag im Oktober.

Kanntet Ihr Paraskevas Legende? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: rts.rs

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