Heute vor 17 Jahren: Das März-Pogrom im Kosovo

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Albaner zersört serbische Kirche
Foto: Printscreen

Heute vor 17 Jahren begann eines der traurigsten Kapitel in der serbischen Geschichte. Am 17. März 2004 begannen die Pogrome in Kosovo und Metochien, in deren Folge fast 50.000 Albaner versuchten, die nach dem Krieg verbliebenen Serben zu vertreiben und alles Serbische zu zerstören.

Ein rasender Mob zündete Häuser an, zerstörte Kirchen und Klöster und schreckte auch vor der Schändung von Friedhöfen nicht zurück.

Im Erzengel-Kloster bei Prizren etwa gingen etliche kostbare Bücher der Klosterbibliothek in Flammen auf. Die KFOR rettete zwar die Mönche, kümmerte sich aber nicht darum das serbische Kulturgut vor dem blinden Hass und der Zerstörungswut zu retten. Was übrig blieb, war Asche.

Der Mob, der das jahrhundertealte Kloster in Brand setzte, kam aus Prizren. Augenzeugen berichteten später, dass diese Vandalen einen gut vorbereiteten und organisierten Eindruck machten. Den Stacheldraht, der den Klostereingang vor Eindringlingen seit dem Krieg schützen sollte, stellte für sie kein Hindernis dar.

Die KFOR tat nichts

Auch im Ausland zeigte man sich über die Verfolgung der Serben und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen erschüttert. Mehr aber noch wog dort das große Versagen der KFOR. Die deutsche Zeitschrift „Der Spiegel“ schrieb, die deutschen Soldaten hätten sich wie Kaninchen in ihren Bau verkrochen, anstatt den notleidenden Serben zu Hilfe zu kommen.

Denn sie waren für die Sicherheit in Prizren zuständig, taten aber nichts, um weder die serbischen Häuser in der Stadt, das theologische Seminar noch die Menschen zu schützen.

Sie boten den Flüchtenden und um Hilfe Schreienden lediglich Unterschlupf in ihrer Basis, zumindest jenen, die es überhaupt bis dahin schafften.

Dasselbe wiederholte sich auch an vielen anderen Orten in Kosovo und Metochien. Gleich ob in Kosovo Polje, Gnjilane, Lipljan, Štimlje, Obilić, im Süden von Kosovoska Mitrovica, in Priština oder in anderen Orten der Provinz, überall wiederholte sich das grausame Schauspiel.

Es ging darum, nicht nur die Menschen zu vertreiben, sondern auch ihre Spiritualität und ihre Verbundenheit mit der kosovarischen Erde für immer zu vernichten.

Erschütternde Schicksale

Die Einzelschicksale sind immer besonders erschütternd, sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich diese am 17.März und in den folgenden Tagen vieltausendmal wiederholten. So etwa die Professorin Mitra Reljić, die nicht fliehen wollte, sondern an der Universität von Priština ihrem Ende entgegen sah. Gelassen wartete sie, wurde aber, Gott sei Dank, von einigen KFOR-Soldaten rechtzeitig weggebracht. Ihr Zuhause sah sie aber nie mehr wieder.

Toma Milosacljević aus Lipljan stand vor seinem eigenen Haus, als der Mob kam. Als die aufgebrachte Menge Feuer legte, schloss er sich ihnen an. Dadurch hielten die Brandstifter ihn für einen der ihren, so konnte er überleben. Als der Mob schließlich abgezogen war, versuchte er, das Feuer in seinem eigenen Haus zu löschen und zu retten, was zu retten war.

Am Ende brannte jedoch auch sein Besitz bis auf die Grundmauern nieder.

Das März-Pogrom stellte eines der größten und systematischsten Verbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Vor den Augen von knapp 40.000 Soldaten und Polizisten wurden eine jahrhundertealte Kultur und auch das Leben der Serben von Kosovo und Metochien ausgelöscht.

Es gab nichts, was nicht betroffen war. Architektur, Freskenmalerei, Bibliotheken, Friedhöfe, Häuser und Wohnungen, Schulen, alles vernichteten die Täter. Schlimmer noch wogen die Menschenleben, welche durch den Lynchmob grausam beendet wurden.

Selbst die Roma wurden Opfer

Aber auch andere ethnische Gruppen im Kosovo teilten das Schicksal der Serben. Ein US-amerikanischer Beamter, Ursachenforschung vor Ort betrieb, stellte irritiert fest: „Es ist mir nicht ganz klar, warum die Aškali-Siedlung bei Vučitrin so zerstört wurde.“

Die Antwort, welche er erhielt, spricht Bände. „Sir, die Geschichte hier ist etwas kompliziert. Sie scheinen nicht ganz mit der Zeit vertraut zu sein, als die Aškali-Minderheit den Kosovo regierte“, sagte man ihm. Es war eine Zeit des absoluten Terrors durch die Aškali-Polizei, die Armee und die Verwaltung. Die Sprache der Aškali war die einzige offizielle hier. Die Albaner haben enorm unter der Unterdrückung gelitten.“ Was soll man dem noch hinzufügen?

Die US-Amerikaner, generell nicht sonderlich für ihr Interesse an anderen Ländern und Kulturen interessiert, wenn es nicht um Öl und Macht geht, hatten im allgemeinen Chaos übersehen, dass die unglücklichen Aškali, eine Albanisch sprechende Roma-Gruppe darstellten. Auch ihr Eigentum wurde bis auf den letzten Stein vernichtet.

Die serbische Bevölkerung von Vučitrn verlor alles, selbst ihre Ahnen auf den Friedhöfen. Der Priester Bogomir Stević fand später auf dem Friedhof der Stadt nur noch geschändete Gräber vor. Selbst die Knochen der Verstorbenen waren aus ihren Ruhestätten geholt und auf dem Friedhofsgelände verstreut worden.

Insgesamt wurden unmittelbar durch die Pogrome 4.000 Serben vertrieben. 39 Kirchen und Klöster wurden entweiht und zerstört. Etwa 800 Häuser und Wohnungen vernichtete der wütende Mob.

Tote, Verletzte, Vertriebene

Diejenigen, die sich retten konnten, verschanzten sich bei anderen Serben, einigen gelang es Unterschlupf bei der KFOR zu finden, manche konnten sich sogar zu gutherzigen albanischen Nachbarn retten und so dem Mob entgehen. Für viele gab es jedoch keine Rettung.

Am 17. März endeten die Leben von Jana Tučev und Borivoje Spasojević aus Kosovska Mitrovica, Dobrivoje Stolić und dessen Sohn Borko aus Štrpce, Dragan Nedeljković aus Prizren, Boban Perić und Jugoslav Savić aus Kosovsko Pomoravlje, von Nenad Vesić aus Lipljan durch Mord.

An Zynismus kaum zu überbieten, war es daher auch, dass die Vereinten Nationen und die westlichen Staaten, danach beschlossen, den Separatismus der Albaner zu unterstützen und sich für die Herauslösung des Kosovo aus Serbien stark zu machen. Die NATO und in deren Gefolge die Vereinten Nationen hatten bewiesen, dass sie die albanische Gewalt sogar noch belohnten.

Wir gedenken heute der Toten und all jenen die ihre Heimat verloren haben. Auch gedenken wir der kulturellen Wiege der Serben, die uns auf so grausame Weise gestohlen wurde. Erinnern sollten wir uns zudem all jener stillen Helden, die die Verfolgten bei sich aufnahmen, selbstlos Leben retteten und sich dem Mob entgegenstellten. Ihre Taten waren wie helle Funken inmitten der Dunkelheit.

Wie erinnert Ihr Euch an diese dunklen Tage? Schreib es uns in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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