Heute vor 80 Jahren bombardierten die Deutschen Belgrad

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Zerstörung in Belgrad
Foto: Archivbild

Auch acht Jahrzehnte nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Jugoslawien ist die Erinnerung an diesen verbrecherischen Akt fest im kollektiven Gedächtnis der Serben verankert. Denn insbesondere die Bombardierung Belgrads am 6. April 1941, welche den Beginn des Krieges gegen Jugoslawien darstellte, gilt bis heute als Auftakt und Sinnbild dieser ruchlosen Tat.

Der Angriff auf die serbische und jugoslawische Hauptstadt fand in den frühen Morgenstunden statt. In mehreren Wellen griffen die Deutschen an und legten über die Hälfte der Stadt in Schutt und Asche.

Eine formelle Kriegserklärung hatte es nie gegeben. Die Attacke kam ohne jegliche Vorwarnung. Schlimmer noch: Belgrad war zuvor zur „offenen Stadt“ erklärt worden. Nach Kriegsrecht bedeutete dies nichts weiter, als dass eine solche Stadt unverteidigt sei und dementsprechend nicht beschossen werden durfte.

Aber Hitler sah in seiner perversen Logik den Angriff als Vergeltungsmaßnahme. Denn die jugoslawische Führung hatte zwei Wochen zuvor einen Beitritt zum Dreimächtepakt von Japan, Italien und dem Deutschen Reich unterschrieben.

Ein Putsch jugoslawischer Offiziere gegen die Regierung von Premier Dragiša Cvetković, die Flucht von Prinzregent Pavle und die Inthronisierung des erst 17-jährigen Petar II. machten jedoch die deutschen Pläne mit dem neuen Bündnispartner zunichte. Demonstrationen in Belgrad zeigten zudem deutlich, dass auch die Bevölkerung nicht bereit war, einen profaschistischen Kurs Jugoslawiens zu unterstützen.

Hitler, welcher bereits eingewilligt hatte, seinem italienischen Verbündeten bei seinem praktisch fehlgeschlagenen Griechenland-Abenteuer zu helfen, befahl daraufhin den Angriff. In seiner Weisung Nr. 25 gab er die Order aus, Jugoslawien „militärisch und als Staatsgebilde zu zerschlagen“.

Dem blitzartigen Feldzug eines technisch hochgerüsteten Gegners hatte die jugoslawische Armee nicht viel entgegenzusetzen. Bereits am 17. April musste das Land kapitulieren. Der junge König floh mit einigen Anhängern nach London. Dort bildete man sofort die jugoslawische Exilregierung.

Es folgte ein Krieg im Kriege

Deutschland und seine Verbündeten teilten das Land unter sich auf. Der sogenannte Unabhängige Staat Kroatien, ein von den Deutschen abhängiger Marionettenstaat, wurde von kroatischen Faschisten gegründet.

Jugoslawien sollte auch in den nächsten Jahren Schauplatz blutiger Kämpfe und Völkermorde sein. Während die kroatischen Ustaše vor allem Serben und Juden systematisch ermordeten, begangen die Deutschen mit ihren Verbündeten unsagbare Verbrechen an der Zivilbevölkerung.

Parallel zum Widerstand gegen die Besatzer tobte zudem ein Bürgerkrieg innerhalb des Krieges. Denn der jugoslawische Widerstand war bereits in einen kommunistischen und einen monarchistischen zerfallen.

Ein Krieg aller gegen alle war die Folge.

Der deutsche Einmarsch beförderte somit im Kern bereits jene Ereignisse, welche das zweite Jugoslawien in den 1990er Jahren heimsuchen sollten. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Bombardierung Belgrads.

Gedenken an die Opfer und Verteidiger der Stadt

Im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten am heutigen Datum wird die Ministerin für Arbeit, Beschäftigung, Veteranen und soziale Angelegenheiten, Darija Kisić-Tepavčević, die Kranzniederlegung in der Allee der Opfer der Bombardierung vom 6.April auf dem Neuen Friedhof in Belgrad übernehmen. Kisić-Tepavčević ist, neben ihrer Funktion als Ministerin, auch Vorsitzende des Komitees zur Förderung der Traditionen der Befreiungskriege Serbiens.

Auch die Ministerin für Kultur und Information, Maja Gojković, sowie der Leiter der serbischen Nationalbibliothek, Vladimir Pištalo, werden sich heute um 11 Uhr auf dem Gelände des bei der Bombardierung zerstörten Gebäudes der Nationalbibliothek einfinden, um der Kranzniederlegung beizuwohnen.

Um 12 Uhr wird weiterhin eine Abordnung des Verteidigungsministeriums unter Leitung von Minister Nebojša Stefanović Kränze am Denkmal für die bei der Verteidigung Belgrads gefallenen Piloten und Kämpfer niederlegen.

Auch am Platz der Republik wird heute der Toten und Opfer gedacht. Dort findet heute eine Ausstellung zu den Opfern und Helden des russischen und serbischen Volkes im Zweiten Weltkrieg statt. Eine Abordnung der russischen Botschaft wird, zusammen mit Vertretern der Stadtverwaltung Belgrads, ihre Aufwartung auf dem Neuen Friedhof machen.

Ein entsprechender Gedenkgottesdienst ist bereits heute Morgen abgehalten worden.

In der Allee der Opfer der Bombardierung vom 6.April sind insgesamt 1.992 Menschen bestattet. Von ihnen gelten 631 als sicher identifiziert. 909 Männer, 393 Frauen und 59 Kinder ruhen jedoch bis heute namenlos in der geweihten Erde.

Auch wir gedenken heute den Opfern des deutschen Angriffs und all jenen, die in den Folgejahren litten und starben.

Wie seht Ihr die Verbindung zwischen dem deutschen Balkankrieg und den Kriegen der 1990er Jahre? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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