Heute wählt die serbisch-orthodoxe Kirche einen neuen Patriarchen

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serbisch-orthodoxe Bischöfe
Foto: MONDO/Stefan Stojanović

Heute entscheidet sich, wer der neue Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche wird. Dieser wird dann der 46. in Folge sein.

Von den 47 aktiven und pensionierten Bischöfen, die an der Wahl teilnehmen werden, erfüllen 31 die Kriterien, um dieses höchste Amt zu bekleiden.

Die Wahlversammlung beginnt heute um 12 Uhr in der Krypta des Sveti-Sava-Tempels in Vračar. Der Bischof von Srem, Vasilije, wird dabei die Leitung übernehmen. Dies hat einen recht einfachen Hintergrund. Denn die Kirchenregeln besagen, dass der älteste und erfahrenste Bischof die Wahlleitung übernehmen muss.

Auch die Kriterien für die Kandidaten sind klar geregelt. So muss jeder Bischof, der sich zur Wahl stellt, mehr als fünf Jahre Diözesandienst hinter sich haben. Deshalb können auch 12 Bischöfe dieses Mal nicht selbst gewählt werden.

Der Stellvertreter für die vakante Position des Patriarchen, Metropolit Chrysostomous, erklärte bereits im Vorfeld, dass das neue Kirchenoberhaupt wahrscheinlich schon heute bekannt sein werde, obwohl die gesamte Wahlprozedur theoretisch mehrere Tage dauern könne.

Favoriten für das Amt des Patriarchen sind vor allem der Bischof von Bačka, Irinej Bulović, der Bischof von Budva-Nikšić, Joanikije, und der Metropolit von Zagreb-Ljubljana, Porfirije. Aber auch dem Bischof von Raška und Prizren, Teodosije sowie Chrysostomus von Dabro-Bosnien werden gute Chancen eingeräumt. Vergessen werden sollte auch nicht Grigorije, der Bischof von Düsseldorf. Dieser setzt sich bereits seit geraumer Zeit stark für seine Wahl ein.

Obwohl der Wahlort des neuen Kirchenoberhaupts geändert wurde, findet seine Inthronisierung unverändert im Patriarchat von Peć statt.

Die Wahl erfolgt in mehreren Schritten

Das Abstimmungsverfahren ist derweil recht kompliziert und beruht auf uralten Traditionen.

Grundsätzlich findet die Wahl des neuen Patriarch im Geheimen statt. Die Abstimmungen werden derweil solange wiederholt, bis drei Kandidaten eine erforderliche Mindestanzahl an Stimmen haben.

Anschließend kommen ihre Namen in drei Umschläge. Diese werden dann im Anschluss versiegelt und in der Heilige Schrift verwahrt, welche während der ganzen Zeit auf dem Kirchenaltar ruht.

Ein zuvor ausgewählter Geistlicher, normalerweise ein bekannter Mönch, betet im Anschluss zum Heiligen Geist und zieht dann einen der drei Umschläge aus der Heiligen Schrift heraus.

Der Umschlag wird dann dem Leiter der Wahlversammlung übergeben, welcher ihn dann öffnet und den Namen des neuen Patriarchen laut verliest.

Die Entscheidung, wer die oberste Leitung der serbisch-orthodoxen Kirche übernehmen wird, entscheiden somit sowohl die Wahl als auch das Los.

Vater Matej kommt dieses Mal entscheidende Rolle zu

Wie die Belgrader Medien bereits berichten, fällt die Rolle des Geistlichen dieses Mal Vater Matej aus dem Kloster Sisojevac zu. Er wird es dann sein, der einen der Umschläge ziehen und somit das Schicksal der serbisch-orthodoxen Kirche für die kommenden Jahre prägen wird.

Wem rechnet Ihr die größten Chancen zu? Glaubt Ihr, dass der neue Patriarch ein Modernisierer oder ein Konservativer sein wird? Schreib uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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