Jetzt muss man zu Fuß in den Kosovo

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Kosovarische Sondereinheiten an der adminstrativen Grenze
Foto: Beta/AP

Es ist bedrückend, zeugt aber auch vom Widerstandsgeist der Serben. Denn seitdem die Separatisten im Kosovo unsere Bürger an den administrativen Grenzübergangen dazu zwingen wollen, vorübergehende Kennzeichen der „Republik Kosovo“ zu verwenden, wissen sich diese selbst zu helfen.

Denn solange die Albaner nicht einlenken, stoppen serbische Reisebusse einfach kurz vor der administrativen Grenze. Dann heißt es „Alle austeigen!“. Anschließend setzt sich der Tross aus Reisenden zu Fuß in Bewegung. 800 Meter müssen zu zurückgelegt werden, vorbei an den grimmigen Spezialkräften der Separatisten. Diese können jedoch nichts dagegen tun.

Vielmehr scheinen sie überrascht zu sein. Denn mit dieser zwar improvisierten aber kreativen Lösung haben sie offensichtlich nicht gerechnet. Aber es bleibt die Angst. Gestern hatten die „Sicherheitskräfte“ Tränengas eingesetzt, als Serben mit LKWs und anderen Fahrzeugen die Straße blockiert hatten.

Nach 800m warten bereits die Reisebusse für die Weiterfahrt. Diese tragen noch die Kennzeichen und damit die Hoheitszeichen Serbiens. Prištinas unverschämte Übergriffe finden ja nur an den administrativen Grenzposten statt.

Wenn die Reisenden alle wieder in den Bussen eingestiegen sind, geht es dann weiter. Nach Kosovska Mitrovica oder in eine der zahlreichen Enklaven im Süden. Dort leistet man bereits seit Jahren und Jahrzehnten Widerstand. Die Menschen sind Einschränkungen und Entbehrungen gewohnt.

Dennoch sind sie geblieben. Denn dies ist ihr Land.

Ein kurzer Fußweg ist da nur eine weitere der vielen großen und kleinen Ausnahmefälle, mit welchen sich die Menschen auseinandersetzen müssen. Allein die Frage ist, was passiert mit den Alten und Kranken? Zumal es auch allmählich kälter wird. Denn spätestens dann werden die 800m zur Tortur werden.

Serben decken sich mit Lebensmitteln ein

Auch ist es derzeit noch ungeklärt, welche nächsten Schritte Priština plant. Wer weiß, wann und wie die Separatisten auch im Kosovo unsere Bürger dazu zwingen werden, etwa die statusneutralen KS-Kennzeichen durch solche der „Republik Kosovo“ zu ersetzen. Ganz zu schweigen mit jenen von Serbien ausgestellten, welche es bis heute im Norden des Kosovo gibt.

Probleme gibt es bereits mit der Versorgung unserer Leute. Denn durch die Maßnahmen Prištinas fährt zurzeit auch praktisch kein LKW über die administrative Grenze. In Kosovska Mitrovica deckten sich die Leute bereits mit Öl, Mehl und anderen notwenigen Dingen des täglichen Bedarfs ein.

Derweil hat sich jetzt auch Ivica Dačić, der Parlamentspräsident Serbiens zu Wort gemeldet.

Er mache sich große Sorgen über die im Kosovo lebenden Serben. Mit großer Wahrscheinlichkeit werde Priština mit solchen Aktionen fortfahren wollen.

Er hoffe sehr, dass die KFOR ihren Verpflichtungen gemäß der UN-Resolution 1244 nachkommt. Die jetzige Situation könne sehr leicht eskalieren.

„Wir warnen sie öffentlich, dass Serbien die ethnische Säuberung der Serben aus Kosovo und Metochien nicht zulassen wird. Es wird sich nicht wiederholen, was Kroatien einst in der Republika Srpska Krajina tat. Dies alles ist eine Provokation, nicht nur mit der Gefahr einer regionalen Krise, sondern einer neuen Weltkrise“, so Dačić im Interview.

Eine Lösung könne jedoch nicht durch Gewalttaten, sondern nur am Verhandlungstisch erfolgen.

Dačić fordert klare Positionierung von der EU

„Die zentrale Frage ist hier, und ich glaube nicht, dass Priština von sich aus einlenken wird, wie sich die internationale Gemeinschaft zu diesem Thema positioniert oder ob sie sich wegdreht und jemanden ermutigt, solche Aktionen zu machen. Um es ganz klar zu sagen: ich bin absolut dagegen, jedweden Dialog zu unterbrechen. Serbien darf dies nicht tun, aber Serbien muss die EU auch ganz klar fragen, ob es hinter dem Brüsseler Abkommen steht“, so Dačić.

Weiterhin sagte er, dass es vollkommen unverständlich sei, dass so viele Jahre nach der Unterzeichnung des Brüsseler Abkommens nur Serbien dieses respektiere. Serbien war stets ein konstruktiver Faktor in der Auseinandersetzung. Dies könne man von der EU nicht sagen.

„Es geht ihnen darum, die Anwendung des Brüsseler Abkommens langfristig zu untergraben. Die Garantin dieser Vereinbarung war damals Catherine Ashton. Es sei daran erinnert, dass etwa die Entscheidung zur Aufstellung einer Kosovo-Armee im vollkommenen Widerspruch zur UN-Resolution 1244 steht.

Heute sind die kosovarischen Behörden ohne Ankündigung in den Norden Kosovos und Metochiens einmarschiert. Das ist ein direkter Verstoß gegen alle Vereinbarungen. Ganz zu schweigen von den Gebühren, die bereits großen Schaden angerichtet haben. Die eigentliche Frage ist also, ob die EU das Brüsseler Abkommen für aktuell hält oder nicht“, so Dačić.

Es sei auch vollkommen inakzeptabel, dass die EU in ihren Stellungnahmen nicht eindeutig Position beziehe, sondern lediglich allgemeine Floskeln verwende, wie etwa dass sie „beide Seiten zur Beruhigung der Situation auffordert“.

„Diese Weigerung zu sagen, wer gegen das Brüsseler Abkommen verstößt, führt dazu, dass Priština es nicht ernst nimmt. In Priština untergrub man oft die Rolle der Vereinten Nationen. Sie wollten dort ständig ihre sogenannte Eigenstaatlichkeit zum Ausdruck bringen, indem sie ihre eigenen Nummernschilder herausgaben, drohten, serbische Personaldokumente nicht anzuerkennen usw.“, so Dačić.

Was denkt Ihr über Dačićs Aussagen? Glaubt Ihr, dass Priština am Ende ihre Aktionen an der administrativen Grenze beenden wird? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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