Kommt der serbische Jack the Ripper bald frei?

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Der Serienmörder Marinko Magda vor Gericht
Foto: Novosti

Jeder kennt Jack the Ripper, den Serienmörder, der im London des 19. Jahrhunderts einige grauenhafte Morde beging. Kaum jemand weiß aber noch, dass auch Serbien einst einen solchen Fall hatte. Die Rede ist von Marinko Magda, einem der blutrünstigsten Mörder, welche je in unserem Land ihre Taten vollbrachten. Im Gegensatz zum originalen Jack wurde Magda jedoch verhaftet.

Doch jetzt steht möglicherweise bald seine Freilassung an.

Marinko Magdas Taten liegen schon einige Dekaden zurück. Im Dezember 1993 fand die Polizei die Leichen der Familie Maravić in ihrem Haus im kleinen Ort Crvenka. Sowohl der Vater, die Mutter als auch die beiden minderjährigen Söhne waren aufs Brutalste umgebracht worden. Anfangs tappten die Behörden im Dunkeln. Es sah nach einem mehrfachen Raubmord aus. Aber der oder die Täter blieben vorerst unbekannt.

Die Mordserie setzte sich ungebrochen fort

Doch noch während die Ermittlungen liefen, mussten die Polizisten sich um einen neuen Tatort kümmern. In Palić hatte es nur wenigen Wochen nach dem ersten Leichenfund einen weiteren Doppelmord gegeben. Das Ehepaar Josip und Verica Agatić waren ebenfalls bei sich zuhause getötet worden. Und auch dies sollte noch lange nicht das Ende sein.

Denn abermals, dieses Mal nur wenige Tage später, gab es wieder ein Blutbad. In Subotica fand man die Familie Petrić tot in ihrem Haus. Direkt am Eingang des kleinen Häuschens lag der tote Körper des Sohnes. In einem Nebenzimmer fanden die Beamten die Leiche der Mutter. Und im Schlafzimmer lagen die sterblichen Überreste des Vaters.

Wieder sah es nach einem Raubmord aus. Das Haus war eindeutig durchsucht worden. Allerdings erschien es merkwürdig, dass sämtliche Opfer weder wohlhabend waren, noch sonst irgendwelche größeren Vermögenswerte zuhause gehabt hatten.

Die Spurensicherung kam zudem schnell zu der Überzeugung, dass alle mit derselben Waffe getötet worden waren.

Der Erfolgsdruck auf die Beamten war enorm

Allerdings fanden die Beamten beim Mord an der Familie Petrić aber auch Hinweise auf den oder die Täter. Ganz in der Nähe des Flohmarkts in Subotica, nicht weit vom Haus der Familie entfernt, stand ein Lastwagen. In diesem befanden sich Masken, Handschellen und andere Dinge, welche eindeutig mit den Morden in Zusammenhang gebracht werden konnten.

In Subotica waren die Menschen derweil in Unruhe. Die Luft brannte geradezu vor Nervosität und Anspannung. Denn jeder fürchtete, dass das Morden weitergehen könnte, noch bevor die Polizei irgendeinen Verdächtigen festnehmen würde. Die Beamten standen unter einem enormen Erfolgsdruck.

Massenweise wurden Leute verhört und Indizien nachgegangen. Tatsächlich führten die Ermittlungen bald zu einem ersten Verdächtigen. Einer war geständig. Allerdings handelte es sich bei ihm nicht um den eigentlichen Mörder, sondern um einen Komplizen.

Aber nach seinem Verhör stand auch dessen Name fest. Es handelte sich um Marinko Magda, einen ehemaligen Angehörigen von Željko Ražnatović Arkans berüchtigter „Tiger-Einheit“. Zudem blickte Magda auf eine Dienstzeit bei der französischen Fremdenlegion zurück.

Das Morden ging in Ungarn weiter

Doch der Täter war geflüchtet. Auch die Mordserie setzte sich fort. Dieses Mal jedoch auf der anderen Seite der Grenze, in Ungarn.

Am 13. Januar 1994 fanden die Beamten die Leichen der Familie von Balint Nagy, einem Konditor aus dem ungarischen Szeged. Er, seine Frau und seine beiden zehn- und sechzehnjährigen Kinder fanden wie auch die anderen Opfer zuhause den Tod.

Die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen den serbischen und den ungarischen Behörden brachte aber auch noch andere Morde ans Licht. So etwa den Doppelmord am Ehepaar Antal und Rozalija Horvat aus dem ungarischen Ort Kecskemét. Oder den des kroatischen Staatsbürgers Dragutin Kujundžić. Sie starben alle am 20. Dezember 1993.

Auch die Tatwaffe war anscheinend bei allen Morden dieselbe. Es handelte sich um eine Pistole, wie sie vom jugoslawischen Militär während des Krieges eingesetzt worden war.

Magda ging schließlich den ungarischen Behörden ins Netz. Noch Anfang 1994 konnten die Polizei von Szeged dieses Monster festnehmen. Der anschließende Prozess endete 1995 mit einer Verurteilung wegen mehrfachen Mordes. Die Strafe betrug 25 Jahre.

Ein psychiatrisches Gutachten wird über sein Schicksal entscheiden

Da Magda aber auch hinter Gittern noch im Jahr 2005 einen Beamten angriff, wurde sie um ein knappes Jahr verlängert. Zudem bestand die Verfügung, ihn erst nach einer psychiatrischen Unbedenklichkeitserklärung auf freien Fuß zu setzen.

Tatsächlich läuft seine Haftstrafe aber jetzt bald ab. Eine Untersuchung durch einen Psychiater lehnte Magda bisher ab. Diese soll aber dennoch in absehbarer Zeit erfolgen. Der zuständige Richter hat sie für das kommende Jahr angeordnet. Dass Magda aber tatsächlich wieder in Freiheit wird leben können, ist recht unwahrscheinlich. Denn der Intensivtäter gilt als unbelehrbar. Er scheint auch bis heute keinerlei Reue für seine Taten zu zeigen. Damals bei Gericht verhöhnte er gar seine Opfer.

Aber selbst wenn er doch noch einsichtig geworden ist: Es stellt sich die Frage, ob jemand mit einer solch blutrünstigen Vergangenheit überhaupt noch in die Gesellschaft integrierbar ist. Zudem kommt er gewissermaßen aus einer anderen Ära. Denn seit nun 26 Jahren kennt er die Welt nur aus dem Gefängnis heraus. Die Gefahr, dass er wieder töten oder andere Verbrechen begehen würde, ist also in jedem Fall hoch.

Wie denkt Ihr über den Fall? Sollte man einen solchen Verbrecher überhaupt noch einmal in die Gesellschaft entlassen oder ist das Risiko zu groß? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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