Kosovo-Separatisten räumen Verbrechen ein

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Foto: Facebook

In Bezug auf den Krieg von 1998 und 1999 kommen aus Priština neue ungewohnte Töne.

Sah man sich bisher stets in einer Position, ein reines moralisch weißes Mäntelchen überzustülpen, scheint man dort jetzt die bisherigen Geschichten vom aufrechten Kampf eines aufrechten albanischen David gegen einen serbischen Goliath teilweise zu überdenken.

Denn die kosovarische „Außenministerin“ Donika Gërvalla-Schwarz räumte jetzt ein, dass die Terrorgruppe der UÇK direkt nach dem Krieg Serben, Roma und Albaner tötete. Unter letzteren vor allem jene, die zu den Gegnern der UÇK zählten. Dies berichtet die kosovarische Zeitung „Gazeta Express“.

Gërvalla-Schwarz sprach sich zudem dafür aus, die Morde, welche allesamt nach dem Abzug der serbischen Streitkräfte 1999 geschahen, aufklären zu wollen.

„Zusammen mit anderen habe ich wiederholt gefordert, dass die politischen Attentate nach Kriegsende umfassend untersucht werden“, erklärte sie. Man wolle „Gerechtigkeit für alle“.

Die Zeitung fügte hinzu, dass sich Gërvalla-Schwarz nach ihrer Bekanntmachung massiver Kritik aus Reihen der Opposition ausgesetzt sah.

Es geht nicht wirklich um Gerechtigkeit

Es bleibt natürlich die Frage, wie ihr Vorstoß einzuordnen ist. Dazu muss gesagt werden, dass Gërvallas Vater bereits ein militanter Separatist war, welcher durch bis heute nicht vollständig aufgeklärte Umstände in den 1980er Jahren im deutschen Ort Untergruppenbach den Tod fand. Sie selbst war über lange Jahre in der LDK, der Partei Ibrahim Rugovas, aktiv. Diese galt als vehemente Gegnerin von Thaçis Leuten aus der UÇK.

Dies soll aber freilich nicht heißen, dass die LDK weniger separatistische Ziele verfolgte.

Vor wenigen Jahren verließ Gërvalla dann die LDK, um wenig später zusammen mit Vjosa Osmani ins Lager von Albin Kurti zu wechseln. Dieser hatte sich und seiner Bewegung von jeher auf die Fahnen geschrieben, gegen die Vetternwirtschaft der UÇK-Kämpfer vorzugehen.

Der Verdacht liegt also nahe, dass es mehr darum geht, Thaçi und seine Anhänger in der kosovarischen Bevölkerung zu demontieren. Immerhin waren Verbrechen der UÇK, insbesondere an Albanern, bis dato ein Tabu.

Freilich hat dies alles erst einmal nichts mit „Gerechtigkeit“ zutun. Dafür ist das innenpolitische Manöver viel zu durchschaubar. Zudem muss die Kurti-„Regierung“ dringend zuhause Erfolge vorweisen. Egal ob außenpolitisch oder innenpolitisch.

Dass Thaçi derweil in Den Haag sitzt, ist daher eine einmalige Gelegenheit daheim mit seinen Anhängern, welche zurzeit die Opposition bilden, aufzuräumen.

Würde es Gërvalla tatsächlich um die vielbeschworene „Gerechtigkeit“ gehen, hätte sie sich nicht auf die Verbrechen einiger UÇK-Mitglieder nach Kriegsende beschränkt. Denn was diese vor dem Abzug der serbischen Truppen im Kosovo getrieben haben, klammerte sie wohlweislich aus. In diesem Fall würde das Thema wohl auch weit über Thaçi, Haradinaj & Co hinausgehen.

In jedem Fall dürfte es aber auch aus serbischer Perspektive zumindest zu begrüßen sein, dass an einem Tabu unter den Albanern gerüttelt wird.

Was haltet Ihr von Gërvallas Aussage? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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