Kurti mischt sich jetzt in Medveđa ein

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Foto: Novosti

Der sogenannte Premier der „Republik Kosovo“ will offensichtlich seinen Arm in Richtung der Albaner in Medveđa ausstrecken.

Bei einem Treffen mit dem Präsidenten des albanischen Nationalrates in Serbien, Ragmi Mustafa, lies er sich über die Probleme fiktiver Wohnadressen aus und betonte insbesondere, dass Serbien angeblich versuche, die in Medveđa lebenden Albaner zu verdrängen. In der Vergangenheit hätten die Serben es mit Gewalt und Panzern versucht, jetzt über den administrativen Weg, so Kurti.

Er ging sogar noch einen Schritt weiter und behauptete, dass der serbische Stadt „Kampagnen“ gegen die albanische Minderheit führe. Hintergrund ist, dass Serbien inzwischen wesentlich genauer hinschaut, ob die an einer Adresse gemeldeten Personen tatsächlich dort leben. Kurti setzt da eher auf Unklarheit und will, dass Serbien am besten überhaupt keine Angaben über die dort lebenden Albaner hat. Dabei geht es um nichts anderes, als auf dem Papier die albanische Bevölkerungszahl in dem kleinen Ort künstlich nach oben zu drücken. Eine billige und mehr als durchschaubare Taktik.

Ansonsten behauptet er natürlich wieder das Übliche. In Serbien würden Minderheiten, allen voran Albaner systematisch diskriminiert, in seiner „Republik Kosovo“ gebe es hingegen quasi das Himmelreich auf Erden für die Serben.

Laut dem Bürgermeister von Medveđa, Nebojša Arsić, sind solche Vorwürfe und Unterstellungen vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Er verweist darauf, dass man dort sämtliche administrativen Entscheidungen sowohl mit der OSCE als auch mit den zuständigen Ministerien und staatlichen Stellen plane und koordiniere. Daher weiß man auch sicher, dass von den 7.742 Einwohnern der Gemeinde Medveđa nur 529 Albaner sind. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Bisher funktioniert dort das Zusammenleben

Arsić sieht seine Gemeinde sogar auf Erfolgskurs, wenn es um das interethnische Zusammenleben und um Integration geht.

„Medveđa ist ein Beispiel für alle bewährten Verfahren. In fast allen lokalen Einrichtungen konnte die albanische Bevölkerung beschäftigt werden. Ihre Parteien sind zwar zurzeit nicht an der Macht, aber das ändert nichts. Albaner arbeiten bei uns in Schulen, in der lokalen Vertretung des Innenministeriums und in Gesundheitseinrichtungen. Wir sind sehr für Gleichstellung und es ist kein Zufall, dass der Kommission für Gleichstellungsfragen uns erst 2019 als die beste Gemeinde ausgezeichnet hat, in welcher dies gelungen ist“, so Arsić.

Zudem habe es in Medveđa nie größere interethnische Vorfälle gegeben. Mit Blick auf Kurti hat Arsić eine klare Meinung:

„Dass sie uns, wie sie sagen, zum Preševo-Tal zählen, ist politisch motiviert. Denn wir liegen hier 170 km von Preševo entfernt. Auch gehören wir zum Distrikt Jablanica, während Preševo zum Distrikt Pčinja gehört. Auch sind die Serben hier die absolute Mehrheit, aber Sie werden bei uns Serben und Albaner in Cafés an denselben Tischen sitzen sehen. Jemand außerhalb von Medveđa benutzt uns für seine täglichen politischen Manipulationen.“

Die internationale Gemeinschaft überwacht die Lage

Auch der Präsident der Koordinierungsstelle, Zoran Stanković, für die Gemeinden Preševo, Bujanovac und Medveđa weist die Vorwürfe aus Priština vehement zurück. Die Albaner in den drei südlichen Gemeinden genießen alle verfassungsmäßigen und sonstigen Rechte. Wie eben auch alle anderen ethnischen Minderheiten in Serbien. Dies könne auch die internationalen Gemeinschaft bestätigen.

„Ständig besuchen Vertreter verschiedener internationaler Institutionen diese drei Gemeinden. Die OSZE ist hier ständig präsent und der Staat hat ein großes Interesse daran gezeigt, sämtliche Anfragen von Albanern ganz im Einklang mit den Gesetzen zu lösen. Dies ist nicht nur uns, sondern auch der internationalen Gemeinschaft klar. Nur die nationale Minderheit der Albaner erhebt ständig Einwände gegen die Arbeit der serbischen Institutionen“, so Stanković.

Funktioniert das Zusammenleben der beiden Volksgruppen in Medveđa tatsächlich? Glaubt Kurti ernsthaft, dass er die drei Gemeinden bekommen kann? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Foto: Novosti

Quelle: novosti.rs

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