Kurti will raus aus Vertrag von Washington

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Verträge haben bei den Separatisten eine kurze Gültigkeit
Foto: AP

Wie Serbiens Präsident Aleksandar Vučić gestern Abend bekannt gab, erwartet uns ein neuer Vorstoß von Seiten der Separatisten aus Priština.

Anscheinend will die Kurti-Truppe an diesem Samstag öffentlich erklären, wie sie weiter für ihre Unabhängigkeitsagenda lobbyieren können. Dabei geht es nicht nur darum, dass weitere Staaten ihre „Republik Kosovo“ anerkennen, sondern auch um Anträge bei internationalen Organisationen von Interpol bis zur UNESCO.

Vučić erklärte, dass es sich dabei um Geheimdienstinformationen handelte, nicht um irgendeine offizielle Ankündigung der Separatisten. Er habe diese am Rande des gestrigen Treffens in Bled erhalten. Serbien werde dementsprechend reagieren und sei bereits gut vorbereitet, so der Präsident.

Dennoch sei er besorgt. „Das wird zusätzliche Instabilität in die Region tragen“, so Vučić.

Moratorium läuft am Samstag aus

Besonders brisant ist bei den Informationen, dass Kurti sich mit dem Schritt augenblicklich über den Vertrag von Washington aus dem letzten Jahr hinwegsetzen würde.

Denn dieser sieht vor, dass ein einjähriges Moratorium gibt, bevor die „Republik Kosovo“ wieder um internationale Anerkennung buhlt. Dieses Moratorium endet am 4. September.

Kurti führt damit nicht nur die kosovarische „Vorgängerregierung“ vor, sondern zeigt auch abermals, was man von Verträgen mit seinen Separatisten halten kann. Denn mit solchen Aktionen kann man schlecht einen Dialog führen.

Das ist geradezu grotesk, wenn man sich überlegt, dass selbst Hashim Thaçi solche undiplomatischen Schritte nicht gewagt hat.

Zwar kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die US-Amerikaner bereits von Kurtis Plänen wissen. Sonderlich begeistert dürften sie jedoch auch nicht davon sein, dass ihre eigenen Verträge mit den „Kosovaren“ bei der erstbesten Gelegenheit unterlaufen werden.

Mehr und mehr Länder wechseln auf Serbiens Seite

Srđan Graovac vom Institut für soziale Stabilität in Belgrad sieht Kurtis Vorstoß derweil als verzweifelten Akt. Priština habe schon seit längerem keine neuen Anerkennungserfolge mehr verbuchen können. Hingegen sei Serbiens Ansehen in der Welt auch im letzten Jahr erheblich gewachsen. Außerdem sei Serbien stark in der Diplomatie engagiert:

„Man sollte weiter in der ganzen Welt Länder kontaktieren, welche die Anerkennung des Kosovo zurückziehen könnten. Insbesondere dort, wo unsere Verbündeten Russland und China über einen großen Einfluss verfügen. Man sollte auch nicht vergessen, dass einige Länder, welche den „Kosovo“ bereits anerkannt haben, bereits ernsthaft darüber nachdenken, ihre Positionen zu revidieren. Das ist beispielsweise bei Ägypten der Fall, wo die Regierung zuerst auf Seiten Prištinas stand und die Nachfolgeregierung dieser Linie nicht mehr folgen will. Es wäre ein großer Erfolg, sollte das offizielle Kairo seine Anerkennung zurückziehen“, so Graovac.

Tatsächlich hätte eine Revision der ägyptischen Haltung eine nicht zu unterschätzende Strahlkraft, sowohl in Afrika als auch in der arabischen Welt. Traditionell unterhält Serbien übrigens gute Beziehungen zu Ägypten. Das ist noch ein Relikt aus jugoslawischen Zeiten.

Es heißt sogar, dass neben Ägypten zehn weitere asiatische und afrikanische Länder demnächst von Kurtis Verbündetenliste abspringen könnten.

Weiterhin spekuliert man auch darüber, dass der Dialog zwischen Belgrad und Priština am 7. oder 8. September wieder aufgenommen werden könnte. Dessen letzte Runde endete am 19. Juli ohne dass eine Seite nennenswerte Erfolge verbuchen konnte.

Miroslav Lajčák, der EU-Sonderbeauftragte für den Dialog, hatte die Verhandlungen damals als „schwierig“ bezeichnet. Welch ein Euphemismus.

Wird Serbien mehr Länder für sich gewinnen können? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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