Metropolit spricht sich für Impfungen aus

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Metropolit Chrysostomus bei öffentlichem Auftritt
Foto: Marko Spasojević

Der Hüter des patriarchalen Throns der serbisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Chrysostomus, spricht sich offiziell für Impfungen gegen das Corona-Virus aus. Er gab zudem bekannt, dass die Kirche in dieser Hinsicht bisher einen falschen Standpunkt vertreten habe.

Chrysostomus ließ ebenfalls verlautbaren, dass er sich ebenfalls impfen lassen werde. Er sei ein großer Befürworter der Impfung. Die serbisch-orthodoxe Kirche habe die Gefahr durch die Krankheit in der Vergangenheit unterschätzt, so der Metropolit von Dabro-Bosnien.

„Das Corona-Virus hat uns gelehrt, dass wir Versuchungen ernst nehmen und entsprechend handeln müssen. Während in Europa nur sechs bis zehn Gläubige gleichzeitig die Kirchen betreten durften, waren es bei uns Dutzende, wenn nicht gar hunderte von Leuten. Aber so ist unsere Mentalität und wir sind damit so gut umgegangen, wie wir konnten. Deshalb würde ich mich impfen lassen, wenn ich die Möglichkeit erhalte“, so Chrysostomus im Interview.

Corona hat Leben gekostet

Weiterhin sagte er, dass der Verlust des bisherigen Kirchenoberhaupts ein großer Schock gewesen sei. Der Tod des bisherigen Patriarchen Irinej habe für große Verunsicherung gesorgt, zumal sich Irinej trotz seines fortgeschritten Alters bis dahin bester Gesundheit erfreut habe, obwohl er zur Risikogruppe gehört habe.

„Als das passierte, mussten wir Einsatz zeigen. Deshalb traf sich sofort die Synode und wir übernahmen die Leitung der Kirche. Laut den Kirchenregeln übernahm ich als ältester Metropolit die Führung über die Synode und wurde bis zur Wahl des neuen Patriarchen als Vertreter des Kirchenstuhls eingesetzt. Es ist in der Tat nicht leicht, die Kirche zu führen“, fügte Chrysostomus hinzu.

Man habe die Gefahren in Bezug auf die Krankheit nicht rechtzeitig realisiert. „Wir haben nicht verstanden, was Corona mit sich bringt und das es ein tödliches Virus ist, welches unser Kirchenoberhaupt, den Metropoliten Amfilohije, Bischof Milutin und Dutzende von Priestern, Mönchen und Nonnen getötet hat. Vielleicht war all dies, der Preis, den wir für die Nichteinhaltung der von den Epidemiologen festgelegten Vorschriften gezahlt haben“, so der Metropolit.

Jetzt sollte die Kirche eine klare Botschaft senden, dass die Gläubigen Vertrauen in das Gesundheitssystem haben sollten.

In Bezug auf die bevorstehende Wahl des neuen Patriarchen erklärte Chrysostomus zudem, dass die Kirche den Menschen die Möglichkeit geben wolle, sich für einen Kandidaten auszusprechen. „Es ist gute apostolische Art zu wählen. Der neue Patriarch muss bereit sein, ein guter Zeuge Gottes und ein großer Geistlicher zu sein, weise, taktvoll, geschickt und mutig. Es ist alles andere als einfach ein Hirte und Anführer zu sein, insbesondere jetzt nicht, wenn wir Versuchungen, wie gegenwärtig dem Coronavirus, ausgesetzt sind“, erklärte der Metropolit.

Metropolit sieht positive Entwicklungen

Auch zur aktuellen politischen Lage in der Region bezog Chrysostomus Stellung. So sehe er den neuen Premier von Montenegro als potentielle Inspiration gerade für alle jungen Menschen in dem Land. Die Minister seines Kabinetts machten allesamt einen guten Eindruck. Der Metropolit habe das Gefühl, dass jetzt eine andere Gesprächskultur in Montenegro vorherrscht. Er sieht dies ebenfalls als positives Signal für Bosnien und Serbien.

In Bezug auf Kosovo und Metochien sprach er sich zudem für eine politische Lösung aus. Serbien als Staat sei möglicherweise nicht in der Lage, das Gebiet physisch zu kontrollieren. Es sei aber möglich in der Provinz politisch, diplomatisch und kulturell zu regieren und zu wirken.

„Solange Serbien die Resolution respektiert, die definiert, dass das Kosovo den Vereinten Nationen unterstellt ist, hat es auch die Möglichkeit, die die Lage in diesem Bereich zu beeinflussen“, resümierte Chrysostomus im Interview. Das Wichtigste für die Kirche in Kosovo und Metochien sei es, dort fortzubestehen. Man habe dort einen sehr guten Episkopen, eine sehr gute Diözese sowie großartige Mönchsorden und Klöster.

Was haltet Ihr von den Aussagen des Metropoliten? Ist die Kirche dabei sich neu zu orientieren? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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