Miroslav Lazanski: So kam es zur „Sintflut“

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Lazanski hat betont, dass Serbien von Jahr zu Jahr unvorbereitet mit Naturkatastrophen in Form von Bränden und Überschwemmungen konfrontiert wird und dass wir jedes Mal aufs Neue „überrascht“ sind. Er fragt sich, warum das so ist. Immerhin sind uns die Strömungen und Einmündungen unserer Flüsse und Bäche bekannt. Es sollte also auch ein langfristiger oder mittelfristiger Plan der Regelung dieser Wasserläufe existieren, damit früh genug Maßnahmen vorgenommen werden können und es nicht zu so einer Katastrophe kommt. Zur Schaffung solcher Pläne fehlt uns das Budget und Lazanski zweifelt daran, dass Serbien überhaupt eine Strategie hat, um mit potenziellen Naturkatastrophen umgehen zu können. „In antiken Zeiten diente die Politik dazu, den Menschen ein freies Leben zu ermöglichen, in der heutigen Zeit sollte die Politik dazu dienen, Menschen nicht auf Dächern auf Hilfe vor der Flut warten zu lassen“, verdeutlichte Lazanski.

Ebenfalls beschämend findet er, dass die Regierung an die Bürger appeliert, ihnen Gummiboote zur Verfügung zu stellen, obwohl der Zivilschutz doch eigentlich genug davon haben sollte und nicht auf Bürger angewiesen sein sollte.

„Werden wir überhaupt eine Lehre aus diesem Unglück ziehen?“, fragt sich Lazanski und betont, dass die hochgepriesenen Reformen der Serbischen Armee dazu geführt haben, dass die deutlich verringerte Anzahl der Soldaten nicht gereicht hat, um mit so einer Flut zu kämpfen. Auch Ingenieure wurden auf ein Minimum reduziert, was bedeutet, dass wir keine Kettenbrücken und Pontonbrücken haben, um Flüsse zu überqueren. Dafür hat Serbien anderes zu bieten, wie zum Beispiel taktische Werkstätten und Computer-Simulationen mit NATO-Kräften, die den richtigen Umgang mit Rebellen in anderen Staaten lehren. Da ist es halb so schlimm, dass wir nicht in der Lage sind ein „gewöhnliches“ Hochwasser zu zähmen. „Wir kämpfen gegen Piraten im Indischen Ozean und gegen Terroristen in Mali, während auf den Dächern unserer Häuser Menschen darauf warten gerettet zu werden“, bringt es Lazanski auf den Punkt.

Auch die Zahl der zurzeit aktiven Hubschrauber ist nicht ausreichend, was sich auch deutlich gezeigt hat in der jetzigen Situation. Russland hat uns vor 2 Jahren bereits ein gutes Angebot gemacht, die Hubschrauber Mi-171 zu kaufen, jedoch ist unser Budget nicht darauf ausgerichtet, diesen Kredit zurückzahlen zu können.

„Die Regierung Serbiens hat Hilfe von Russland, der EU und Slowenien beantragt. Aus Russland und Slowenien sind bereits Teams angekommen. Mal sehen, in welcher Form uns die EU Hilfe schicken wird. Vielleicht wird uns ja von der NATO geholfen? Warum auch nicht. Jetzt haben sie die Möglichkeit ihre Sünden abzubüßen.“, hebt Lazanski hervor.

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