Montenegros Krivokapić erstattet Strafanzeige gegen Milos Vertrauten

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Montenegros Ministerpräsident Krivokapić
Foto: EPA/Boris Pejović

Montenegros Ministerpräsident Zdravko Krivokapić hat einen neuen Schlag gegen den Präsidenten Milo Đukanović gestartet. Bei der Sonderstaatsanwaltschaft ließ er Strafanzeige gegen Veselin Veljović, einen der engsten Berater Đukanovićs erstatten.

Bei Veljović handelt es sich aber nicht um irgendeinen Berater, sondern den ehemaligen Polizeichef des Landes. Im vergangenen Dezember war dieser von seinem Posten zurückgetreten, da er verdächtigt wurde, in einige unaufgeklärte Morde, Angriffe auf Journalisten sowie weitere Verbrechen verwickelt zu sein.

So mutmaßen manche, dass Veljović etwas mit dem Mord am Polizeikommissar Slavoljub Ščekić im Jahr 2005 und dem Mord am Chefredakteur der Tageszeitung „Dan“, Duško Jovanović, im Jahr 2004 zu tun haben könnte.

Trotz dieser schweren Anschuldigungen ließ Đukanović den Mann jedoch nicht fallen und hielt weiterhin seine schützende Hand über ihn. Erst auf Initiative des stellvertretenden Ministerpräsidenten Dritan Abazović musste Veljović seinen Posten an der Spitze der montenegrinischen Polizei räumen. Đukanović hielt aber weiter zu ihm.

Der Berater des Präsidenten rief zum Widerstand auf

Die jetzt erstattete Strafanzeige bezieht sich hingegen, wahrscheinlich aus taktischen Gründen, auf andere Vorfälle. So soll Veljović öffentlich zum Widerstand gegen die neue Regierung sowie zu Ungehorsam gegen staatliche Entscheidungen und Amtshandlungen aufgerufen haben.

Krivokapić verlangt jetzt von der Staatsanwaltschaft Montenegros seine umgehende Inhaftierung und die Ausarbeitung einer Anklageschrift. Sollte Veljović der Prozess gemacht werden, würde dies auch Đukanović enorm schaden. Falls Veljović zudem noch pikante Details aus dem Umfeld des Präsidenten verraten sollte, wäre das Desaster für ihn komplett.

Veljović hatte zuvor öffentlich kundgetan, dass es die „heilige Pflicht“ aller Mitglieder des Sicherheitsapparates sei, sich verfassungswidrigen und illegalen Anordnungen zu widersetze. Auch sei dies die Pflicht aller Bürger Montenegros. Der Grund für diesen Aufruf liegt in der angekündigten Ernennung des neugewählten Metropoliten von Montenegro, Joanikije, im Kloster Cetinje am 5. September.

Veljović hatte auf die Anzeige gesagt, dass er diese Äußerungen lediglich als Privatperson getätigt habe und es sich lediglich um seine persönlichen Ansichten gehandelt hätte.

Wird die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft durchgehen? Oder handelt es sich nur um ein Strohfeuer? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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