Montenegros Krivokapić schickt neuen Vertragsentwurf nach Belgrad

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Ein Abkommen scheint weiter entfernt als zuvor
Foto: D. Milovanović

Die Regierung Montenegros hat einen neuen Entwurf des Grundlagenvertrages zum Patriarchat nach Belgrad geschickt.

Die jetzige Version soll in großen Teilen von jener abweichen, welche Anfang des Jahres bereits als endgültige Fassung galt. Damit dürften die Verhandlungen zwischen der serbisch-orthodoxen Kirche und dem montenegrinischen Staat wieder am Ausgangspunkt angekommen sein.

Patriarch Porfirije äußerte sich dahingehend, dass sich erst einmal eine kirchliche Expertenkommission mit dem neuen Text aus Montenegro auseinandersetzen muss.

„Wie auch bei jedem anderen Geschäft, wollen wir auch hier die Interessen beider Seiten gleichermaßen betrachten, respektieren und schützen. In diesem Fall gilt dies umso mehr. Denn beide Seiten bestehen aus den gleichen gläubigen Menschen“, entgegnete der Porfirije in seinem Antwortschrieben an Krivokapić.

„Aus Gründen der Verantwortung haben wir Ihre Vorschläge einer spezialisierten Expertenkommission anvertraut. Diese wird Ihren jetzigen Beitrag in Bezug auf den bereits festgelegten, vollständig vereinbarten und auch von Ihnen akzeptierten Text setzen, welchen wir bereits am 27. Mai dieses Jahres im Patriarchenpalast in Belgrad unterzeichnen wollten. Nach dem Ende der Urlaubszeit werden die Mitglieder der Expertenkommission ihre Analyse der Heiligen Bischofssynode vorlegen. Diese wird sie dann über die Position des serbischen Patriarchats in dieser Angelegenheit informieren“, heißt es weiter.

Mit seinem klaren Verweis auf das ursprüngliche Abkommen hat Porfirije somit klargestellt, wie irritiert der Klerus ist, dass man in Podgorica abermals mit einem neuen Text ankommt.

Dass die Kirche noch im Mai bereit war, dass ursprüngliche Abkommen zu unterschreiben, zeigt zudem, welcher Paukenschlag der jetzige Schritt Krivokapićs ist. Vorab hieß es lediglich, dass der montenegrinische Präsident vorgeschlagen hatte, die Vertragsunterzeichnung um ein halbes Jahr zu verschieben. Als Tag der Unterzeichnung diksutierte man den Todestag von Metropolit Amfilohije.

Der Inhalt des neuen Textes ist unbekannt

Über die jetzigen Änderungen des Vertragstextes ist weiterhin nicht viel bekannt. In Anbetracht der Reaktion aus Belgrad dürften diese jedoch massiv sein.

Der stellvertretende Ministerpräsident Montenegros, Dritan Abazović, sagte lediglich, man habe aus der jetzigen Version alles entfernt habe, was den Interessen Montenegros widerspreche.

„Jetzt werden Montenegros Interessen vollkommen geschützt. Wir warten auf den endgültigen Text. Ich denke aber, sollte es sich um die jetzige Version handeln, wird es keine weiteren Probleme geben“, so Abazović.

Ministerpräsident Krivokapić hatte am Vortag lediglich gesagt, dass der Vertragstext von Seiten Montenegros fertig ausgebarbeitet und bereit zur Unterzeichnung sei.

„Wir haben alles hinzugefügt, was uns zusteht. Jetzt liegt es am Patriarchat und Seiner Heiligkeit, den Text anzunehmen, wenn es notwendig sein sollte, etwas zu ändern und so schnell wie möglich zu unterschreiben“, so Krivokapić.

Er ergänzte: „Der Grundlagenvertrag und das zugehörige Gesetz definieren alles absolut klar. Das ist der Neubeginn der guten Beziehungen mit der Metropole Montenegro-Primorje sowie den Diözesen Budva-Nikšić, Mileševo und Zahumlje-Herzegovina.“

Krivokapić sieht sich unter anderem aufgrund seiner Unterschriftsverweigerung im Mai auch regierungsintern scharfer Kritik ausgesetzt.

Mit dem Grundlagenvertrag zwischen dem Staat und der serbisch-orthodoxen Kirche sollen vor allem Fragen bezüglichen des kirchlichen Eigentums geklärt werden. Weiterhin geht es auch um die Anerkennung kirchlicher Feiertage, wie Sveti Sava, Sveti Vasilije Ostroški oder Sveti Petar von Cetinje.

Allem Anschein nach steht dies alles wieder zur Disposition.

Will die Regierung Montenegros überhaupt einen fairen Vertrag mit der Kirche abschließen? Wie erklärt Ihr Euch den jetzigen Schritt von Krivokapić? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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