Neue Erkenntnisse im Mordfall der Familie aus Aleksinac

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Ermordete Familie Djokic und Tatort
Foto: Kurir/Marko Smiljković

Allmählich verdichten sich die Ermittlungsergebnisse im Fall der ermordeten Familie aus Aleksinac.

So liegen der Polizei inzwischen konkrete Hinweise vor, wer der oder zumindest einer der Täter gewesen sein könnte. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand wurden Goran Đokić, sein Frau Gordana und ihre gemeinsame Tochter Lidija Opfer einer Diebesbande. Diese wiederum wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von jemandem aus der Umgebung von Aleksinac unterstützt.

Denn die Täter kannten das Gelände gut und wussten allem Anschein nach, wen sie überfielen.

Verdächtiger befindet sich außer Landes

Einen konkreten Verdächtigen hat die Polizei auch bereits. Nur konnte sich dieser rechtzeitig ins Ausland absetzen, wie die Beamten einräumen müssen.

„Der Mann, mit dem wir sprechen wollten, ist außer Landes. Er überquerte im kritischen Zeitraum regelmäßig die Grenze, also in dem Zeitraum zwischen dem Verschwinden der Đokićs bis zur Entdeckung der Leichen. Seine Abreise aus Serbien konnte von mehreren Videokameras aufgezeichnet werden. Er ist in finanziellen Schwierigkeiten. Wir wissen jedoch nicht, ob er sich vorab Geld von Đokić lieh oder ob er ihm welches schuldig war. Einige Hinweise deuten darauf hin, dass er das Verbrechen organisiert hat“, berichtet eine Polizeiquelle.

Im ausgebrannten Passat der Familie fanden die Ermittler zudem eine Patronenhülse. Dieses Beweismittel bietet jetzt hoffentlich die Möglichkeit, die Mörder zu überführen. Ob weiterhin ein Schalldämpfer benutzt wurde, ist noch unklar. Denn bisher gibt es keine Zeugen, die irgendwelche Schüsse zum Tatzeitpunkt gehört haben.

Allerdings ist dies auch nicht ganz verwunderlich, da der Dreifachmord in einer abgeschiedenen Gegend stattfand. Die Behörden suchen zudem immer noch die gesamte Gegend nach weiteren Spuren und Beweisen ab.

Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Täter die übrigen Hülsen später an sich nahmen.

Die Leichen waren teils fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt

Inzwischen sind auch weitere grausame Details der Todesumstände ans Licht gekommen. So wurden die drei mit jeweils zwei Schüssen getötet, jeweils einen in die Brust und einen in den Kopf. Offensichtlich musste Vater Goran als letzter sterben, nachdem er angesehen hatte, wie seine geliebte Frau und seine Tochter ermordet worden waren. Anschließend schafften die Täter die Leichen weg und verbrannten sie mit Benzin.

Insbesondere die Leiche von Tochter Lidija wurde durch die Flammen besonders in Mitleidenschaft gezogen. Sie war kaum zu identifizieren.

Die Täter ließen die verbrannten sterblichen Überreste dann in einem Erdloch zurück. Das Fahrzeug der Familie brachten sie weg, übergossen es andernorts mit Benzin und zündeten es an, um Spuren zu verwischen.

Genauere Details, um wen es sich bei dem flüchtigen Mann handelt, gab die Polizei weiterhin nicht bekannt. Auch wie ausgerechnet er in den Fokus der Ermittlungen gekommen war, bleibt fürs Erste eine polizeiinterne Information. Möglicherweise fanden die Beamten im privaten Tresor von Goran Đokić weitere Hinweise. Dieser befindet sich in der Wohnung der Familie, konnte aber erst einige Tage nach dem Verschwinden der drei von der Polizei geöffnet werden.

Der Familienvater besaß wahrscheinlich eine Schusswaffe

Ob sich Đokić so bedroht fühlte, dass er um sein Leben fürchtete, ist nicht bekannt. Der Besitzer einer Wechselstube war in der Vergangenheit ein paar Mal das Opfer von Dieben geworden. Ernste Bedrohungen gab es wohl aber nicht.

Dennoch berichtet man in Aleksinac, dass die Polizei in der Familienwohnung ein Pistolenholster fand.

Allerdings fehlte die zugehörige Schusswaffe. „Es wurde festgestellt, dass Goran keinen Waffenschien hatte. Das bedeutet freilich nicht, dass er keine gehabt habe. Es ist gut möglich, dass er sich eine Schusswaffe zu seiner persönlichen Sicherheit besorgt hat. Denn wegen seiner Wechselstube geriet er öfters in das Visier von Dieben. Da sich die Waffe nicht in der Wohnung befand, ist es zudem gut möglich, dass er sie in der Nacht bei sich trug, in welcher er zusammen mit seiner Frau und Tochter ermordet wurde“, sagt man in Ermittlerkreisen. Das ist aber erst einmal nur Spekulation.

Angeblich hatte er öfters 100.000 Euro Bargeld bei sich

Auch verfolgen die Beamten ein weiteres Tatmotiv. Denn es geht das Gerücht um, dass Vater Goran immer sehr große Geldbeträge mit sich führte. Diese verwahrte er in einer Metallkiste, welche er wahrscheinlich in seinem Auto versteckte, wenn er unterwegs war.

„Er hat sich angeblich nie von dieser Metallkiste getrennt. Es waren immer 50.000, manchmal gar 100.000 Euro Bargeld darin. Und die Kiste ist verschwunden“, erzählt ein Beamter.

Derzeit ermittelt die Polizei weiter im Gebiet von Aleksinac und Moravac. Jeden Zentimeter der Umgebung suchen die Beamten ab und jeden Einheimischen befragen sie. Auch machten die Polizisten wohl schon mehrfach von einem Lügendetektortest Gebrauch.

Die Polizei wird die Täter finden

Dass die Täter früher oder später gefasst werden, steht bei so einem Mordfall ohnehin außer Frage. Selbst die Flucht ins Ausland dürfte in Zeiten von Interpol und weltweiter digitaler Vernetzung nicht helfen. Man bedenke allein schon, wie sehr reguläre Videoüberwachung zur Aufklärung des Falles beigetragen hat.

Gleich wie lange es daher dauert, die Mörder werden sich jedenfalls nicht lange an ihrer blutbefleckten Beute erfreuen können.

Glaubt Ihr, dass die Täter gefasst werden? Ging Goran Đokić nicht ein viel zu hohes Risiko ein, wenn er tatsächlich oft mit so viel Geld herumfuhr? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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