Quadratmeterpreise in Belgrad explodieren

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Beograd na vodi
Foto: M. Spasojević

Das neue Belgrader Luxusviertel in „Beograd na vodi“ oder „Belgrad am Wasser“ ist die teuerste Wohngegend der Stadt. Je nachdem, welche Art von Wohnung Käufer beziehen möchten, müssen diese extrem tief in die Tasche greifen.

So liegt der Quadratmeterpreis für das teuerste Apartment bei umgerechnet sage und schreibe 8.754 Euro. Der Gesamtpreis der Wohnung lag denn auch beim Verkauf bei stolzen 1.426.888 Euro.

Aber auch in anderen Teilen der Stadt kann man sein Geld auf dem Immobilienmarkt loswerden. In der Kralja-Petra-Straße im alten Teil von Serbiens Hauptstadt lag der teuerste Quadratmeter bei „nur“ 4.452 Euro. Die teuerste Wohnung in der Altstadt könnte mit einem Preis von 400.000 Euro im Vergleich zu „Beograd na vodi“ geradezu als Schnäppchen bezeichnet werden.

Die Quadratmeterpreise sind vom Amt für Geodäsie der Republik Serbien ermittelt und in dessen neuen Bericht für das letzte Quartal 2020 veröffentlicht worden.

Das Amt ermittelte auch, dass die teuersten Büroflächen der Stadt derzeit in der Altstadt liegen. Die teuersten Garagenplätze befinden sich weiterhin im Gebäudekomplex Novi Dorćol sowie in einem Gebäude in der Golsvordijeva-Straße in Vračar, wie Tanjug herausfand. Die teuersten Einzelhäuser sind weiterhin zurzeit in Savski Venac.

Interessant ist zudem, wie die Immobilien gekauft werden. Denn anscheinend hat sich laut dem Amt für Geodäsie landesweit die Barzahlung gegenüber anderen Zahlungsformen durchgesetzt.

So machten Zahlungen in Bar in Kragujevac fast 80 Prozent aller Immobiliengeschäfte aus. In Belgrad waren es 76 und Novi Sad 77 Prozent. Der gesamte Immobilienmarkt Serbiens hatte dabei ein Handelsvolumen von fast 1,3 Milliarden Euro, wovon fast 54 Prozent auf den Verkauf von Wohnungen entfielen.

Fast 4.000 Wohnungen wechselten jeden Monat den Besitzer. Bei Agrarflächen waren es 2.200 und bei Bauland 2.600.

Weiterhin haben Notare und Gerichte im vierten Quartal 2020 insgesamt 44.742 Kaufverträge bearbeitet.

Das Kapital wird das Stadtbild verändern

Alles in allem lassen sich aus den Zahlen einige interessante Schlussfolgerungen ziehen. So scheint der Immobilienmarkt offensichtlich gerade einen Boom zu erleben. Dies ist umso erstaunlicher, da sich das Land gegenwärtig noch unter dem Eindruck der Coronapandemie befindet und sich viele Menschen Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft machen.

Der Verdacht liegt demnach nahe, dass wohlhabendere Bevölkerungsschichten ihr Erspartes zurzeit gerne in das viel gerühmte Betongold investieren wollen. Auch könnte es sein, dass Wohnungsverkäufe wie in Belgrads Luxusstadtteilen an Firmen oder vermögende Ausländer gehen, die diese als Geldanlage nutzen wollen.

In diesem Fall wäre eine zunehmende Verdrängung der lokalen Bevölkerung zu befürchten, da sich diese die enormen Preise schlichtweg nicht leisten kann. Damit würde sich die serbische Hauptstadt in eine ähnliche Richtung entwickeln, wie sie auch in anderen europäischen Hauptstädten anzutreffen ist.

Was denkt Ihr, warum die Preise in Belgrad so hoch sind? Findet Ihr solche Preise noch gerechtfertigt oder handelt es sich alles um eine Spekulationsblase? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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