Serbien bald auf der grünen Liste der EU?

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Foto: D. Dozet

Dass Serbien in Europa Vorreiter bei den Impfquoten ist, wirkt sich allmählich auch auf den Reiseverkehr aus.

Denn bedingt durch die Coronapandemie kamen im letzten Jahr praktisch sämtliche Reisemöglichkeiten in unser Land zum Erliegen. Wochenlang war sogar der Nikola-Tesla-Flughafen geschlossen, wie auch sonst überall in Europa im wahrsten Sinne des Wortes „nichts mehr ging“.

Als dann allmählich wieder die Grenzen geöffnet wurden und auch die Fluggesellschaften einen zumindest eingeschränkten Betrieb wieder aufnahmen, kam gleich die nächste Hiobsbotschaft.

Serbien wurde als sogenanntes Hochinzidenzgebiet eingestuft. Dies bedeutet nichts anderes, als dass es im Land eine übermäßig hohe Zahl an Neuinfektionen mit dem gefährlichen Coronavirus gab.

Neben den allgemeinen Reisewarnungen für Serbien, kamen somit für Reisende z.B. aus und nach Deutschland auch Quarantänepflichten und als letztes sogar eine Onlineanmeldung bei der Rückkehr in die Bundesrepublik hinzu. Noch schärfere Maßnahmen hätte es nur gegeben, wenn sich in Serbien eine der Mutationen von Corona ausgebreitet hätte.

Die deutschen Behörden wollten absolut sicher gehen, dass niemand das Virus vom Balkan einschleppt. In Anbetracht der sich nur schleppend bessernden Lage in Deutschland selbst, glich das schon fast einer Gängelung. Zumal sich die deutschen Behörden generell äußerst schwer mit der Frage taten, wie mit Reisenden umzugehen sei. Aber auch in anderen EU-Ländern sah es nicht besser aus.

Dies dürfte nun aber alles hoffentlich bald der Vergangenheit angehören.

Reisen ohne Beschränkungen zum Greifen nah

Denn die Europäische Kommission hat jetzt ihren Mitgliedsländern vorgeschlagen, zu Lockerungen bei den Reisebeschränkungen überzugehen. Diese sind jedoch mit fallenden Inzidenzwerten zwischen 25 und 100 Fällen auf 100.000 Einwohner im Reiseland verbunden.

Hinzu kommt noch die jeweilige Impfquote in den betroffenen Ländern. Diese ist in Serbien, wie jeder weiß, ziemlich hoch. Allerdings gibt es noch einen mehr oder minder politischen Hemmschuh.

Denn in Serbien werden hauptsächlich der chinesische Impfstoff Sinopharm sowie der russische Sputnik V verimpft. Beiden hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA bisher keine Zulassung erteilt. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die geimpften Bürger Serbiens aus der Perspektive der EU-Regulatoren bisher nicht geimpft wurden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Denn trotz einhelliger wissenschaftlicher Meinung, dass beide Impfstoffe gegen Corona wirken, verzögern sich die Genehmigungsverfahren für beide Präparate. Auf der anderen Seite hat der in der EU gepriesene Impfstoff der britischen Firma AstraZeneca in letzter Zeit vor allem durch negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht.

Mittel- und langfristig wird man sich in Brüssel jedoch kaum gegen eine Anerkennung der beiden Präparate kaum sträuben können. Zu viele Menschen innerhalb und außerhalb der EU haben bereits einen der Impfstoffe erhalten. Tendenz steigend.

Am 17. Juni soll jetzt entschieden werden, welche neuen Länder als „grün“ eingestuft werden. Die entsprechenden Verordnungen würden dann ab dem 1. Juni in Kraft treten.

Weiterhin wird der Europäische Rat bis dahin über die Anerkennung von Nicht-EU-Impfpässen entscheiden. Bis diese dann europaweit gilt, sollen die Länder nach eigenen nationalen Vorgaben entscheiden.

Heute wollen die Abgeordneten des Rates erste technische Aspekte für die entsprechenden Regelungen diskutieren. Die EU-Bürokratie sollte sich dann langsam aber sicher in Bewegung setzen.

Coronazahlen in Serbien weiterhin ermutigend

Im Übrigen scheinen die Coronazahlen in Serbien weiterhin ermutigend zu sein. Gestern wurden 1.249 Personen im Land positiv auf Corona getestet. Am 1. Mai waren es noch 1.374 Personen. Auch wenn über die Feiertage nur eingeschränkte Daten vorliegen, geht jedoch der Epidemiologe Dr. Predrag Kon davon aus, dass die Osterfeiern zu keiner signifikanten Verschlechterung der Lage beitragen werden.

Besonders traurig sind jedoch immer noch Einzelschicksale, wie jenes einer 33-jährigen Mutter, welche gestern Morgen im Covid-Krankenhaus in Batajnica an der Krankheit verstarb. Sie musste am 20. April ins Krankenhaus, da sich ihr Zustand rapide verschlechtert hatte. Seit dem 27.April wurde sie künstlich beatmet. Die Frau hatte zudem einige chronische Vorerkrankungen.

In Gedanken sind wir bei den täglichen Opfern der Seuche.

Werden wir im Sommer wieder ohne Probleme reisen können? Glaubt Ihr, dass die EU bald auch Sputnik V und Sinopharm anerkennen wird? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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