Sinisa Mihajlovic über den vergangenen Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien!

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Vor kurzem gab der ehemalige Trainer der serbischen Nationalmannschaft Sinisa Mihajlovic ein Interview für das italienische Blatt “La Gazzetta dello Sport“ ab, in welchem offen über alle Themen sprach. Unter anderem tauchten auch Fragen über den vergangenen Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien auf, die der aktuelle Trainer von Sampdoria Genua folgendermaßen beantwortete.

“Während des Krieges habe ich keine Waffen gekauft, sondern Medikamente, Kleidung und Essen. Aus diesem Grund wurde ich auch in der serbischen Stadt Novi Sad zum Ehrenbürger ernannt“, sagte Mihajlovic.

Der Journalist von Gazzetta erinnerte daran, dass Mihajlovic heute ein Botschafter der UNICEF ist, wo er Flüchtlingen bei ihrer Rückkehr hilft. Allerdings ist dem gebürtigen Vukovarer ein Zwischenfall besonders in Erinnerung geblieben, der für ihn nur schwer zu vergessen ist.

“Jeder Krieg ist schlimm, aber besonders der in welchem wir gewesen sind. Menschen die zusammen aufgewachsen sind, kämpften plötzlich auf Leben und Tod gegeneinander. Ich habe viele zerstörte Familien und Städte gesehen. Mein bester Freund aus meiner Kindheit hat mein Haus zerstört. Als meine Eltern aus Vukovar nach Belgrad geflohen sind, fragte mein Onkel meine Mutter (Kroatin) warum sie geflohen ist und sagte, dass sie lieber hätte dort bleiben sollten, damit das serbische Schwein (Ihr Mann) umgebracht wird“, erzählte Mihajlovic dem italienischen Journalisten.

Am Ende dieser Geschichte wird Zeljko Raznatovic “Arkan“ erwähnt, der der ehemalige Kommandant der serbischen Freiwilligengarde war und unter anderem auch in Kroatien mit seinen serbischen “Tigern“ gekämpft hat.

“Arkan hat meinen Onkel gefangengenommen und ich habe ihm das Leben gerettet. Arkan war schon mein Freund als ich in der serbischen Hauptstadt Belgrad bei Roter Stern unter Vertrag war. Er war der Anführer der Fans und ich habe gespielt. Er hat die Serben vor den Kroaten beschützt und war unser Held. Aber verstehen sie mich bitte nicht falsch, ich leugne nicht das er Verbrechen begangen hat, aber Krieg gibt es keine guten oder schlechten Jungs, es gibt nichts weißes und nichts schwarzes, es dominiert nur die rote Farbe des Blutes“, erklärte Sinisa Mihajlovic zum Schluss des Interviews.

Foto

Sinisa Mihajlovic und Zeljko Raznatovic “Arkan“ in den Neunzigern.

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