Steht Serbien vor einem neuen Lockdown?

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Predrag Kon
Foto: RTS/PrintScreen

Beim gestrigen Treffen des Krisenstabs zur Bekämpfung der Coronapandemie gaben die Mediziner bekannt, dass wahrscheinlich eine neuerliche Verschärfung der Maßnahmen nicht zu verhindern sei. Der Grund liegt in der abermals rasanten Ausbreitung des Virus, da sich zu viele nicht an die gebotenen Regeln halten würden.

Dr. Predrag Kon, Epidemiologe und selbst eines er prominentesten Mitglieder des Krisenstabs, erklärte die Lage der Dinge heute Morgen im Fernsehen. Er fand dabei klare Worte.

Denn seiner Meinung nach komme Serbien nicht mehr um einen neuerlichen Ausnahmezustand herum. Dies würde bedeuten, dass für einen gewissen Zeitraum abermals alle Geschäfte und Lokale geschlossen werden müssten. Außer dem Lebensmittelhandel, den Apotheken und den Tankstellen sollte das öffentliche Leben abermals in großen Teilen zum Stillstand kommen. Denn die Krankenhäuser hätten sich in den letzten Wochen in erschreckender Geschwindigkeit wieder mit Coronapatienten gefüllt.

„Derlei Maßnahmen, wie sie bereits am vergangenen Wochenende erfolgten, waren nicht das, was der medizinische Teil des Krisenstabs gefordert hat. Wir fordern viel schärfere Maßnahmen. Es sollte alles schließen außer Lebensmittelgeschäften, Apotheken und Tankstellen, nicht nur um auf die Gefahrenlage aufmerksam zu machen, sondern um die Übertragungswege des Virus zu unterbrechen“, so Kon.

Hierzu gäbe es überhaupt keine Alternative.

Die Folgen für die Wirtschaft sind bekannt

Kon stellte auch klar, dass sich die Experten vollends darüber bewusst seien, was dies für die Bevölkerung bedeutet. Es gelte aber letztendlich Menschenleben zu schützen.

„Der Mediziner des Krisenstabs können gar nichts anderes vorschlagen, als dass die große Last der Verantwortung auf die gesamte Gesellschaft verteilt wird. Natürlich sind wir uns bewusst, dass eine solche Maßnahme ein Schlag für die Wirtschaft ist. Unabhängig davon, geht es bei einer solchen Entscheidung darum Leben zu schützen. Darüber müssen wir offen sprechen“, erklärte der Epidemiologe.

Anderenfalls drohe der Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Die Bevölkerung müsse endlich verstehen, dass dies alles kein Spiel sei. Die Bedeutung der Coronamaßnahmen erschließe sich erst hinterher für die Menschen. Dann wäre es aber zu spät.

Allerdings ist sich Kon bewusst, dass die Mediziner bei einer so gewaltigen Forderung wie einem neuerlichen Lockdown nicht das letzte Wort haben. Sie könnten lediglich sagen, was medizinisch richtig und notwendig sei.

Zu was sich die Regierung letztendlich entscheiden wird, ist zur Stunde noch unklar. Sicher ist lediglich, dass die Bevölkerung sich wieder vermehrt an die bisherigen Maßnahmen halten sollte. Anscheinend haben wir alle die Krisensituation zu sehr auf die leichte Schulter genommen, nicht zuletzt durch die großen Erfolge, die Serbien bereits durch die Impfungen erzielt hat und noch weiter erzielt.

Glaubt Ihr, dass die Regierung sich zu einem neuen Lockdown durchringen wird? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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