Internationale Wirtschaftshronik

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Nach den Angaben der serbischen Zentralbank, ist die erwartete Höhe der ausländischen Direktinvestitionen in diesem Jahr eine Milliarde Euro, vor allem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft, verarbeitende Industrie, Handel und Finanzen. Die Ökonomen glauben, dass der Grund für ein so niedriges Niveau der Investitionen die Verzögerung bei der Umsetzung der Strukturreformen und die Abwesenheit der vereinfachten Verwaltungsverfahren sind, obwohl das mehrmals angekündigt worden war. Die Prognose der Wachstumsrate, die um 1 % im Jahr 2014 geschätzt wird, ist wahrscheinlich die Reflexion der realistischen Situation, aber es ist unzureichend. Vorsitzender der Wirtschaftskammer Serbiens Željko Sertić hofft, dass die Haushaltskonsolidierung und die Umsetzung der Strukturreformen das Wachstum des BIP in der kommenden Zeit ermöglichen wird.

Die Stabilisierung der öffentlichen Finanzen und Beschleunigung der Strukturreformen sind die Maßnahmen, die am häufigsten unter den Unternehmern und Wirtschaftswissenschaftlern genannt werden, als Vorschlag für die Regierung. Allerdings ist das keine Neuheit, da der IWF und die Weltbank seit Jahren mahnen, dass das die Schlüsselfaktoren für die langsame Erholung der serbischen Wirtschaft sind. Der Abbau von Bürokratie und unnötigen Verwaltungsverfahren würde die Realisierung von verschiedenen Projekten beschleunigen. Nach Angaben der Weltbank ist Serbien auf Platz 93. was Geschäftsbedingungen angeht, während es nach den Kriterien der effizienten Vergabe von Baugenehmigungen auf Platz 182. unter 189 Ländern ist. Das heißt, die durchschnittliche Wartezeit für eine solche Lizenz in Serbien 269 Tage beträgt, und dass 90 Dokumente erforderlich sind. Dieser Umstand stößt selbst die hartnäckigsten Investoren ab, vor allem da die Länder in der Region eine Menge Fortschritte in dieser Hinsicht gemacht haben. In Mazedonien werden zum Beispiel die Lizenzen in 90 Tagen ausgestellt, während es in Europa 30-50 Tage dauert.

Wenn Serbien einen größeren Zufluss von ausländischen Investitionen haben möchte, braucht es eine neue Anlagestrategie, sowie die Änderungen der Gesetzgebung, vor allem im Bereich des Bauwesens. Nur wenn die Reformen durchgeführt werden, wird Serbien in der Region wettbewerbsfähiger werden, während die Vereinbarung mit dem IWF und der Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der EU ein zusätzlicher Anreiz für die Investoren sein könnten.

Quelle: Voiceofserbia.org