Betrügerischer Handel mit Haustieren

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Hunde in viel zu kleinen Zwingern
Foto: Profimedia

Im letzten Jahr wuchs der Handel mit Haustieren in ganz Europa in einem ungeahnten Ausmaß. Auch in Serbien legten sich immer mehr Menschen einen Hund oder eine Katze zu.

Gleichzeitig stieg jedoch auch der illegale Handel mit Welpen, Kätzchen und anderen Tieren.

Gerade über Kleinanzeigen versuchten Schmuggler und Betrüger Tierfreunde über den Tisch zu ziehen.

Die Zahlen sind derweil beeindruckend. Der Verkauf von Hunden stieg um zwanzig Prozent. Der Suchbegriff „Welpen kaufen“ ist im Internet gut 120-mal beliebter als im Jahr zuvor. Hinzu kommt, dass sich die Preise bestimmter Hunderassen verdoppelten sich.

Wenn jedoch Betrüger, Schwindler und Schmuggler am Werk sind, müssen angehende Hundehalter gewarnt sein. Oft passiert ist, dass ein Käufer viel Geld bezahlt und erst später feststellt, dass der neue Hund einen Erbdefekt oder gesundheitliche Probleme hat. Oft passiert es sogar, dass mit Absicht falsche Rasseangaben gemacht werden.

Bis die Käufer dies merken, vergehen oft Monate in diesem Millionenmarkt.

Problematisch ist dabei vor allem, dass der Tierhandel sich zunehmend außerhalb der Hände registrierter Züchter und Tierheime befindet. Stattdessen kaufen viele Menschen ihre Hunde lieber anhand von Anzeigen und bewerten die Tiere einfach anhand von Preisen und Fotos.

Allein die Herkunft der Tiere bleibt oft im Dunkeln. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Hunde aus Rumänien, Bulgarien und Albanien eingeschmuggelt werden“, sagt der Züchter Miodrag Stošić.

Die Tiere sind dann oft krank oder haben schwerwiegende Verhaltensstörungen aufgrund der schlechten Bedingungen unter denen sie aufwuchsen. Nicht selten war ihr Leben bis zum Verkauf eine Qual. Zudem sei gerade bei angeblich reinrassigen Tieren sei Vorsicht geboten.

„Es kommt vor, dass Sie für einen Hund einige hundert Euro bezahlen und am Ende einen Mischling erhalten. Dies passiert oft, wenn jemand kein Geld ausgeben möchte oder der reguläre Preis für ein reinrassiges Tier zu hoch ist. Dann sucht der Käufer nach günstigeren Möglichkeiten.

Später stellt sich dann heraus, dass der Hund nicht reinrassig ist oder sogar nicht einmal zu dieser Rasse gehört. Anstelle eines Pommeranz-Sptzes, der zurzeit ein richtiger Hit ist und bis zu 3.000 Euro kostet, haben Sie dann vielleicht einen Zwergspitz erhalten, der ungefähr 500 Euro kostet“, so Stošić.

Den Betrug merken die Besitzer erst später, weil die Tiere bis zu einem Alter von neun Monaten praktisch gleich aussehen.

Den Betrogenen rät Stošić sich schnellstmöglich an die Polizei zu wenden, auch wenn sie das gekaufte Tier inzwischen in ihr Herz geschlossen haben und behalten wollen. In der Praxis kommt es jedoch häufig vor, dass weder die Adressen noch Telefonnummern der kriminellen Verkäufer stimmen.

Um Betrug von vornherein auszuschließen, ist es wichtig, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden.

So ist es verdächtig, wenn der Verkäufer verschiedene Telefonnummern verwendet oder nur über Viber und Whatsapp erreichbar ist. Auch wenn der Verkäufer vorschlägt, sich irgendwo zu treffen, ist Vorsicht geboten. Denn dann kann es sein, dass sie den Hundezwinger erst gar nicht zu Gesicht bekommen sollen, dass dieser gar nicht existiert oder der vermeintlich professionelle Züchter nur über ein einziges Tier verfügt.

Dann kommen bei Nachfragen oft Ausflüchte. „Der angebliche Züchter habe bereits alle Tiere verkauft oder mache es nicht des Geldes wegen. Aber natürlich seien die Welpen aus dem ersten Wurf, die Mutter sei gesund und so weiter“, erklärt Stošić.

Auch dass der Hund eine Gesundheitskarte habe, sagt weiterhin nichts über die Rassereinheit des Hundes aus. Dafür muss man den Stammbaum haben. Das hat auch nichts mit Snobismus zu tun, sondern ist bei den teils sehr teuren Tieren einfach unerlässlich, um die Gesundheit und Abstammung zu belegen.

Registrierte Hundezüchter können zudem Gentests der Elterntiere machen lassen, um etwaige Zweifel auszuräumen. Daher sind Käufe bei den Profis fast risikolos.

Betrüger folgen weiterhin Trends auf dem Hundemarkt und konzentrieren sich vor allem auf jene Hunderassen, die gerade besonders beliebt sind. So ist der Preis für einen Zwergpudel im letzten Jahr um fast siebzig Prozent gestiegen. Preise bewegen sich um mehr als 1.000 Euro. Die derzeit gefragtesten Hunde in Serbien sind der Pommeranz-Spitz, der Malteser und der Deutsche Schäferhund.

Achtet Ihr bei Euren Haustieren auf Abstammung und Rasse? Oder geht es Euch vor allem darum, den „besten Freund“ des Menschen an Eurer Seite zu haben? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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