Heute ist der Tag der ehrwürdigen Mutter Angelina von Serbien

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Die ehrwürdige Mutter Angelina von Serbien
Foto: spc.rs

Bei Angelina handelt es sich um eine der wichtigsten weiblichen Heiligen der serbischen Orthodoxie.

Ihr weltlicher Name lautete Angelina Branković und sie lebte von irgendwann vor 1460 bis zum 30.Juli 1520. Diese Angabe entspringt jedoch dem alten julianischen Kalender. Nach dem gregorianischen Kalender fällt ihr Todestag auf den 13.August. Somit entspricht ihr Sterbedatum einem der beiden ihr von der Kirche verliehenen Gedenktage.

Ihr Nachname legt schon nahe, in welch bewegten Zeiten sie lebte. Aber damit ist es nicht getan. Denn diesen bekam sie nach ihrer Eheschließung. Ihr Vater war der albanische Fürst Gjergj Arianiti, einer der großen Heerführer im Kampf gegen die Osmanen. Verschwägert soll sie zudem mit Gjergj Kastrioti Skanderbeg gewesen sein, dem berühmten Volkshelden der Albaner.

1460 heiratete sie den serbischen Despoten Stefan Branković, welcher von den Osmanen neunzehn Jahr zuvor geblendet und ins Exil verband worden war. Daher rührt auch sein serbischer Name Stefan Slepi, Stefan der Blinde. Ein Jahr zuvor war er in die albanischen Gebiete gekommen und hatte dort Schutz und Hilfe erhalten. Angelina hatte mit ihm dann im Laufe ihrer Ehe auch drei Kinder, Đorđe, Jovan und Marija.

Laut Zeitgenossen galt Angelina als schöne und überaus kluge Frau. Sie lebte es in den Bibliotheken der Klöster zu lesen und besaß auch selbst einige Bücher. Eine in der damaligen Zeit insbesondere für eine Frau etwas äußerst Ungewöhnliches.

Ihr Glück währte aber nur kurz, denn alsbald musste Stefan abermals in ein neues Exil gehen. Sein nächstes Ziel war Friaul in Norditalien. Dort ließ er sich zusammen mit Angelina und seinen zwei Söhnen auf der Burg Belgrado nieder. Seine Tochter Marija erblickte dort auch das Licht der Welt.

Stefan starb dort schließlich am 9. Oktober 1476.

Nach dem Tod ihres Mannes zog es sie zurück in die Heimat

Um ihren Kindern eine sichere Zukunft bieten zu können, bat sie den ungarischen König Matthias Corvinus zu ihm reisen zu können. Dies war ebenfalls nicht ganz ungefährlich. Denn Corvinus war am Sturz ihres Mannes Jahre zuvor beteiligt gewesen. Er war somit nicht nur mitverantwortlich für den Untergang der Despoten der Familie Branković, sondern hatte mit seiner Unterstützung von Stefan Tomašević auch das generelle Ende der serbischen Despotie eingeleitet.

Über Wien und Buda zog Angelina mit ihren Kindern schließlich wieder nach Südosteuropa. In Srem ließ sie 1486 die Kirche des heiligen Apostels erbauen und beließ dort die Reliquien ihres verstorbenen Gatten. König Matthias nahm sich Stefans und Angelinas ältesten Sohn Đorđe an und verlieh diesem gar den Titel eines Despoten von Srem.

Erbauerin von Kirchen und beliebt beim Volk

Dieser verzichtete jedoch alsbald zugunsten seines jüngeren Bruders Jovan auf den Titel und ging schließlich als Mönch ins Kloster Kupinovo. Später wurde er sogar unter dem Namen Maksim Metropolit von Belgrad und Srem und baute, zusammen mit seiner Mutter, das Kloster Krušedol auf Fruška Gora.

Die ehrwürdige Angelina verblieb in Krušedol, wurde dort Nonne und widmete sich dem Glauben. Eine so beeindruckende Frau wie sie wusste jedoch ihre Fähigkeiten noch mehr zu nutzen, als nur weltabgewandt im Gebet zu leben. So ließ sie Kirchen neu errichten, alte wieder aufbauen und suchte den Glauben ihrer Mitmenschen zu stärken.

Chronisten bezeichneten sie gar als vollkommene Christin, Ehefrau, Mutter und Nonne. Daher rührte auch schließlich ihre Bezeichnung als „Mutter Angelina“.

Am 30. Juni 1520 schloss sie schließlich für immer ihre Augen und fand ihre letzte Ruhestätte in eben jenem Kloster, dass sie mit ihrem Sohne hatte errichten lassen. Bestattet wurde sie zudem mit ihrem Sohn Jovan dem Despoten.

Die Türken verbrannten später ihre Reliquien

Aber auch ihre heiligen Reliquien sollten nur kurze Zeit ihre Ruhe finden. Denn als die Türken 1716 das Land überfielen, brannten sie das Kloster Krušedol nieder. Und somit auch Angelinas Gebeine.

Lediglich ihre linke Hand blieb erhalten.

Zahlreiche ikonische Darstellungen finden sich bis heute in vielen Klöstern in der Region. Besonders sehenswerte Ikonen finden sich außer in Krušedol, noch in Kulpin, Čurug, Stari Bečej, der Sveti-Nikola-Kirche auf dem Neuen Friedhof in Belgrad sowie – weiter entfernt – in Mali Bečkerek in Rumänien sowie in Arad. Alte ikonografische Wandmalereien der heiligen Angelina haben überdies die Zeiten im Kloster Hilandar, im Patriarchat von Peć sowie in vielen anderen Orten überdauert.

Auch über ihre Leben ist relativ viel bekannt, denn die Hofchronisten hatten bereits zu ihren Lebzeiten viel niedergeschrieben, so dass nach ihrem Tod eine umfangreiche Chronik erstellt werden konnte.

Kanntet Ihr die Geschichte der heiligen Angelina? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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