Immobilienmarkt in Serbien bietet so manches Schnäppchen

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Durch geplatzte Hypotheken sind viele Hauspreise in Serbien im Keller
Foto: Mondo/ Goran Sivački

Wer sich überlegt, in Serbien ein Haus zu kaufen, dem ergeben sich zurzeit gute Gelegenheiten.

Denn der serbische Immobilienmarkt gerät gerade sehr unter Druck. Kam es in den letzten Jahren zu immer neuen Verteuerungen bei Haus- oder Wohnungskäufen, ist die gegenwärtige Entwicklung der Coronakrise des letzten Jahres geschuldet.

So machen sich jetzt die wirtschaftlichen Verwerfungen, bedingt durch die Coronamaßnahmen und Lockdowns bemerkbar.

Wie von den serbischen Banken mitgeteilt wird, können viele Hausbesitzer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. Kann jemand seine Hypothek nicht mehr bezahlen oder seinen Kredit nicht mehr bedienen, droht eine Zwangsversteigerung.

Wenn dies in großer Zahl passiert, wirkt dies natürlich dazu, dass die Haus- und Grundstückspreise fallen. Die Konkurrenz auf dem Markt führt zu einer Abwärtsspirale, da die Banken ihre Objekte verkaufen müssen.

Gesplatzte Hypotheken sorgen für Preisverfall

Wer sich erinnert: Im Jahr 2008 führte die Pleite der US-Bank Lehman Brothers zu einer Erschütterung der weltweiten Finanzmärkte. Die Bank war in die Krise geraten, nachdem die US-Amerikaner massenweise ihre Hauskredite nicht mehr bedienen konnten. Das Geldhaus war auf seinen wertlosen Immobilien sitzen geblieben.

So schlimm sieht es in Serbien natürlich nicht aus. Aber die Mechanismen sind im Prinzip dieselben.

Gerade in der Vojvodina lässt sich daher das ein oder andere Schnäppchen machen. So gibt es in jeder Gemeinde der Provinz mindestens ein paar Häuser zu Preisen, die sich weit unter dem eigentlichen Marktwert bewegen.

In der Gemeinde Kovin im Banat zum Beispiel stehen drei Häuser zu Verkauf zu einem Preis von jeweils ca. 4.500 Euro. Im Ort Crna Bara gibt es gar ein ganzes Haus für 1.594 Euro.

Wie spektakulär die Angebote sind, zeigt sich bei der Quadratmeteranzahl. In Velika Greda, ebenfalls im Banat, könnte man für ein paar tausend Euro ein Haus mit 112 Quadratmetern sowie einem Nebengebäude mit weiteren 18 Quadratmetern erwerben. Der Zustand ist jedoch nicht bekannt. Dennoch würde sich bei so einem Preis sogar eine Kernsanierung ohne weiteres rechnen.

Ein Haus mit Weinberg für knapp 10.000 Euro

Aber auch wer etwas mehr investieren will, kann derzeit ein gutes Geschäft machen. In der Gemeinde Ada im Norden der Bačka steht ein Haus für 16.000 Euro zum Verkauf, inklusive mehr als einem Hektar Land. Bei Bač im Ort Selenca gibt es ein Haus mit 146 Quadratmetern sowie drei auf dem Grundstück befindlichen Schuppen für gerade einmal 12.305 Euro. In Pačir in der Nähe von Bačka Topola gibt es sogar ein Haus mit Loggia und gewaltigen 242 Quadratmetern Wohnfläche sowie einem Weinberg und mehreren Ställen für 10.970 Euro. Bei Indija im Ort Srem kostet ein Haus mit 112 Quadratmetern und einem Grundstück von 1.079 Quadratmetern nur 16.391 Euro.

Allen Häusern gemein ist natürlich, dass sie sich alle mehr oder minder im ländlichen Raum befinden. Bei den Preisen kommen also auch Faktoren wie die Lage und der demographische Wandel zum Tragen. Denn seit Jahren hält in Serbien der Wegzug junger Menschen in die Ballungszentren, insbesondere nach Belgrad und nach Novi Sad, an. Wer jedoch eine ländliche Umgebung schätzt und zudem eh von Zuhause aus arbeitet oder sich gar in der Landwirtschaft versuchen will, für den bieten sich jetzt enorme Kaufchancen.

So mancher hat jedoch Bedenken

Aber nicht jeder möchte von den Ursachen profitieren. Denn so manchen potentiellen Hauskäufer plagt ein schlechtes Gewissen. Unter so mancher Online-Anzeige finden sich Kommentare wie:

„Ich würde nie in ein solches Haus einziehen. Denn es wurde jemandem weggenommen, weil er kein Geld mehr hatte. Wer weiß, was aus ihm und seiner Familie geworden ist. Ich glaube nicht, dass ich dort auch nur eine Nacht friedlich schlafen könnte.“

Das ist natürlich richtig. Andererseits darf man auch nicht vergessen, dass sicherlich hinter einer großen Zahl von Immobilienverkäufen eine bewegende Geschichte steht. Denn niemand trennt sich leichtfertig von seinen eigenen vier Wänden oder einem Stück Land, welches vielleicht schon seit Generationen in Familienbesitz ist.

Nicht umsonst raten Immobilienmakler Verkäufern gerne dazu, gegenüber den Interessenten etwas zu flunkern, wenn diese nach dem Grund des Verkaufs fragen. Da sagt man natürlich nicht, dass man in finanziellen Schwierigkeiten ist oder es in dem Haus vielleicht einen Todesfall gegeben hat. Ein Umzug wegen Heirat oder anderen leicht nachvollziehbaren Gründen klingt da schon wesentlich angenehmer und verschreckt keinen Käufer.

Das Angebot außerhalb der Großstädte scheint jedenfalls zurzeit bunt und vielseitig zu sein. Wer sich schon immer gewünscht hat, ein Traumhaus in Serbien zu besitzen, sollte jetzt Augen und Ohren offen halten.

Hättet Ihr Bedenken ein Haus aufgrund der Notlage seines Besitzers zu so einem Preis zu kaufen? Lohnt es sich überhaupt eine Immobilie in Serbien zu haben, wenn man zum Beispiel eh im Ausland lebt? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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