Indische Corona-Mutation nähert sich Serbien

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Foto: AP

Während sich das Infektionsgeschehen in Serbien allmählich beruhigt, bereiten andere Regionen und Länder der Welt den Epidemiologen zunehmend Kopfzerbrechen. Denn umso länger die Pandemie anhält, desto größer ist die Gefahr von Mutationen.

Diese sind teils infektiöser und teils tödlicher als die ursprüngliche Virusvariante.

Vor allem aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien sind bereits solche veränderten Virustypen bekannt. Eine neue stammt jetzt aus Indien. In dem Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Erde explodieren gerade die Fallzahlen. Die medizinische Versorgung liegt am Boden. Die Menschen müssen teilweise auf der Straße versorgt werden.

Jetzt könnte man dahingehend argumentieren, dass abseits der humanitären Katastrophe Indien doch weit weg ist.

In unserer zunehmend globalisierten Welt zählt dieses Argument jedoch kaum. Denn die internationalen Handelswege und der Tourismus verknüpfen praktisch alle Länder der Welt miteinander.

Serbien hatte bisher Glück. Das Auftreten neuer Coronamutationen im Land konnte bisher unterbunden werden. Wie nah aber auch wir am Geschehen sind, verdeutlicht ein Blick über die Grenzen. Denn jetzt konnten Mediziner das Auftreten der indischen Virusvariante in Griechenland nachweisen.

Bisher sind in dem beliebten Urlaubsland zwei Fälle mit dem indischen Typ festgestellt worden. Der erste stammt aus der Stadt Patras, bei dem zweiten handelt es sich um einen 33-jährigen Ausländer, welcher im Lande lebt und Anfang April nach Dubai gereist war.

Besonders bedenklich ist, dass der Patient in Patras sich vorher nicht im Ausland aufgehalten und auch keinen bekannten Kontakt mit Infizierten hatte.

Glücklicherweise verliefen beide Infektionen recht harmlos. Keiner der beiden musste im Krankenhaus behandelt werden.

Ausbreitung von neuen Mutationen befürchtet

Dennoch gibt der neue Virusstamm Anlass zur Sorge. Denn er könnte in der Lage sein, die menschlichen Antikörper auszutricksen. Die gegenwärtig vorhandenen Impfstoffe wären dann im schlimmsten Fall wirkungslos.

Wissenschaftler auf der ganzen Welt sind jetzt dabei den neuen Erreger zu untersuchen. Tatsächlich scheint es sich bei ihm um eine Doppelmutation zu handeln. Er weist sowohl Veränderungen auf, wie sie von der brasilianischen wie auch von der britischen Variante bekannt sind. Nach bisherigen Erkenntnissen sieht es zumindest so aus, dass die Impfstoffe zumindest vor schweren Krankheitsverläufen schützen können.

Gesundheitsminister Zlatibor Lončar fordert daher die Bevölkerung erneut auf, sich impfen zu lassen.

„Die Analyse der 5.607 Patienten, welche am Wochenende in Krankenhäusern behandelt werden mussten, ergibt, dass viele sich nach der ersten Dosis infiziert haben. Das zeigt nur, dass sie die vorgegebenen Maßnahmen nicht eingehalten haben“, so Lončar. Die meisten Patienten wären allerdings bisher noch überhaupt nicht geimpft worden.

Es ist somit unabdingbar, dass mehr Menschen den kleinen „Pieks“ bekommen. Der Minister fügte im Hinblick auf die neuen Mutationen hinzu, dass es zudem unbedingt erforderlich sei, so viele Menschen so schnell wie möglich zu impfen.

Denn auf diese Weise könnte die Ausbreitung des Virus verhindert und seine Chancen auf Mutationen verringert werden. Mit entzieht dem Erreger gewissermaßen in der Fläche den Nährboden.

Impferfolge in Serbien höchst unterschiedlich verteilt

Ab dem heutigen Tag ist es zudem in Serbien möglich, sich auch ohne Termin mit dem chinesischen „Sinopharm“-Impfstoff impfen zu lassen. Dies gab der Leiter des Amtes für elektronische Verwaltung, Mihailo Jovanović, bekannt.

Bisher konnten in Serbien insgesamt 3.255.000 Impfdosen verabreicht werden. 1.945000 Bürgerinnen und Bürger haben gegenwärtig die erste Dosis erhalten. Etwa 1.310.000 sogar schon die zweite.

Wie „Politika“ schreibt, sind die Impfquoten jedoch nach wie vor in einigen Städten äußerst niedrig. In Tutin, Novi Pazar, Lajkovac, Mionica, Žagubica, Rača, Bujanovac, Ljig, Žitorađa. Boljevac, Vladmirci, Ražanj, Doljevac, Varvarin, Merošina, Krupanj, Sjenica und Osečina liegen sie unter 20 Prozent.

Dass mit Griechenland jetzt auch ein Land in der Nachbarschaft Serbiens betroffen ist, macht die gesamte Situation zudem zusätzlich bedrohlich. Denn mit dem schönen Wetter wird auch die Reisesaison langsam aber sicher wieder beginnen. Ein „Import“ der neuen Virusmutation wäre dann nur schwer zu vermeiden.

Warum lassen sich gerade in diesen Städten und Gemeinden so wenige impfen? Glaubt Ihr, dass Serbien von den Coronamutationen verschont bleibt? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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