Scharfschütze der Unterwelt verhaftet

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Kameraufnahmen vom vermeintlichen Täter
Foto: Novosti

Im Fall von Veljko Belivuk ist es zu einer weiteren spektakulären Verhaftung gekommen. Denn jetzt konnte die Polizei mit Nebojša J. möglicherweise einen Mann festnehmen, der nicht selbst in einige Morde verwickelt war, sondern wohl auch Belivuk im Töten auf Distanz ausbildete.

J. gilt zudem als Verdächtiger beim sogenannten Mord auf dem Friedhof von Sopot aus dem Jahr 2017. Damals hatte ein Unbekannter den Kum von Dejan „Keka“ Stojanović, Milomir Jovanović, mit einem Scharfschützengewehr ermordet.

Damals ging die Polizei von einem Racheakt im Milieu des professionellen Drogenhandels aus. Denn zwei Jahre zuvor hatte es bereits tödliche Schüsse auf Vladimir Bjelanović aus Vračar gegeben. Jovanović und Bjelanović waren beide im Drogenhandel tätig und galten als Konkurrenten.

Wie sich später herausstellte, waren sogar zwei Anschläge auf Jovanović geplant. Einmal jener auf dem Friedhof sowie ein zweiter vor seiner Wohnung in Neu-Belgrad. Wäre der erste Anschlag in Sopot gescheitert, hätte ihn der Täter mit einer Kalaschnikow vor seiner Haustür erwartet.

Damals konnten keine weiteren Hinweise gefunden werden. Vermutungen gingen in die Richtung, dass der Täter aus Bosnien und Herzegowina stammte.

Mit der Verhaftung Belivuks ist aber auch dieser Stein ins Rollen gekommen. Ob J. für die Tat verantwortlich ist, muss aber noch bewiesen werden. Seine Beteiligung scheint jedoch nahezuliegen.

Die Spur führt wieder nach Montenegro

Aus Polizeikreisen heißt es:

„Wir untersuchen, ob er vielleicht den Schützen ausgebildet hat. Im größeren Umfeld des Friedhofs konnten damals Spuren gesichert werden. Die Analysen und Ermittlungen sind noch im Gange.“

Unter anderem konnten die Ermittler bei der Festnahme von Nebojša J. zudem sieben Langwaffen sicherstellen.

J. war weiterhin Mitglied in der 63. Fallschirmspringerbrigade der serbischen Armee und ein versierter Sportschütze. In Kombination mit seiner militärischen Ausbildung erscheint ein Verdacht also nicht unbegründet. Hinzukommt aber noch ein äußerst belastendes Video. Dieses zeigt nach gegenwärtigem Stand, wie er Belivuk in einem Wochenendhaus in der Nähe von Tršić Schießunterricht gibt.

Aber damit ist es noch nicht getan. J. wird auch mit einem Mord im Gefängnis der montenegrinischen Kleinstadt Spuž in Verbindung gebracht. Damals erschoss ein Scharfschütze von einem nahegelegenen Hügel aus Dalibor Đurić. Đurić wiederum wird zum Dunstkreis eines der größten Mafiaclans im Land gerechnet.

Die spektakuläre Verhaftungswelle lässt derweil auch die Politik nicht kalt. Schließlich deutet vieles darauf hin, dass das organisierte Verbrechen auch staatliche Behörden unterwandert hat.

Die serbische Regierung verspricht vollumfängliche Aufklärung

Jetzt meldete sich auch die serbische Ministerpräsidenten Ana Brnabić nochmals zu Wort.

„Ich denke, es ist offensichtlich, dass bei diesen ganzen Vorkommnissen auch ein Staatsdiener involviert war, der hinterrücks für die Mafia arbeitete. Auch der Präsident sagte klar und deutlich, dass wir solche Bedenken haben und dass so etwas auf keinen Fall toleriert werden kann.

Die Untersuchungen gehen weiter und man wird in Zukunft sicher noch mit weiteren Überraschungen rechnen dürfen. Wir haben neue Informationen, können aber gegenwärtig nichts Offizielles dazu sagen“, erklärte Brnabić gegenüber den anwesenden Journalisten.

Sicherlich hat sie mit ihrer Aussage Recht, dass noch so manche Überraschung in dem Fall Belivuk herauskommen wird. Wie ist Eure Meinung dazu? Schreibt sie uns in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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