Zu Ehren des großen serbischen Schriftstellers Branislav Nušić!

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Der Vorsitzende des Vereins der Dramatiker Serbiens Miladin Ševarlić hob hervor, die Charaktere und Situationen in Nušićs Dramen seien aus den Mentalitätsmustern hervorgegangen, die auf das politische Leben einen Einfluss hätten. „Nušić erzählte von erkennbaren Modellen des gesellschaftlichen Verhaltens. Alle seine Landesverwalter, falsche Doktoren, geldsüchtige Erben, Polizisten, betrunkene Beamte, all die Halunken in der Regierung und um sie herum sind wie gutmütige Zwerge im Unterschied zu diesen Riesen der politischen Plünderung und Gewalt, den Meistern des Scheins, dem Zynismus und der Gefräßigkeit der kriminogenen Reichen, der Schuften, die diese Nation ins Verderben führen“, sagt Ševarlić. Er mahnt, dass wir uns inmitten der Progression solcher Erscheinungen befinden, in welcher sich nicht mal Nušić zurechtfinden würde.
Der Theaterwissenschaftler Raško Jovanović sprach über die Probleme, welche Nušić mit Kritikern gehabt hatte, denn sie hatten behauptet, dass sein Werk keine tiefere Bedeutung fürs Theater und die Literatur habe. Dies habe aber die Zeit dementiert, so Jovanović.

Professor Dušan Ivanić von der Philologischen Fakultät sagte unter anderem, dass Branislav Nušić nicht nur als fruchtbarer Schriftsteller mit bemerkenswertem Humor bekannt sei, sondern als Begründer der Rhetorik in Serbien.

Branislav Nušić (1864-1938) war ein serbischer Novellist, Dramatiker, Verfasser von Satiren und Essays. Er ist der Gründer der modernen Rhetorik in Serbien. Er arbeitete auch als Journalist und Beamter. Wegen seines 1887 veröffentlichten Gedichtes Dva roba (Zwei Sklaven), das sich satirisch mit dem König Milan I. auseinandersetzte, wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt, er wurde jedoch nach einem Jahr aus der Haft entlassen.

Nušić benutzte auch ein literarisches Pseudonym, Ben Akiba, vor allem für humoristische Feuilleton-Beiträge für die Zeitung Politika in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Er war als Dramaturg und Intendant an Theatern in Belgrad, Novi Sad, Skopje und Sarajevo tätig.

Anfang der 1930er Jahre war er Professor für Rhetorik an der Königlichen Militärakademie. 1933 wurde er zum Vollmitglied der Königlich serbischen Akademie gewählt.

Quelle: Voiceofserbia.org

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