Achtung Tierschutz! Es drohen empfindliche Strafen

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Foto: P.Mitić

Wenn das Wetter wärmer wird und man wieder mehr Zeit im heimischen Garten verbringt, sind sie schnell zur Stelle. Die Rede ist von den kleinen und größeren Plagegeistern, welche um uns herum summen, stechen, beißen, zwicken oder sich am liebsten direkt auf dem Mittagsteller oder Kuchen niederlassen.

Doch wer Insekten und andere Tiere vorsätzlich tötet, muss in Serbien teils mit empfindlichen Strafen rechnen.  

Denn das Strafgesetzbuch schreibt in Artikel 269 Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr für das Töten, Verletzen oder Quälen von Tieren vor. Bei geschützten Arten oder wenn es mehrere Tiere betrifft, können die Strafen sogar auf bis zu drei Jahre Gefängnis hochgehen.

Ein erschlagener Schmetterling kann durchaus 10.000 Dinar kosten, ein Marienkäfer gar 15.000 Dinar.

Freilich ist es in der Praxis für die Behörden fast unmöglich den Tätern solcher Delikte auf die Spur zu kommen. Bei geschützten Arten setzt sich jedoch ein gewaltiger Apparat an Behörden in Bewegung, angegangen vom Ministerium für Naturschutz über das Institut für Naturschutz der Republik Serbien bis hin zu Polizei und Staatsanwaltschaft. Es wird die Todesursache des betroffenen Tieres sowie der Verursacher ermittelt und dann im Anschluss ein Gerichtsprozess eröffnet.

Je nach Art steigt dann das Strafmaß. Eine Faustregel ist dabei, dass je größer und seltener das Tier ist, desto teurer und schwerwiegender ist die Tat.

Das Töten einer Schlange kostet, abhängig von der Art und dem Schutzniveau, normalerweise zwischen 10.000 und 40.000 Dinar. Eine bedrohte Kreuzotter schlägt hingegen mit 100.000 Dinar zu Buche. Für die seltene Vierstreifennatter steht eine Strafe von 50.000 Dinar an.

Dies ist aber bei weitem nicht alles. Das Strafmaß kann gar in die Million gehen. Wer einen Braunbären tötet muss mit einer Geldstrafe von 1.000.000 Dinar rechnen. Bei Adlern und Falken gehen die Strafen in eine Höhe von 500.000 Dinar. Wölfe und Luchse werden mit 300.000 Dinar veranschlagt, Otter mit 250.000 Dinar. Der Tod einer Wildkatze wird mit 200.000 Dinar geahndet.

Aber auch bei weniger seltenen Tieren sind die Strafen durchaus hoch, wie die folgende Liste zeigt:

Biber – 120.000 Dinar

Wildhamster – 80.000 Dinar

Enten und Gänse – 75.000 Dinar

Fledermäuse, je nach Art 45.000 bis 55.000 Dinar.

Rote Waldameise – 40.000 Dinar

Möwen – 40.000 Dinar

Igel – 28.000 Dinar

Krähen und Spatzen – 25.000 Dinar

Marienkäfer – 15.000 Dinar

Hirschkäfer 12.500 Dinar

Kleiner Kohlweißling, eine Schmetterlingsart – 10.000 Dinar

Heuschrecke – 9.000 Dinar

Grillen – 8.200 Dinar

Frösche und Schnecken – 1.200 Dinar

Man sollte also bei derlei Strafen aufpassen, auf was man beim nächsten Waldspaziergang tritt. Natürlich gibt es auch klare Unfälle. Auch darf man sich notfalls auch verteidigen, wenn einen ein Tier angreift, je nach der Art und den Umständen kann es aber durchaus vorkommen, dass die Behörden sich den Fall näher anschauen.

Auch wird wohl kaum jemand ernsthaft auf die Idee kommen, einem Bieber oder einem Adler ein Haar bzw. eine Feder krümmen zu wollen. Wer dies vorsätzlich tut, der sollte auch eine entsprechende Strafe bekommen.

Wenn im Sommer auch wieder eine Mückenplage kommt, muss man sich zudem keine Sorgen machen. Die gemeine Stechmücke fällt nicht unter Artenschutz. Der Kampf gegen diese blutrünstigen Plagegeister kann somit aufgenommen werden.

Findet Ihr die Strafen gerechtfertigt? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Foto: P.Mitić

Quelle: novosti.rs

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