Freiwillig zur Truppe: Die Armee wirbt um neue Rekruten

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Rekruten bei der Ausbildung
Foto: Vojska Srbije

Seit gut zehn Jahren gibt es in Serbien keinen obligatorischen Wehrdienst mehr. War die Zeit bei der Armee früher ein sichtbares und anerkanntes Zeichen des Erwachsenwerdens, muss die Truppe heute selbst nach geeigneten Kandidaten suchen.

Als Folge müssen sich die Streitkräfte auch als attraktive Arbeitgeber präsentieren. Dabei können die freiwilligen Rekruten durchaus Wünsche geltend machen.

So werden die Karrierewünsche des Bewerbers, seine individuelle Ausbildung sowie seine Kenntnisse und Fähigkeiten bei der Rekrutierung berücksichtigt. Der zukünftige Stationierungsort hängt dabei nicht zuletzt von dem jeweiligen Dienst ab, für den sich der Kandidat oder die Kandidatin entschieden hat.

Für viele dürfte es dabei interessant sein, dass sogar Spezial- und Eliteeinheiten, wie die 63. Fallschirmspringerbrigade oder die 72. Brigade für Spezialoperationen, für Bewerber offenstehen. Selbstverständlich muss der Bewerber jedoch die hohen Anforderungen für diese Einheiten erfüllen.

Die Streitkräfte sind auch für Frauen attraktiv

Dabei steht die Armee vom Grundsatz her praktisch für fast jeden offen.

„Ein Antrag auf freiwilligen Militärdienst kann von jedem Kandidaten gestellt werden, der mindestens die Grundschule abgeschlossen hat. In Ausnahmefällen gelten auch Sonderregelungen. Für die Ausbildung zum Offizier der Reserve hingegen ist der Abschluss einer weiterführenden Schule mit passender Spezialisierung notwendig, wahlweise auch ein akademisches Studium mit mindestens 180 ECTS-Punkten“, gibt das Verteidigungsministerium vor.

Zu Beginn erhalten die jungen Männer und Frauen, welche sich für den freiwilligen Militärdienst entscheiden, ihre Grundausbildung in den Kasernen von Sombor, Valjevo und Leskovac.

Nach dem Abschluss der Grundausbildung, in welcher die jungen Soldaten und Soldatinnen, Grundlegendes im Umgang mit Waffen und Taktik gelernt haben, werden sie einer Garnison zugeteilt. Diese befinden sich in Požarevac, Niš, Kruševac, Kraljevo, Gornji Milanovac, Batajnica und Pančevo. Dort erfolgt eine weitere dreimonatige Ausbildung.

Erst im Anschluss schickt man die jungen Soldaten und Soldatinnen zu ihren endgültigen Stationierungsorten, gleich ob es sich um Kommando-Einheiten, die reguläre Truppe oder sonstige Einrichtungen der Serbischen Armee handelt. Dort erfüllen sie dann ihre Pflicht bis zum Ende der Dienstzeit.

Übrigens waren unter den Soldaten, die im letzten Jahr den Freiwilligendienst antraten, 17 Prozent Mädchen. Unter den angehenden Reserveoffizieren lag der Frauenanteil sogar bei 29 Prozent.

Gute Perspektiven auch nach der Dienstzeit

Als freiwillig Dienstleistender hat man Anspruch auf zehn Tage regulären Urlaub. Die Wochenenden sind ebenfalls frei, sofern es die Pflicht zulässt. Den ersten Wochenendurlaub gibt es allerdings erst nach der Vereidigung.

Die Bezahlung ist höher als es die Älteren noch in Erinnerung haben und staffelt sich nach Dienstgrad und Dauer des Dienstes. Mit einem Sold zwischen 13.000 und 36.000 Dinar ist sie zwar nicht hoch, dafür haben die Soldaten jedoch auch keine Ausgaben für Unterbringung und Verpflegung.

Der Einstieg in ein späteres ziviles Leben sollte nach offizieller Aussage ebenfalls kein Problem darstellen. Denn die freie Wirtschaft weiß die bei der Armee erworbenen Qualifikationen durchaus zu schätzen. „Zivile Unternehmen schätzen die Kenntnisse und Fertigkeiten, die potentielle Bewerber vorher bei der Armee erworben haben“, so das Verteidigungsministerium.

Die Zahl neuer Rekruten ist derweil in Ordnung, es könnten aber auch mehr sein. „Das Interesse junger Menschen ist zufriedenstellend, aber das Verteidigungsministerium und die serbische Armee versuchen immer, die Zahl neuer Bewerber zu erhöhen“, bekennen die zuständigen Stellen.

Findet Ihr den Freiwilligendienst bei der Armee attraktiv? Sollte Serbien wieder zu einem verpflichtenden Wehrdienst zurückkehren? Schreibt Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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