Wer genehmigte Milos Maibach?

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Mio und sein Auto
Foto: Youtube/Screenshot/Prijedsednik Crne gore/CNET

Milo Đukanović, Präsident von Montenegro, liebt nicht nur Luxus und große Gesten, sondern auch seine persönliche Sicherheit. Dies gilt anscheinend auch für den Straßenverkehr. Ansonsten ist es nicht zu erklären, warum seine Staatskarosse ausgerechnet ein Maybach von Daimler sein muss.

Der Haken ist nur, dass das Gefährt nicht nur zu den teuersten Fahrzeugen überhaupt gehört, sondern dass das montenegrinische Finanzministerium auf Antrag der Nationalen Sicherheitsagentur des Landes für seine Anschaffung 647.000 Euro bezahlen musste. Unverständlicherweise wurden denn auch gleich zwei der Luxusautos gekauft. Gesamtpreis: Mehr als 1,2 Millionen Euro.

Dass solch eine Summe für ein kleines Land wie Montenegro gewaltig ist, erklärt sich von selbst. Umso mehr, wenn man bedenkt, dass die Anschaffungskosten von einer staatlichen Behörde und somit von den Bürgern selbst übernommen wurden.

In der Praxis war es denn auch so, dass wohl einer der beiden Maybachs für Đukanović selbst bestimmt war, der andere hingegen für den DPS-Abgeordneten und ehemaligen Premier Duško Marković. Man war wohl kollegial an der Staatsspitze, zumindest was die Verschwendung von Steuergeldern betrifft.

Besonders brisant ist weiterhin, dass der Kauf der zwei Fahrzeuge 2017 und 2018 nicht über die normalen offiziellen Kanäle ging. Vielmehr versah die Nationale Sicherheitsagentur die Rechnungen an das montenegrinische Finanzministerium mit dem Zusatz „Geheim“.

Wenn man die hohen Summen bedenkt, die auch bei den Bürgern so mancher westlicher Staaten für Unmut sorgen würden, ist das Vorgehen der Staatsvertreter natürlich nachvollziehbar.

Erst durch den Regierungswechsel in Montenegro kamen die Rechnungsbelege denn auch ans Licht der Öffentlichkeit.

Die Autos werden wohl verkauft werden

Der neue Premier Krvokapić kündigte umgehend den Verkauf der beiden Fahrzeuge an. Denn während Đukanović und Marković sich Luxusautos gönnten, sah es in der Staatskasse hingegen ziemlich „mau“ aus. Inzwischen, nicht zuletzt durch die Einbußen im Tourismussektor im letzten Jahr, befindet sich das Land sogar am Rande der Zahlungsunfähigkeit.

Aufgeflogen waren die Kaufpreise durch die Arbeit der Nichtregierungsorganisation MANS, welche durch ihre Recherchen auf die „geheimen“ Käufe aufdeckte. Der Leiter von Mans, Dejan Milovac, erklärte gegenüber der Presse:

„Wenn es um die Ausgaben der Behörden für den Kauf von Fahrzeugen für die höchsten Staatsbeamten geht, so sind die Rechnungen, welche MANS vorliegen, untrügerische Beweise für eine absolute arrogante Haltung gegenüber dem Geld der Bürger. Interessant bleibt jetzt nur noch die Frage, wer die Einschätzung dafür vornahm, dass über eine Million Euro wirklich notwendig war, um zwei Fahrzeuge zu kaufen.“

Wie denkt Ihr über Milos Käufe? Weht tatsächlich allmählich ein neuer Wind in Montenegro? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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