Serbische Kalaschnikows in Syrien: Wie kommen die nur dahin? (Foto)

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Photo: Wikipedia Commons / Sgt Craig J. Shell U.S. Marine Corps
 
Eine M70 der serbischen Waffenschmiede Zastava sieht einer russischen Kalaschnikow zum Verwechseln ähnlich. Nur eine Nummer an der Waffe verrät, woher sie wirklich stammt. Jetzt sind im Netz Bilder eines Sturmgewehrs aufgetaucht, dessen Nummer klar besagt: Diese „Kalaschnikow“ kommt aus Serbien. Bloß was macht sie im syrischen Rakka?
 
Dass ein Zastava-Gewähr ins Ausland gelangt ist, überrascht einen Fachmann erstmal nicht: „Ehemaliges Jugoslawien hat viele Waffen exportiert, auch in den Nahen Osten und nach Nordafrika.“ Die Waffen seien auch in Lizenz im Ausland gefertigt worden, sagte der Militäranalyst Aleksandar Radic aus Belgrad im Gespräch mit der Agentur Sputnik.

 
Dieses Sturmgewehr, dessen Bilder jetzt im Internet zu sehen sind, müsse aber keine Exportwaffe sein.
 
„Das Gewehr kann auch aus der passiven Reserve von Bosnien und Herzegowina stammen, die vor rund zehn Jahren aus der ehemaligen jugoslawischen Republik abtransportiert und in den Irak gebracht wurde – um die irakische Armee zu modernisieren oder für den Kampf gegen Terror. Dies geschah auf Initiative der Vereinigten Staaten, unter dem Vorwand, Bosnien entwaffnen zu müssen, um weitere Konflikte zu verhindern“, erklärt der Experte.
 
Ja, und dann?
 
„Dann hat Washington die Kontrolle über die Lage im Irak verloren. Das irakische Militär zerfiel, es herrschte Chaos. Da können die Sturmgewehre X-beliebigen in die Hände gefallen sein – auch jenen Irakern, die sich später dem IS angeschlossen haben. Es geht dabei um hunderttausende Gewehre.“
 
Ein brisantes Faktum: 2007 wurden solche Gewehre laut dem Experten bei den IS-Anhängern in Falludscha festgestellt, gegen die die Vereinigten Staaten eine Operation gestartet hatten.
 
Indes bestätigt der serbische Waffenhersteller auf Sputnik-Nachfrage, dass das Sturmgewehr auf den Bildern seinem Produkt tatsächlich ähnele. Doch ohne die Zustimmung der staatlichen Rüstungskontrolle könne aus der Waffenfabrik im serbischen Kragujevac „nicht mal ein Vogel“ verschwinden, so ein Unternehmenssprecher.
 
Es sei daher ausgeschlossen, dass ein serbisches Maschinengewehr vom Fabrikgelände oder aus den Beständen der serbischen Armee in die falschen Hände geraten sei. Aber: Wenn ein Besteller aus dem Ausland die Waffen abnehme, übernehme er die volle Verantwortung für deren weitere Verwendung und Verbleib, betont der Sprecher.
 
Fazit: Jenes Sturmgewehr, das in Rakka fotografiert wurde, hat die serbischen Grenze aller Wahrscheinlichkeit nach ganz legal verlassen. Doch da verliert sich die Spur. Es kann auf allen möglichen Wegen an wen auch immer geraten sein – auch an die US-unterstützten Kurden, die gerade versuchen, Rakka zu erobern.
 
Quelle: Sputniknews

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